Senatspläne für 2015/16 : Mehr Wohnungen für Wohnungsnotfälle

Mehr als 2000 Sozialwohnungen wurden im vergangenen Jahr fertig gestellt. Der soziale Wohnungsbau soll im gleichen Umfang fortgeführt werden, verspricht der Senat. Außerdem sollen Wohnungen speziell für Wohnungsnotfälle gebaut werden.

Bauwirtschaft
Mehr als 6000 Wohnungen wurden 2014 fertiggestellt. Zudem wurde der Bau von 10.957 Wohnungen genehmigt.

Der Hamburger Senat will erreichen, dass mehr Wohnungen für Wohnungslose und Menschen mit Dringlichkeitsschein gebaut werden. Bei Neubauprojekten auf städtischen Grundstücken sollen bis zu zehn Prozent der Wohnungen für sogenannte vordringlich Wohnungssuchende gebaut werden.

Günstiger Wohnraum soll darüber hinaus durch die Förderung von klassischen Sozialwohnungen geschaffen werden. Bei größeren Neubauprojekten muss inzwischen jede dritte Wohnung eine Sozialwohnung werden. Die Miete liegt hier anfänglich bei 6,10 Euro pro Quadratmeter. Vor allem Genossenschaften, Stiftungen und die städtische Saga GWG begannen im vergangenen Jahr mit dem Bau von Sozialwohnungen. Während 2008 gerade einmal 586 Wohnungen gefördert wurden, stieg der Anteil im vergangenen Jahr auf 2022. Eine Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus für die kommenden Jahren ist allerdings nicht vorgesehen. Für 2015 und 2016 werden erneut Fördermittel für je 2000 Mietwohnungen bereitgestellt.

Die Behörde will jetzt zusätzlich neue Impulse in der Grundstückspolitik setzen. Bei der Ausschreibung städtischer Grundstücke können sich Bauherren für eine verlängerte Bindung der öffentlichen Förderung über 30 Jahre entscheiden. „Unser Ziel ist es, hier für neue soziale Maßstäbe zu sorgen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und langfristig abzusichern“, sagt Dirk Kienscherf, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Wohnungsbauexperten hatten zuletzt mehrfach die steigende Grundstückpreise in Hamburg bemängelt. „Man kann heute nicht bauen und weniger als zwölf Euro Miete nehmen im frei finanzierten Wohnungsbau“, sagte Holger Kowalski von der Baugenossenschaft Altonaer Bau- und Sparverein gegenüber dem Hamburger Abendblatt. 960 Euro pro Quadratmetern werden nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde inzwischen durchschnittlich pro Quadratmeter gezahlt. Auf St. Pauli kostet der Quadratmeter sogar 1200 Euro. Auch hier versucht der Senat nun gegenzusteuern: Bei Ausschreibungen, die ausschließlich öffentlich geförderten Wohnungsbau vorsehen, soll der Grundstückspreis nur noch bei 600 Euro pro Quadratmetern liegen.

Text: Jonas Füllner
Foto: Actionpress/Isopix Sprl

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