Wohnungen für Studierende : „Für die Mehrzahl nicht zu bezahlen“

Studierendenwerks-Chef Jürgen Allemeyer beklagt, dass die Neubauten an tatsächlichen Nachfrage der Studierenden vorbeigeht. Foto: Mauricio Bustamante

In Hamburg werden immer mehr Wohnungen gebaut, die sich ausdrücklich an Studierende wenden. Doch das ist nur zum Teil erfreulich: Das Studierendenwerk beklagt, dass sie viel zu teuer seien.

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Eigentlich ist es ja eine gute Nachricht: Nach einer aktuellen Analyse des Hamburger Studierendenwerks wird die Zahl der Wohnmöglichkeiten für Studierende in der Stadt bis zum Jahr 2022 auf 8700 steigen. 2014 waren es noch 1400 gewesen. Damals wurden Erstsemester sogar notdürftig in Turnhallen untergebracht.

Doch die Meldung über mehr studentischen Wohnraum hat einen gewaltigen Haken: Wahrscheinlich werden die meisten Nachwuchsakademiker ihn sich nicht leisten können. Das befürchtet zumindest das Studierendenwerk.

Geschäftsführer Jürgen Allemeyer sagt: „So sehr wir uns über mehr Wohnmöglichkeiten freuen, so sehr befürchten wir, dass diese Entwicklung nicht nur an der tatsächlichen Nachfrage der Studierenden vorbeigeht, sondern zu weiteren Mietsteigerungen führen wird.“

Denn viele der neuen Wohnungsangebote, die sich an Studierende richten, seien viel zu teuer. Bereits jetzt seien Mieten von 550 Euro für Wohnungen „keine Seltenheit“, sagt Allemeyer. Und das, obwohl Bafög-Empfänger gerade einmal 250 Euro für die Miete vom Staat erhalten – wenn sie den Höchstsatz bekommen. Da sind die Hamburger Mieten natürlich ein Problem. Allemeyer: „Das ist für die Mehrzahl der Studierenden und Auszubildenden ohne zeitintensiven Nebenverdienst oder noch stärkere elterliche Hilfe nicht zu bezahlen.“

Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

1 Kommentar zu “„Für die Mehrzahl nicht zu bezahlen“

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