Reduzierung der Wohnunglosigkeit : Konkrete Ziele gefordert 

120 Gäste hörten am Mittwoch den sozialpolitischen Sprecherinnen der Bürgerschaftsfraktionen zu, als sie über die Reduzierung der Wohnungslosigkeit diskutierten. Ein Vorschlag: Zwangsräumungen aus städtischen Wohnungen untersagen.

Diskutierten über Wohnungslosigkeit: Friederike Föcking (CDU), Hinz&Kunzt-Chefredakteurin und Moderatorin Birgit Müller und Ksenja Bekeris (SPD). Nicht im Bild: Cansu Özdemir (Linke), Katharina Fegebank (Grüne), Martine Kaesbach (FDP) und Sozialwissenschaftler Volker Busch-Geertsema.
Diskutierten über Wohnungslosigkeit: Friederike Föcking (CDU), Hinz&Kunzt-Chefredakteurin und Moderatorin Birgit Müller und Ksenja Bekeris (SPD). Nicht im Bild: Cansu Özdemir (Linke), Katharina Fegebank (Grüne), Martine Kaesbach (FDP) und Sozialwissenschaftler Volker Busch-Geertsema.

Am liebsten wäre Ksenja Bekeris, wenn kein Mieter mit sozialen Problemen mehr aus einer Wohnung der Saga/GWG zwangsgeräumt würde. „Das wäre mein Wunsch“, sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion im Gespräch mit Hinz&Kunzt: „Wir wissen, dass Räumungen in die Obdachlosigkeit führen.“ Bereits jetzt würde das städtische Wohnungsbauunternehmen viel dafür tun, dass Räumungen ihrer Mieter abgewendet werden können. Über alles weitere führe sie Gespräche mit der Geschäftsführung. „Wir sind uns da sehr einig“, sagt Bekeris dazu. Trotzdem: 2013 wurden aus den Wohnungen der Saga/GWG 484 Mieter zwangsgeräumt.

Bekeris Idee kann dazu beitragen, die Wohnungslosigkeit in Hamburg zu reduzieren. Sie gab sie auf einer Veranstaltung des Bündnis gegen Wohnungslosigkeit am vergangenen Mittwoch preis. Die sozialpolitischen Sprecherinnen aller Bürgerschaftsfraktionen diskutierten dort, wie die Zahl der Wohnungslosen innerhalb von fünf Jahren halbiert werden kann. Das Bündnis schätzt die Zahl derjenigen, die in Hamburg keine eigene Wohnung haben, aktuell auf 7800.

Video: Wie kann die Wohnungslosenzahl halbiert werden?

Bislang verwaltet Hamburg die Wohnungslosigkeit, anstatt sie zu bekämpfen. So sieht es jedenfalls Bettina Reuter, Sprecherin des Bündnis gegen Wohnungsnot: „Wir werden nicht locker lassen und weiter darauf dringen, dass sich Hamburg konkrete und ehrgeizige Ziele zur Reduzierung der Wohnungslosigkeit setzt.“ Auch die CDU-Abgeordnete Friederike Föcking sprach sich dafür aus, „klare Ziele“ zu benennen. Eine konkrete Zusage, die Wohnungslosenzahl in fünf Jahren zu halbieren, gab es allerdings nicht. Auch Ksenja Bekeris mochte sich darauf nicht festlegen. Immerhin sagte sie: „Ich möchte in zehn Jahren einen massiven Abbau verkünden dürfen.“

Text, Foto und Video: Benjamin Laufer

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