Wochenrückblick : Challenge für Obdachlose

Der Ice Bucket Challenge ist in aller Munde. Kreative Köpfe haben sich überlegt, wie davon auch Obdachlose profitieren können. Ob die „Clothingdonation-Challenge“ von Ex-Fußballprofi Marius Ebbers auch ein Erfolg wird?

Sogar unser Geschäftsführer hat’s getan. Jens Ade hat sich am Montag einen Eimer mit Eiswürfeln über den Kopf schütten lassen, um so auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam zu machen. Nominiert dazu hatte ihn unser ehemaliger Volontär André Rüssau auf seiner Facebook-Seite. Seit Wochen geht der Trend „Ice Bucket Challenge“ im Netz umher, Abertausende haben daran teilgenommen und Videos von ihren Eisduschen ins Internet gestellt. Die ALS-Kranken konnten so jede Menge Aufmerksamkeit für ihr Schicksal und Millionen Spendengelder zur Bekämpfung der Krankheit gewinnen. Kreativ für eine gute Sache eintreten: Das gefällt uns!

Auch Obdachlose konnten vom Internet-Hype profitieren. In Wiesbaden hat man das Konzept einfach modifiziert – statt für die ALS-Forschung zu spenden, unterstützten die Wiesbadener die „Teestube“. Die Einrichtung für Obdachlose der dortigen Diakonie hatte sich eine Trinkwasseranlage gewünscht und benötigte dafür 5000 Euro. Die hat sie bekommen –  auch weil die Feuerwehr gleich reihenweise Freiwillige nass gemacht hat, wie bei den Wiesbadener Nachrichten zu lesen ist. Sogar Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich hat beim hessischen Ice Bucket Challenge mitgemacht und der Teestube 50 Euro gespendet, berichtet der Radiosender FFH. Wir freuen uns für die Teestube!

Sogar Hinz&Kunzt selbst hat etwas von der ganzen Euphorie abbekommen. In einem Video bei Facebook erklären die Kiezkicker St. Pauli, warum sie nicht an der Ice Bucket Challenge teilgenommen haben – obwohl sie dafür nominiert wurden. Es sei bereits sehr viel Geld für die ALS-Forschung zusammen gekommen, sagt Kiezkicker Michael Jerry Lutz in dem Video. Deswegen spenden unsere Freunde 100 Euro an Hinz &Kunzt. „Wir heben unser Glas auf alle, die gerade kein Dach über dem Kopf haben“, sagt Lutz. „Es kommen auch wieder bessere Zeiten!“ Dankeschön, darüber haben wir uns wirklich sehr gefreut!

Genauso wie über die Spende von St. Paulis Bezirksamtsleiter Andy Grote! Er hat an uns, das St. Pauli Museum und Viva Con Agua gespendet und darauf ein Glas Eiswasser… getrunken! Im Facebook-Video nominiert er den Hauptgeschäftsführer der Hamburger Handelskammer Hans-Jörg Schmidt-Trenz, die Travestiekünstlerin Olivia Jones und TV-Moderatorin Judith Rakers, es ihm gleich zu tun. Wir sind gespannt, ob Grotes Challenge auch die Runde macht.

Wird #ClothingDonation die neue #IceBucketChallenge?

Und auch über die Idee von Ex-Fußballprofi Marius Ebbers werden sich viele Obdachlose freuen. Mittlerweile besitzt der ehemalige Spieler des FC St. Pauli das Bekleidungsgeschäft Ebb & Flow im Schanzenviertel und hat die „Clothingdonation-Challenge“ erfunden. Seine Idee: Unverkaufte Pullover, Mützen und Schaals werden in seinem Laden eingesammelt und an Obdachlose im Stadtteil verteilt. Die Verteil-Aktion hat er gefilmt und das Video auf Facebook veröffentlicht. Wie die Welt berichtet, haben die Stores von Hummel und Adidas in der Schanze Ebbers’ Herausforderung angenommen und wollen die Aktion nachahmen. Weitere könnten folgen. „Das muss natürlich nicht nur auf Geschäfte beschränkt sein“, freut sich Initiator Ebbers über die Fortführung seiner Idee in der Zeitung. „Wer zu Hause Kleidung hat, die er nicht mehr benötigt, darf diese natürlich auch sehr, sehr gern an Bedürftige verschenken.“ Das finden wir auch: Wäre doch schön, wenn die „Clothingdonation-Challenge“ genauso erfolgreich würde, wie die „Icebucket-Challenge“.

Text und Video: Benjamin Laufer

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