Hamburger Spendenparlament : Großspende hilft Menschen ohne Papiere

Mit mehr als 200.000 Euro unterstützt das Hamburger Spendenparlament in Zukunft 17 Hilfsprojekte in ihrem Kampf gegen Armut und Ausgrenzung. Der Löwenanteil der Spendensumme geht an die medizinische Beratung für Menschen ohne Papiere.

Spendenparlament
Seit 19 Jahren unterstützt das Hamburger Spendenparlament Initiativen und Projekte im Kampf gegen Armut.

Dank der finanziellen Unterstützung durch das Hamburger Spendenparlament können zahlreiche Obdachlosen- und Flüchtlingsprojekte ihre Arbeit fortführen oder gar ausbauen. Am Mittwoch entschieden die Vereinsmitglieder über die Verteilung von Spenden in Höhe von 213.000 Euro. Insgesamt sichert das Spendenparlament in diesem Jahr die Arbeit von 17 Hilfsprojekten.

Zuschüsse erhalten zahlreiche Projekten, die Obdachlosen, Wanderarbeitern oder auch Flüchtlingen helfen. 5000 Euro bewilligte das Spendenparlament beispielsweise für das ehrenamtliche Essensangebot für Obdachlose im Winternotprogramm. Diese Summe steht ab sofort für den Einkauf von Lebensmitteln bereit. Kleine Projekte wie das gemeinsame Adventssingen des TSV Wandsbek mit Hamburgern und Flüchtlingen freuen sich über 300 Euro. Der Löwenanteil von 106.000 Euro ging an medizinische Hilfsangebote für Menschen ohne Krankenversicherung. Durch einen teuren Krankenhausaufenthalt häufen sich bei ihnen normalerweise schnell Schulden an. Betroffen sind Flüchtlinge ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und Osteuropäer, die Schwarzarbeit verrichten. Trotz schwerwiegenden Erkrankungen gehen einige lieber nicht zum Arzt. Jetzt können im Bedarfsfalle Patienten dank der Unterstützung durch das Spendenparlament sogar stationär behandelt werden, wenn die medizinischen Möglichkeiten der ambulant Behandelnden ausgeschöpft sind.

Auch die Suppenküche für Obdachlose in der Eimsbütteler Kirchengemeinde St. Bonifatius erhält eine Spende. Seit 2003 bieten Gemeindemitglieder regelmäßig etwa 100 Obdachlosen unentgeltlich, einfache Gerichten an. Ehrenamtlich und finanziert aus Spenden. Inzwischen war eine Renovierung der Küchenausstattung unausweichlich. Die Kosten von 9000 Euro konnten allerdings nicht alleine aus Spenden der Kirchengemeinde getragen werden. Weil das Hamburger Spendenparlament den Fehlbetrag über 2261 Euro übernahm, ist ein Weiterbetrieb der Suppenküche gesichert.

Mehr als 10 Millionen Euro flossen durch die Spendensammlungen inzwischen an Hilfsprojekte. 1996 hatten der damalige Landespastor und Hinz&Kunzt-Gründer Stephan Reimers zusammen mit engagierten Bürgern das Hamburger Spendenparlament gegründet, um unbürokratisch, transparent und demokratisch Projekte und Initiativen in ihrem Kampf gegen Armut, Obdachlosigkeit und Isolation zu unterstützen. Eine Liste aller unterstützen Projekte findet sich hier: http://www.spendenparlament.de/projekte/projektdatenbank/

Text: Jonas Füllner
Foto: Hamburger Spendenparlament

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