Wohnungsbau : Mehr als 2000 neue Sozialwohnungen

Der Wohnungsbau in Hamburg erlebt weiterhin einen Boom. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt der Bau von 9.560 Wohnungen genehmigt und mehr als 2000 neue Sozialwohnungen fertiggestellt.

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Für das Jahr 2016 stellt der Senat mehr als 125 Millionen Euro für den Neubau von Sozialwohnungen bereit.

2034 Sozialwohnungen wurden im vergangenen Jahr gebaut. Damit hat der Senat erneut seine selbst gesteckte Marke von 2000 neuen Sozialwohnungen pro Jahr knapp übertroffen. Schon im Jahr zuvor bauten Immobilienunternehmen nach Angabe der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB) insgesamt 2.018 Wohneinheiten im ersten Förderweg.

Der Anteil der Sozialwohnungen in Hamburg steigt allerdings nicht an. Denn pro Jahr fallen etwa 2000 Wohnungen aus der Preisbindung. Immerhin: Laut IFB wurden im vergangenen Jahr für insgesamt 3028 Wohnungen eine Förderung bewilligt. Der Überhang von gut 1000 bewilligten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen sollte dazu führen, dass in diesem Jahr zahlreiche weitere Sozialwohnungen bezogen werden können. „Insgesamt fördert Hamburg pro Jahr etwa neun Mal so viele Wohnungen wie im Bundesschnitt“, verkündete Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt.

Die Senatorin ist zudem optimistisch, dass der Wohnungsbau insgesamt auf hohem Niveau verbleibt. Denn in der Vergangenheit wurden 18.412 Baugenehmigungen erteilt, die noch nicht fertiggestellt sind. „Fast 80 Prozent der genehmigten Wohnungen werden frei finanzierte oder Eigentumswohnungen sein“, kritisiert hingegen Heike Sudmann, wohnungspolitische Sprecherin der Linken. „Für Neubauten gibt es keine Mietpreisbremse – die hohen Mieten fließen in den Mietenspiegel ein und treiben damit die Mieten noch weiter nach oben: Das ist öffentlich geförderter Mietenwahnsinn.“

Bei den Neubauten liegt die Durchschnittsmiete derzeit bei mehr als 12 Euro pro Quadratmeter. Und der Anteil der Sozialwohnungen wird immer geringer. Noch 1994 war fast jede vierte Hamburger Wohnung preisgebunden. Heutzutage ist nur noch jede zehnte Wohnung eine Sozialwohnung. Dabei hätten eigentlich 40 Prozent der Bevölkerung Anspruch auf solch eine Wohnung. „Der Drittelmix des Senats ist völlig unzureichend. Wenn jetzt nur ein Fünftel der Neubauwohnungen gefördert wird, wird Wohnen für immer mehr Menschen unbezahlbar“, beklagt Sudmann.

Die Stadt sei in der Verantwortung mehr in den sozialen Wohnungsbau zu investieren. Sie verweist auf das Beispiel Wien. In der Hauptstadt Österreichs gäbe es deutlich mehr Sozialwohnungen. „Zwei Drittel der Wiener leben in diesen Wohnungen, die Stadt gibt dafür jährlich 600 Millionen Euro aus“, erläutert Sudmann. „Da ist Hamburg mit seinen 125 bis 175 Millionen Euro wirklich untere Liga.“

Text: Jonas Füllner
Foto: lichtkunst.73/pixelio.de

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