Sozialsenator : Melanie Leonhard folgt auf Detlef Scheele

Die Nachfolgerin für Detlef Scheele (SPD) steht fest: Melanie Leonhard (SPD) soll neue Sozialsenatorin werden. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) stellte die 38-Jährige am Montag der Öffentlichkeit vor. Sie sei eine „engagierte und kompetente Fachpolitikern“.

Leonhard
Hamburgs neue Sozialsenatorin Melanie Leonhard wurde am Montag von Bürgermeister Olaf Scholz (Bildmitte) und dem scheidenden Sozialsenator Detlef Scheele vorgestellt.

Sie freue sich über die Herausforderung, erklärte Melanie Leonhard bei der Pressekonferenz am Montag. Ihr Vorteil: Die neue Sozialsenatorin übernähme ein „gut geführtes Haus“. Ihr Vorgänger Detlef Scheele, der zum 1. Oktober in den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit rückt, konnte in den vergangenen tatsächlich einige Baustellen beiseite räumen. Bereits Anfang September präsentierte die Behörde die neuen Standorte für das Winternotprogramm für Obdachlose. Außerdem startete die Behörde ein Projekt zur schnellen Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Und die Personaldecke für den Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) der Hamburger Jugendämter wird ausgeweitet.

Mit der am Donnerstag erfolgenden Ernennung zur Sozialsenatorin übernimmt Melanie Leonhard ihren ersten großen Posten in der Politik. Erst 2011 wurde die gebürtige Hamburgerin in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Zuvor war sie Mitglied der Bezirksversammlung Harburg und schon dort aktiv im Jugendhilfeausschuss. Später vertrat sie als Fachsprecherin für Familie, Kinder und Jugend ihre Partei im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Tod des kleinen Mädchens Yagmur und machte sich dadurch einen Namen als Expertin für Kinder- und Jugendhilfe. Über die promovierte Sozial- und Wirtschaftshistorikerin heißt es zudem, dass sie über großen Rückhalt in ihrer Partei verfüge.

Eine wichtige Aufgabe der neuen Senatorin wird sein, Hilfe für die wachsende Zahl der Flüchtlinge und Obdachlosen zum Winter hin sicherzustellen. So protestierten in den vergangenen Tagen Flüchtlinge in Jenfeld und Bergedorf gegen die katastrophale Situation der Unterbringung in von der Innenbehörde geführten Erstaufnahmelagern. Ihr sei bewusst, dass „schwierige und aufregende Wochen vor mir“ liegen, bekannte Melanie Leonhard gleich bei ihrer Vorstellung.

Der scheidende Vorgänger Detlef Scheele vermeldete aus der Behörde, dass man sich auf die neue Senatorin freue. Zuspruch erhielt Melanie Leonhard auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Hamburg. „In Fragen der Sozialpolitik ist Leonhard eine anerkannte Fachfrau und kompetente Ansprechpartnerin“, so die DGB-Vorsitzende Katja Karger. „Die Unterstützung von Hamburgs Gewerkschaften kann ihr gewiss sein, wenn es um Gute Arbeit für die Hamburger Beschäftigten geht, um mehr soziale Gerechtigkeit in der Stadt, den Einsatz für Flüchtlinge sowie die Bekämpfung von Armut.“

Text: Jonas Füllner
Foto: Mauricio Bustamante

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