Freunde : Luxushotel trifft Straßenmagazin

Mitte Februar wird die Crew des Hotels Vier Jahreszeiten für Hinz&Künztler kochen. Wie es ist, in einem Luxushotel zu arbeiten – darüber sprach unsere Jugendredakteurin mit einer Auszubildenden des Etablissements.

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Hat zu ihrer Überraschung viel über Tee gelernt: Kaja Hanssen

Dicker Teppich dämpft die Schritte, prachtvolle Kronleuchter werfen Licht auf goldgerahmte Spiegel – die prunkvolle Eingangshalle des 5-Sterne-Hotels Vier Jahreszeiten am Neuen Jungfernstieg lässt Besucher staunen. Doch auch Kaja Hanssen kann sich nicht sattsehen an der Pracht. Dabei arbeitet die 22-Jährige nun schon seit fast drei Jahren hier – als Auszubildende zur Hotelfachfrau.

Nun wollen Teile der Hotel-Crew am 17. Februar für Hinz&Kunzt kochen. Das findet die Kaja Hanssen fantastisch. „Letztes Jahr gab es Spätzle mit Geschnetzeltem. Das ist ja so ein richtig schönes Essen, mit dem man sich den Bauch vollhauen kann“, sagt sie. Sie selbst war im vergangenen Jahr nicht dabei, hat sich aber davon erzählen lassen: Von der tollen Atmosphäre und davon, wie entspannt und froh alle waren.

Leider muss Kaja auch dieses Jahr wieder im Luxushotel arbeiten, anstatt bei Hinz&Kunzt mit anzupacken. Das findet die Auszubildende schade, denn es tut ihr immer wieder leid, Obdachlose zu sehen, aber ihnen nicht helfen zu können.

Wenn Kaja nicht gerade ihren Pflichten als Hotelfachfrau nachgeht, genießt sie die gemeinsame Zeit mit ihrem Freund, geht gerne Essen und Bummeln in Hamburg. Außerdem hat Kaja schon immer gerne in der Gastronomie gearbeitet. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in der Bar ihrer Eltern. Dann begann sie, sich bei unterschiedlichen Hotels zu bewerben. „Um zu üben“, so die Auszubildende, die sich wünschte, am Ende den Vertrag beim Hotel Vier Jahreszeiten unterzeichnen zu können.

Das Vorstellungsgespräch lief dann ganz anders als gedacht: „Ich habe vorher alle Zimmer auswendig gelernt und was für Restaurants es so gibt – das wollte aber gar keiner von mir wissen. Die wollten wissen, wer ich eigentlich bin, was mich auszeichnet und was ich so mache“, erinnert sie sich. Seit dem Ausbildungsbeginn ist jeder Tag eine Herausforderung. Kein Wunder, schließlich muss sie manchmal Gäste wie das holländische Königspaar bedienen.

Womit sie nicht gerechnet hat: „Hier lernst du unheimlich viel über Tee!“ Auch unangenehme Situationen musste sie schon mal meistern: „Zur Weihnachtszeit – ich glaube, das war mein erstes Weihnachten hier – da habe ich immer sehr viel Schokolade gegessen. Einmal ist mir doch tatsächlich der Rock gerissen“, erzählt Kaja und grinst. Ich war quasi auf dem Weg zu einem Gast, als jemand meinte: Kaja, das war ein bisschen viel Schokolade … Gott sei Dank haben wir immer ein paar mehr Kostüme im Schrank. Das war peinlich! Ich hoffe, das hat niemand gesehen.“

Foto: Dmitrij Leltschuk
Text: Elisa Haupert

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