Fußball – das ganze Leben

Fotograf Mauricio Bustamante porträtiert Straßenfußballer aus aller Welt

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Ich habe Fußball in den ärmsten Vierteln von Bogotá fotografiert, im Hamburger Schanzenpark und beim Homeless Worldcup in Edinburgh. Mit der Zeit sind immer mehr Geschichten über Straßenfußball und die Menschen auf dem Spielfeld entstanden. Ich habe mir vorher kein Konzept zurechtgelegt. Ich habe einfach fotografiert, was mich interessiert hat.

Generation Karstadt

Im Kaufhaus-Restaurant in der Hamburger Osterstraße sind die Stammgäste alt, das Leben jung

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Brötchen, Lachs, Kaffee. Bruni sitzt seit halb zehn an ihrem Stammtisch. Mit zwei Fingern streift sie ein Haar von der Tischplatte. Wenn es heute Kohlrouladen gäbe, würde die 64-Jährige zum Mittag bleiben.

Helfen statt vertreiben

Warum sich Hinz&Kunzt für die bulgarischen Bettler einsetzt

(aus Hinz&Kunzt 160/Juni 2006)

Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) wird derzeit gefeiert wie ein Held: Er hat es geschafft, bulgarische Bettler aus der City zu vertreiben. Wir finden das menschlich und juristisch bedenklich.

Hüter der verlorenen Schätze

Liebesbriefe, Scheidungsakten, Vibratoren: Der Mann vom Fundbüro lernt die Menschen kennen. Dem Webdesigner hilft er ebenso wie dem Obdachlosen

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

Vor dem Fundbüro sind alle gleich. Von der Ledertasche über den Turnbeutel bis zum Rucksack mit den letzten Habseligkeiten: Nichts darf verlegt, nichts dem Falschen zurückgegeben werden. Dafür sorgt seit 14 Jahren Dieter Gehlmann.

Reich durch Hartz IV?

„In der Anreizfalle“: Wie eine Fernseh-Talkrunde Ressentiments gegenüber Arbeitslosen schürt und Halbwahrheiten verbreitet

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

„Arm durch Arbeit, reich durch Hartz IV? “ Eine unglaubliche These, die Sabine Christiansens Redaktion da in der Sendung vom 28. Mai aufstellte. Fünf Behauptungen aus dem einstündigen Politik-Talk – und was an ihnen dran ist.

Reise ins Ungewisse

Ihr Ur-Urgroßvater wanderte nach Amerika aus. Was aus ihm wurde, wusste niemand. Bis Autorin Lara Louwien aus Langeweile im Internet stöberte

(aus Hinz&Kunzt 161/Juli 2006)

Allein die Hoffnung trieb Heinrich Louwien aus Altona 1872 weit über die Grenzen Europas hinaus bis in die USA. Für eine ungewisse Zukunft in der Fremde verließ er Heimat und Familie. Der Auswanderer nahm Abschied für immer. Die Nachfahren haben sich im Internet wiedergetroffen.

Warum Hamburg seit neuestem Pyramiden baut

Frank Keil über die Schwierigkeiten, in der City noch ein Plätzchen zum Sitzen zu finden.

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Neulich am Hauptbahnhof. Ich hatte eine gute Stunde Zeit, bis mein Zug ging und was sollte ich da auf dem düsteren Bahnsteig warten? Also raus an die frische Luft, irgendwo hinsetzen. Vielleicht drüben auf dem Steintorplatz, grob Richtung ZOB. Ein breiter Gehweg, der sich zu einem kleinen Plätzchen erweitert, nebenan ein Parkplatz für hektische Kurzparker. An seiner einen Seite entlang eine Reihe mit halb hohen Quadern aus rotem Sandstein. Aber mit Pyramiden drauf. Material: Marmor. Na, da war ja jemand spendabel. Darauf soll man sitzen?

„Nur mit Einkaufstasche erwünscht“

Mark Wehrmann über Kleingärtnermentalität in der Stadtentwicklung

(aus Hinz&Kunzt 162/August 2006)

Mit dem Skateboard über das Pflaster brausen oder mit dem BMXRad schwungvoll Treppenstufen bewältigen, so lässt sich großstädtisches Leben genießen. Doch in der Hamburger Innenstadt haben es die Skater, BMX-Fahrer und Biker nicht leicht. Ein Gespräch mit dem Künstler und Biker Mark Wehrmann.

Bloß nicht krank werden

Mehrere tausend Menschen in Hamburg leben ohne Krankenversicherung. Warum?

(aus Hinz&Kunzt 163/September 2006)

Seit einem Jahr plagen Bertram Maier (Name geändert) Schmerzen in der Schulter. Der gelernte Tischler hat eine Rigipsplatte angehoben, seither taucht der Schmerz immer wieder auf. „Wahrscheinlich ein gezerrter Muskel“, meint der 44-Jährige. Doch was es genau ist, weiß er nicht. Manchmal geht er zu Freunden, die sind Heilpraktiker, und kauft sich bei ihnen homöopathische Kügelchen für 9,90 Euro. Die Schulter röntgen oder vom Arzt Medikamente verschreiben lassen – unbezahlbar. Denn Maier ist, seit er sich vor zehn Jahren selbstständig gemacht hat, nicht mehr krankenversichert.