Saga GWG : „Aus Versehen“ die Miete angehoben

Monatlich 125 Euro zusätzlich zur Miete. So viel verlangte die Saga von einer WG als Untermietzuschlag. Die meldeten sich empört beim Mieterverein. Die Saga zog die Forderung zurück. Das alles sei ein Versehen gewesen, so Sprecher Michael Ahrens.

Mietvertrag
Von einer weiteren Mieterin auf St. Pauli verlangte die Saga GWG einen Zuschlag von 64 Euro.

Im Bezirk Mitte hat die Saga GWG von mehreren Mietern überhöhte Untermietzuschläge verlangt. In der aktuellen Ausgabe der Mitglieder-Zeitung Mietraum berichten Mieter helfen Mietern (MHM) von einem „neuen Trend“ zu „überzogenen Forderungen“. Pro Quadratmeter hätten Sachbearbeiter des städtischen Wohnungsunternehmens monatlich etwa einen Euro von neuen Untermietern verlangt. „Das ist aus unserer Sicht ein Unding“, sagt MHM-Rechtsanwältin Eve Raatschen. „Übliche Untermietzuschläge liegen insgesamt zwischen fünf bis zehn Euro pro Monat.“

Wer in seiner Wohnung einen Untermieter aufnehmen möchte, benötigt dafür eine Untermieterlaubnis des Vermieters. Die Erlaubnis muss der Vermieter erteilen, wenn der Mieter nachvollziehbare wirtschaftliche oder auch persönliche Gründe für die Untervermietung gelten macht und ausreichend Platz in der Wohnung ist. Im Fall der betroffenen großen Wohngemeinschaft gab es seit Jahren eine gängige Untermietungspraxis. Die Saga GWG kassierte dafür einen Zuschlag von monatlich bis zu 10 Euro. Im Frühjahr verlangte der Sachbearbeiter allerdings plötzlich monatlich 125 Euro für die etwa 125 Quadratmeter große Wohnung bei einem erneuten Untermieterwechsel.

MHM-Rechtsanwalt Marc Meyer befürchtet, dass die Saga GWG durch die Hintertür die Miete erhöhen wollte. Alle überzogenen Forderungen seien schließlich aus einer einzigen Geschäftsstelle versendet worden. „Ich halte das Vorgehen für einen Testpiloten des Bezirks“, so Meyer. Saga-GWG-Sprecher Michael Ahrens weist den Vorwurf entschieden zurück: „Das Versehen des zu hohen Untermietzuschlags wurde seitens SAGA GWG erkannt und sofort nach Erkennen zurückgenommen.“ Da sich allerdings weitere Mieter über die überhöhten Forderungen beklagten, mag man bei MHM nicht so recht an einen Zufall glauben. „Die Saga GWG hat erst eingelenkt, als der Mieterverein eingeschaltet wurde und mit einem Gang vor das Gerichte gedroht hat“, kritisiert Meyer. Der Rechtsanwalt empfiehlt Mietern, die ungewöhnlich hohe Untermietzuschläge erhalten, sich unbedingt beraten zu lassen.

Text: Jonas Füllner
Foto: Actionpress / McPhoto

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