Bündnis für das Wohnen : Fast 7000 neue Wohnungen fertiggestellt

Knapp 7000 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr in Hamburg gebaut. Allerdings ist der Anteil der fertig gestellten Sozialwohnung zu gering, kritisiert der Sozialverband Hamburg. Denn alleine in diesem Jahr fallen knapp 7000 Wohnungen aus der Preisbindung.

Bauwirtschaft
Der Wohnungsbau geht voran: 2014 wurden nicht nur 6974 Wohnungen fertig gestellt, sondern zudem 11.000 Baugenehmigungen erteilt.

Der Wohnungsbau in Hamburg kommt voran: Knapp 7000 Wohnungen wurden im vergangenen Jahr fertig gestellt. Damit hat der Senat sein selbst gestecktes Ziel von 6000 neuen Wohnungen pro Jahr übertroffen. „Das ist ein gutes Zeichen, denn nur der Wohnungsneubau kann den Wohnungsmarkt in der Stadt nachhaltig entlasten“, sagt Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt.

Ein Großteil der exakt 6974 fertig gestellten Wohnungen wird allerdings im hochpreisigen Segment angeboten. Nur etwa 2000 der Neubauwohnungen sind Sozialwohnungen. Den Schwund günstiger Wohnungen können sie kaum abfedern. Denn allein in diesem Jahr fallen 6931 Sozialwohnungen aus der Preisbindung – entweder durch den Ankauf und die Verlängerung weitere Preisbindungen oder den Bau weiterer Sozialwohnungen könnte der Senat diese Tendenz stoppen.

6000 neue Sozialwohnungen fordert deswegen der Sozialverband Hamburg (SoVD). „Nur dann schaffen wir ein Korrektiv zum teuren freien Wohnungsmarkt“, sagt SoVD-Vorstand Klaus Wicher. Er warnt gar vor einer Immobilienblase. 2007 hatte die Spekulation mit Immobilien in den USA und Spanien ein große Finanzkrise ausgelöst. Inzwischen würden auch in Hamburg „die Kaufpreise für Wohnimmobilien wesentlich schneller wachsen als die Mieten“, berichtete vor wenigen Tagen Die Zeit. „Mit dem starken Mietanstieg gehen derzeit keine unmittelbaren Risiken einher“, sagte hingegen Claus Michelsen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bereits Ende 2014. Vermehrte Kreditvergaben für Immobilien oder kürzere Zinsbindungen wie in den USA und Spanien lassen sich nach Auffassung des DIW hierzulande nicht beobachten.

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt verweist lieber auf die Erfolge des Bündnisses für das Wohnen: Bereits 2013 wurden 6407 Wohnungen fertiggestellt. In die Neubauten würden überwiegend Hamburger ziehen. Ihre Wohnungen stünden anschließend zur Neuvermietung bereit. Einer Studie der Behörde zu Folge löst der Neubau somit einen regelrechten „Sickereffekt“ aus. Günstigere Wohnungen gelängen am Ende der Kette wieder auf den Wohnungsmarkt.

Doch aktuell können Vermieter fast beliebig an den Preisen schrauben. Bei Wohnungsangeboten lag die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter laut einer Untersuchung von Schülern des Gymnasiums Ohmoor im vergangenen Jahr bei 11,79 Euro. Denn anders als in Berlin scheut der Hamburger Senat noch die Umsetzung der seit dem 1. Juni gültigen Mietpreisbremse. Erst einmal will sich die Behörde mit der Immobilienwirtschaft im Bündnis für das Wohnen abstimmen. Erst danach wird auch in Hamburg extremen Auswüchsen auf dem Wohnungsmarkt endlich ein Riegel vorgeschoben.

Text: Jonas Füllner
Foto: Actionpress/Isopix Sprl

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