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Wen Obdachlose wählen

Auf dem Titelblatt: Unser Verkäufer Andi nahm Ende Juli an der Hinz&Kunzt-Testwahl teil. Bei ihm und anderen Hinz&Künztlern herrscht allerdings auch viel Frust und wenig Hoffnung in Hinblick auf die Bundestagswahl.

Geschichten aus unserem Alltag

Natürlich beschäftigt auch uns die Bundestagswahl am 24. September. Obdachlose dürfen nämlich unter bestimmten Bedingungen wählen. Und natürlich wollen wir wissen, wie die Hinz&Künztler abstimmen würden. Dafür haben wir die Redaktion für einen Vormittag umgebaut und mit provisorischen Wahlkabinen aus Pappe ausgestattet. Wahlzettel lagen auf Deutsch, Polnisch und Rumänisch aus. Das Wahlergebnis ist wirklich eine Überraschung.

Annabel Trautwein und Ulrich Jonas aus der Redaktion zählen die Stimmen der Hinz&Künztler aus, die bei der Testwahl mitgemacht haben. Foto: BELA

Und es gibt deutliche Unterschiede zwischen Hinz&Künztlern mit und ohne Dach über dem Kopf. Seit er wieder eine Wohnung habe, sei sein Horizont ein ganz anderer, sagte Jörg. Früher habe er für so etwas wie eine Wahl keinen Kopf gehabt.

Unsere Stadtführer Chris und Harald sind ganz schön im Stress. Sie haben bis einschließlich Juli schon 4500 Menschen ihr Hamburg gezeigt und aus ihrem Leben erzählt. Das sind so viele wie im gesamten Jahr 2016. „Spaß macht es aber immer noch“, sagt Chris, der lange auf der Straße gelebt hat und Alkoholiker ist. „Die Rundgänge sind die beste Therapie für mich.“ Harald kann dem nur zustimmen. Er hat seine Drogensucht inzwischen im Griff und lebt in einer kleinen Wohnung. Und damit das Buchen der Führungen noch unkomplizierter wird, kann man das inzwischen auch online machen. „Das wird richtig gut angenommen!“, sagt Chris.

Ihre Birgit Müller, Chefredakteurin

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