Werbeaktion : Eine Schutzhütte als Mahnung

Eine mobile Werbetafel soll die Aufmerksamkeit auf das Thema Obdachlosigkeit lenken. Foto: Philipp und Keuntje

Eine mobile Werbetafel weist in Hamburg seit dieser Woche auf das Schicksal obdachloser Menschen hin. Auch als Notschlafplatz dient das “City Life Billboard”.

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Bis spätestens 2030 soll niemand mehr auf der Straße leben müssen. Neben der Europäischen Union und der Bundesregierung bekennen sich inzwischen fast alle Bundesländer zu diesem hehren Ziel – auch Hamburg. Da sich die Zahl der Obdachlosen in der Stadt im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt hat, sind Zweifel angebracht. Der Senat müsse dringend sein Engagement verstärken, fordern jetzt nicht mehr nur Sozialeinrichtungen, sondern auch Werbetreibende in Hamburg.

Mit der Kampagne „City Life Billboard“ rückt die Agentur Philipp und Keuntje das Thema im Zusammenspiel mit Hinz&Kunzt in den Fokus der Öffentlichkeit. Auf einer mobilen Werbetafel können Unternehmen Anzeigen schalten, während der Anhänger Obdachlosen als Schutzraum dient. Sogar übernachten ist möglich: Im Inneren des Wagens dient ein weicher, isolierter Boden als Notschlafplatz. Einen Wasseranschluss gibt es nicht, aber immerhin einen Stromanschluss, eine abschließbare Tür und einen Notausgang

Für die ersten Wochen konnte die Werbekampagne bereits Sponsoren finden, die die Kosten decken. Mit möglichen weiteren Einnahmen sollen Wohnungen oder Hostels für Menschen auf der Straße angemietet werden. „Wohnen ist ein Grundrecht. Deshalb ist es ein Armutszeugnis für unser Land, dass dieses Grundrecht so vielen Menschen vorenthalten wird“, sagt Hinz&Kunzt-Geschäftsführer Jörn Sturm. Hinz&Kunzt vertrete weiterhin den Anspruch, Menschen von der Straße dauerhaft in Wohnungen unterzubringen. Trotzdem sei das „City Life Billboard“ eine gute Gelegenheit, Aufmerksamkeit für das Thema Obdachlosigkeit zu schaffen. „Durch die Positionierung des Wagens an prominenten Hamburger Plätzen rücken die Schicksale der Wohnungslosen in das Bewusstsein der Menschen.“

Autor:in
Jonas Füllner
Jonas Füllner
Studium der Germanistik und Sozialwissenschaft an der Universität Hamburg. Seit 2013 bei Hinz&Kunzt - erst als Volontär und inzwischen als angestellter Redakteur.

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