Erneut Obdachlose vertrieben

Erneut wurden Obdachlose von ihrer „Platte“ vertrieben. Seit knapp einem Jahr lebten die beiden Obdachlosen Krzysztof und Uwe unter einer Fußgängerbrücke an der viel befahrenen Willy-Brandt-Straße.

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Knapp ein Jahr lebte der Obdachlose Uwe mit seinem Freund Krzysztof unter einer Brücke am Hopfenmarkt.

Jetzt allerdings habe es nach Angaben des Bezirks Mitte Beschwerden von Bürgern gegeben. Deswegen wurden die Obdachlosen Anfang der Woche aufgefordert, ihre Platte zu räumen. „Die beiden Obdachlosen wurden zudem auf Hilfsangebote wie das Haus Jona oder die Unterkunft Pik As verwiesen“, sagt Bezirkssprecherin Sorina Weiland.

Das Pik As sei für ihn aber keine Alternative, sagt Uwe. „Da wird geklaut.“ Er zieht die Straße sogar dem Pik As vor. Bereits vor einem Jahr wurden Krzysztof und Uwe nur wenige Meter entfernt von ihrer aktuellen„Platte“ vertrieben. Damals schliefen sie am leer stehenden Allianz-Haus. Der Eigentümer ließ allerdings einen Zaun um das Gebäude ziehen, damit dort keine Obdachlosen mehr nächtigen.

Vor einer erneuten Vertreibung hat Uwe keine Angst. Er solle dorthin gehen, wo seine Platte nicht so öffentlich ist, hätte man ihm geraten. Deswegen will Uwe mit seinem Freund Kryztof jetzt weiterziehen und sich an einem anderen Ort niederlassen.

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Nur die notwendigsten Dinge konnte Uwe bei der Räumung mitnehmen. Der Rest kommt auf den Müll.

Seit Anfang des Monats hat der Bezirk Altona mehrfach Obdachlose am Nobistor vertrieben. Tatsächlich schlafen immer mehr Obdachlose in Parks oder auf öffentlichen Plätzen. „Man darf man sich an diesen Zustand nicht gewöhnen“, sagt Stephan Karrenbauer, sozialpolitischer Sprecher von Hinz&Kunzt. „Viele werden von einer Ecke in die andere getrieben und verelenden auf ihren Schlafplätzen. Für die Hamburger und erst recht für die Obdachlosen ist das unerträglich.“ Hinz&Kunzt hatte deswegen gefordert, Obdachlose in den teilweise leerstehenden Flüchtlingsunterkünften unterzubringen, statt sie in den Parks sich selbst zu überlassen. Doch die Behörde lehnte kategorisch ab.

Text und Foto: Jonas Füllner

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