Spendenkampagne : Leerstandsmelder sucht Unterstützer

Der Leerstandsmelder.de plant eine Rundumerneuerung. Künftig sollen Leerstände auch von unterwegs gemeldet werden können. Doch für den Umbau benötigen die Macher dringend Geld.

Leerstandsmelder_Spende
Das Eckhaus am Schulterblatt wurde 2010 kurzfristig besetzt. Noch heute stehen dort fast alle Wohnungen leer.

Leerstände von unterwegs melden und das mit einer deutlich leichteren Bedingungsoberfläche. Das sind die Pläne von Leerstandsmelder.de. Doch die technische Rundumerneuerung kostet Geld. Deswegen haben die Macher um Leerstandsmelder.de-Gründer Michael Ziehl eine Spendenkampagne gestartet. Bislang kamen durch das sogenannte Crowdfunding mehr als 5000 Euro zusammen. In den verbleibenden sieben Tagen hoffen Ziehl und seine Kollegen auf weitere Spenden.

10.000 Euro werden benötigt, um eine App zu entwickeln, sagt Stadtplaner Michael Ziehl. Damit könnten direkt vor Ort Leerstand per Mobilgerät auf der Portal-Seite eingetragen werden. Er geht davon aus, dass die Anzahl der gemeldeten Objekte deutlich erhöht werden könnte.

„Wir haben bereits gezeigt, dass es auch in einer wachsenden Stadt wie Hamburg sehr viel Leerstand gibt“, sagt Michael Ziehl. „Das kann kein Politiker und kein Investor wegreden.“ Initiativen aus dem Netzwerk Recht auf Stadt hatten immer wieder Leerstand moniert und teilweise sogar mit symbolischen Hausbesetzungen eine Nutzbarmachung eingefordert. Aber erst mit dem Leerstandsmelder.de, der aktuell mehr als 850 Leerstände für Hamburg auflistet, wurde die Problematik für eine breitere Öffentlichkeit sichtbar. Die 2013 verabschiedete Verschärfung des Hamburger Wohnraumschutzgesetzes zur Bekämpfung des Leerstands sei auch auf den Leerstandsmelder zurückzuführen, sagt Ziehl.

Doch nach mittlerweile fünf Jahren sei die Zeit für eine Rundumerneuerung gekommen. Vor allem geht es darum, die Nutzerfreundlichkeit und Wahrnehmung von Leerstandsmelder.de zu erhöhen. „Das alles schaffen wir nicht komplett unentgeltlich wie bisher“, erklärt Ziehl. „Daher die Crowdfunding-Kampagne und die herzliche Bitte diese zu unterstützen.“

Auch in der Redaktion von Hinz&Kunzt haben wir immer wieder auf Veröffentlichungen aus dem Leerstandsmelder zurückgegriffen. 2013 präsentierten wir mit Hilfe des Online-Portals im Leerstands-Adventskalender skandalöse Leerstände. Und in unsere Mulitmedia-Reportage „Meine Platte, mein Zelt, mein Container“ bauten wir in Zusammenarbeit mit dem Leerstandsmelder eine Karte der Hamburger Leerstände ein.

„Für uns ist die Kampagne auch ein Votum, ob Leerstandsmelder.de langfristig bestehen bleiben soll“, sagt Ziehl. „Erreichen wir nicht die ‚Fundingschwelle’ von 10.000 Euro werden wir Leerstandsmelder.de mittelfristig abstellen.“

Wer Leerstandsmelder.de unterstützen möchte, kann hier auf unterschiedliche Art und Weise für das Projekt Geld investieren: https://www.startnext.com/leerstandsmelder

Text: Jonas Füllner
Foto: Action Press / Matthias Braun

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