Bürgerschaft : Mehr Plätze für Obdachlose

Die Fraktionen von SPD und Grünen wollen Notübernachtungsplätze für Obdachlose aufstocken. Einen entsprechenden Antrag für 100 zusätzliche und ganzjährig nutzbare Schlafplätze bringt die Koalition in der Bürgerschaft ein.

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Unklar ist bislang, wo und wann die neuen Notschlafplätze geschaffen werden. Im vergangenen Jahr stellte die Stadt Schlafplätze, wie hier am Grünen Deich, in Containern bereit.

Für weitere 100 zusätzliche Notschlafplätze für Obdachlose machen sich jetzt SPD und Grüne stark. Am 1. Oktober bringt die Regierungskoalition einen entsprechenden Antrag in der Bürgerschaft ein. Ganzjährig gibt es nur noch 260 Plätze im Pik As für Menschen in Not. Denn in der einzigen Notunterkunft wurden im Frühjahr die Plätze aus Brandschutzgründen begrenzt. Immer wieder mussten Obdachlose an der Tür abgewiesen werden.

Eine Aufstockung der Notübernachtungsplätze sei daher dringend erforderlich, sagt Ksenija Bekeris, sozialpolitische Sprecherin der SPD. „Mit der aktuellen Initiative unterstreichen wir erneut, dass wir die Situation der Obdachlosen in Hamburg trotz der großen Herausforderung durch die Flüchtlingsunterbringung weiter im Blick haben – das gilt zum Beispiel gerade auch für Frauen.“

In ihrem Antrag fordern SPD und Grüne für Frauen ein spezifisches Angebot ein. Bereits im Winternotprogramm sollen die Bedürfnisse der Frauen stärker berücksichtig werden und für sie ein „angemessenes Angebot“ geschaffen werden. Wie berichtet stellt die Stadt in diesem Jahr zusätzlich 850 Plätze im Winternotprogramm bereit.

„Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge stellt uns vor eine große Herausforderung“, sagt Sozialsenator Detlef Scheele. „Es ist uns dennoch gelungen, neue Standorte für das Winternotprogramm zu finden.“ Mareike Engels, sozialpolitische Sprecherin der Grünen ergänzt: „Auch wenn die Zahl von geflüchteten Menschen täglich steigt, dürfen wir die Obdachlosen nicht vergessen.“

Text: Jonas Füllner
Foto: Jonas Walzberg

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