KunztKollektion : Hoch die Tassen

Bunt, alltagstauglich und der totale Kassenschlager: Auszubildende der Otto Group haben einen Kaffeebecher entwickelt. Jetzt gibt es ihn auch im Hinz&Kunzt-Shop.

(aus Hinz&Kunzt 250/Dezember 2013)

Praktisch, schick und in Deutschland hergestellt: Azubi Max zeigt stolz den „Hamburg zeigt Herz“-Becher für unterwegs, der jetzt auch im Hinz&Kunzt-Shop zu kaufen ist.
Praktisch, schick und in Deutschland hergestellt: Azubi Max zeigt stolz den „Hamburg zeigt Herz“-Becher für unterwegs, der jetzt auch im Hinz&Kunzt-Shop zu kaufen ist.

Hinz&Kunzt und der Han­delskonzern Otto haben im Jubiläumsjahr Bande geknüpft: Unternehmer Dr. Michael Otto machte bei der Plakatkampagne zum 20. Geburtstag mit und schlug vor, dass Azubis der Otto Group sich das Straßenzeitungsprojekt genauer ansehen sollten. Beim „Stadtrundgang Nebenschauplätze“ lernten die Nachwuchskräfte Hinz&Kunzt und die Situation von Obdachlosen kennen – und wollten sich engagieren.

Die angehenden Kaufleute und Mediengestalter entschieden, ein Produkt zu entwickeln und zugunsten von Hinz&Kunzt zu verkaufen. „Ich wollte etwas beisteuern, weil es darum geht, dass Menschen, die es in der Gesellschaft schwer haben, eine Chance bekommen“, sagt Tobias Lohmeier.

Der Bürokaufmann-Azubi – mit 17 Jahren das Küken der Gruppe aus rund 20 Lehrlingen – übernahm die Projektleitung. Das Team beschloss, einen ­Porzellan-Kaffeebecher zum Mitnehmen zu produzieren. An ihr neues Produkt hatte die Gruppe ganz schön hohe Ansprüche. Der Becher sollte gut aussehen und es sollte eine Verbindung zu Hinz&Kunzt geben – auf keinen Fall aber wollten die Azubis irgendetwas über die „Obdachlosen-Mitleidsschiene“ laufen lassen. Zudem wollten sie, dass „keine Giftstoffe drin sind und die Produktion mit rechten Dingen zugeht“, sagt Tobias. Die Azubis setzten darauf, dass die Becher „für die Ottonen (die Otto-Mitarbeiter, die Red.) attraktiv sind, weil wir auch an den Aspekt soziale Verantwortung gedacht haben“. Mediengestalter-Azubi Max Voigt (23) wuppte die Herausforderung und entwarf schlanke weiße Becher mit nordisch-coolen Hamburg-Motiven in drei Farbvarianten.

850 Becher orderten die Azubis – und waren gar nicht sicher, ob sie die im eigenen Unternehmen loswerden würden. Was dann passierte, war „der völlige Wahnsinn“, erzählt Tobias. Es gab einen regelrechten Ansturm! Am ersten Verkaufstag in der Otto-Kantine waren bis 9 Uhr morgens 300 Becher verkauft. Um 15 Uhr gab es nur noch Restbestände. Am Nachmittag trudelten die ersten E-Mails von Kollegen ein, die leer ausgegangen waren: „Wann gibt’s neue Becher?“ Damit hatte niemand gerechnet. „Um eine zweite Auflage kamen wir nicht herum“, sagt Tobias.
Auch bei Hinz&Kunzt sind alle so begeistert von dem Becher, dass die pinkfarbene Variante mit „Hamburg zeigt Herz“-Schriftzug ab sofort im Hinz&Kunzt-Shop zu kaufen ist.

Unverhoffter Erfolg: Dass ihnen ihre Becher quasi aus den Händen gerissen werden, damit haben die Otto-Azubis Kirsten Frahm, Felicitas Rohde, Anna Merklinger, Tobias Lohmeier, Max Voigt, Annika Thörren, Melanie zum Brook und Sean Buzdirahardjo  (von links) nicht gerechnet.
Unverhoffter Erfolg: Dass ihnen ihre Becher quasi aus den Händen gerissen werden, damit haben die Otto-Azubis Kirsten Frahm, Felicitas Rohde, Anna Merklinger, Tobias Lohmeier, Max Voigt, Annika Thörren, Melanie zum Brook und Sean Buzdirahardjo (von links) nicht gerechnet.

Insgesamt haben Tobias und seine Mitstreiter mehr als 2000 Becher zugunsten von Hinz&Kunzt verkauft. Ein Riesenerfolg: Fast 5600 Euro spenden die Otto-Azubis an das Hamburger Straßenmagazin. Das freut auch Dr. Michael Otto: „Die professionelle Umsetzung hat mich sehr beeindruckt, und es freut mich umso mehr, dass diese Aktion eine so beachtliche Spendensumme erzielt hat.“

Text: Beatrice Blank
Fotos: Dmitrij Leltschuk

„Hamburg zeigt Herz“-Becher aus Porzellan mit Silikondeckel, in Deutschland ­gefertigt, 8,50 Euro, zu haben im Hinz&Kunzt-Shop

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