Straßenmagazine : „Asphalt“ rettet „TagesSatz“-Verkäufer*innen

Das neue Team: Asphalt-Geschäftsführer Georg Rinke, Verkäufer Stefan Marx und TagesSatz-Vorstand Ute Kahle. Foto: Joshua Kahle

Das Straßenmagazin aus Göttingen und Kassel hat nach 25 Jahren den Betrieb eingestellt. Hilfe in der Not bekommen die Verkäufer*innen von „Asphalt“ aus Hannover: Das Straßenmagazin bringt eine Regionalausgabe auf den Markt.

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Für rund 50 Verkäufer*innen in Göttingen und Kassel war es eine schlimme Nachricht: Das dortige Straßenmagazin „TagesSatz“ ist im Februar nach 25 Jahren zum letzten Mal erschienen. Als Grund für das TagesSatz-Ende werden „personelle und finanzielle Turbulenzen“ genannt. Nun springen die Kolleg*innen vom Hannoveraner „Asphalt“ in die Bresche – und bringen im März erstmals eine Regionalausgabe unter dem Titel „Asphalt-TagesSatz“ heraus. „Auch wenn dies, da die finalen Entscheidungen erst kurzfristig getroffen werden konnten, sehr ambitioniert war, haben wir gesagt, das machen wir“, sagt Asphalt-Geschäftsführer Georg Rinke.

Das neue Magazin wird teilweise mit den gleichen Artikeln wie die Hannoveraner Variante bestückt sein, aber andere Veranstaltungstipps, andere Szenenachrichten und andere Lokalgeschichten bringen. Auch der Titel der 4000 Exemplare wird anders gestaltet sein. Die März-Ausgabe ziert etwa das sogenannte Grenzdurchgangslager Friedland südlich von Göttingen – das dortige Museum soll mit Mitteln der Landesregierung vergrößert werden.

Eine Mitgliederversammlung des Trägervereins TagesSatz e.V. hatte Anfang Februar mit großer Mehrheit für die Rettungsmission durch Asphalt gestimmt. „Durch mehrere Todesfälle, Umzüge und Veränderungen im Lebensplan fehlen starke Stützen des Vereins und daher haben wir dankbar das Angebot aus Hannover angenommen, zur großen Asphalt-Familie zu wechseln und zukünftig gemeinsam eine Asphalt-TagesSatz-Ausgabe zu produzieren“, sagte die stellvertretende Vorsitzende Ute Kahle.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Untreue

Große Probleme bereitete dem TagesSatz aber offenbar auch ein ehemaliger Mitarbeiter: Er soll zwischen 2017 und 2019 bis zu 50.000 Euro aus der Vereinskasse entwendet haben. Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue.

Autor*in
Benjamin Laufer
Benjamin Laufer
Seit 2012 bei Hinz&Kunzt. Redakteur und CvD Digitales.

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