Rechter Terror : Ayşen Taşköprü fordert NSU-Untersuchungsausschuss

Vor 20 Jahren ermordete der NSU den Hamburger Süleyman Taşköprü. Seine Schwester erinnert an ihn. Foto: Dmitrij Leltschuk

Vor 20 Jahren erschossen Neonazis vom NSU den Hamburger Kaufmann Süleyman Taşköprü. Seine Schwester Ayşen Taşköprü erneuert ihre Forderung nach einem Untersuchungsausschuss. In Hinz&Kunzt erinnert sie an ihren Bruder.

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20 Jahre nach dem rechtsextremen Mord an Süleyman Taşköprü in Hamburg-Bahrenfeld erneuert die Schwester des Opfers in der Juni-Ausgabe von Hinz&Kunzt ihre Forderung nach Aufklärung. „Mein Wunsch ist weiterhin ein NSU-Untersuchungsausschuss in Hamburg“, sagte Ayşen Taşköprü dem Straßenmagazin. Bis heute sei das Versprechen von Bundeskanzlerin Merkel nach „lückenloser Aufklärung“ nicht eingelöst worden.

Unterstützt wird die Forderung von der Initiative NSU-Watch. „Alle Untersuchungsausschüsse haben neue Puzzleteile geliefert“, sagte Caro Keller von der Initiative gegenüber Hinz&Kunzt. Sie bemängelt Aussagen von Hamburger Ermittlern, nach denen es keine Spuren zum NSU-Kerntrio gegeben habe, denen die Polizei hätte folgen können. „Wenn man einmal mit der gleichen Kreativität in Richtung Rechts ermittelt hätte, mit der man die Familie drangsaliert hat, dann wäre man irgendwann auf die drei gestoßen. Das wurde einfach nicht gemacht.“

In der Juni-Ausgabe

Den Text von Ayşen Taşköprü über ihren Bruder Süleyman finden Sie in der Juni-Ausgabe. Außerdem: Interview mit Caro Keller von „NSU-Watch“ und Ibrahim Arslan, Überlebender des Anschlags von Mölln.

Zum Inhalt

Der Kaufmann Süleyman Taşköprü ist am 27. Juni 2001 in seinem Laden in der Bahrenfelder Schützenstraße von Terroristen des NSU erschossen worden. In der Juni-Ausgabe erinnert Hinz&Kunzt mit einem persönlichen Artikel von seiner Schwester Ayşen Taşköprü an ihren Bruder. „Bis 2001 hat mich Rassismus persönlich nie verletzt, aber seit 2001 fühle ich mich persönlich betroffen“, schreibt Taşköprü. „Die Bilder von meinem Bruder schießen mir ins Gedächtnis und ich komme damit nicht zurecht. Ich fühlte mich sicher in Deutschland und dieses Gefühl der Sicherheit haben diese Personen uns genommen.“

Artikel aus der Heft-Ausgabe:
Autor:in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD Digitales.

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