7. Konferenz zur sozialen Spaltung : Alt, älter, arm?

Was tun, wenn das Geld im Alter nicht reicht? Experten suchen nach Antworten auf der 7. Konferenz zur sozialen Spaltung. Foto: Uschi Dreiucker / pixelio.de

Was tun im Kampf gegen die Altersarmut? Damit beschäftigen sich Experten auf der 7. Konferenz zur sozialen Spaltung am Mittwoch. Wir haben vorab mit Organisator Jürgen Heilig über Rente, Grundsicherung und die Situation von Senioren in Hamburg gesprochen.

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Bei der 7. Konferenz zur sozialen Spaltung dreht sich alles um das Thema Altersarmut – warum dieses Thema jetzt?

Jürgen Heilig: Weil bei diesem Thema große Verunsicherung herrscht, und das schon seit 20 Jahren: Bei Norbert Blüm hieß es noch ‚Die Rente ist sicher’, dann wurden in der Bevölkerung Ängste geschürt: Es hieß. die gesetzliche Rente reiche nicht mehr, man müsse unbedingt privat vorsorgen. Aber nicht nur die Politik, auch die Wohlfahrtsverbände haben ganz unterschiedliche Ansichten darüber, wie viele Menschen etwa im Jahr 2030 von Altersarmut betroffen sein werden. Manche Studien gehen von 50 Prozent aus, andere von höchstens 15 Prozent. Auf der Konferenz wollen wir eine kritische Bestandsaufnahme der unterschiedlichen Positionen vornehmen.

Laut aktuellen Zahlen des Statistikamts Nord beziehen rund 24.000 Menschen über 65 Jahren in Hamburg Grundsicherung, doppelt so viele wie 2005. Hamburg ist damit bundesweit Negativspitzenreiter – wird es auch um die Gründe hierfür gehen?

Ja, Klaus Wicher, der Hamburger Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD) wird sich mit den Zahlen aus Hamburg in seinem Vortrag beschäftigen. In Hamburg ist die Zahl der Empfänger von Grundsicherung doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Besonders betroffen sind Langzeitarbeitlose, Minijobber, Niedriglohnempfänger, Frauen und Alleinerziehende. Zudem bezieht in Hamburg bereits jeder 4. ältere Mensch mit Migrationshintergrund Grundsicherung. Viele von ihnen haben früher als Hilfsarbeiter gejobbt.

7. Konferenz zur sozialen Spaltung

Bei der Veranstaltung der AG Soziales Hamburg und der Evangelischen Akademie der Nordkirche diskutieren 120 Experten aus Behörden, Gewerkschaft, Wissenschaft und Wohlfahrtsverbänden über Altersarmut. Die Konferenz am Mittwoch, 22. Februar, in der Schnittke-Akademie ist ausverkauft.

Der Kanzlerkandidat der SPD, Martin Schulz, hat eine Mindestrente ins Spiel gebracht, die deutlich über der jetzigen Grundsicherung liegt. Ein sinnvolles Rezept gegen Altersarmut?

Was Martin Schulz gesagt hat, ist im Prinzip ja nichts Neues. Das steht auch schon im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, nur dass es da nicht Mindestrente heißt sondern solidarische Lebensleistungsrente. Neu ist seine Interpretation, dass diese deutlich höher sein muss als die Grundsicherung und das wird auch der Fall sein müssen. Ebenso, dass alle Bevölkerungsgruppen in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen.

Werden am Ende der Konferenz konkrete Empfehlungen zum Umgang mit Altersarmut stehen?

Wir werden an diesem einen Tag natürlich nicht das Patentrezept gegen Altersarmut finden, das wäre vermessen. Aber wir sehen es als ersten Schritt an, das Thema stärker ins Bewusstsein zu bringen, gerade auch auf lokaler Ebene. Was kann ein Senat, was können einzelne Bezirke konkret in Hamburg tun? Da sieht es derzeit noch mau aus.

Jürgen Heilig ist Organisator der 7. Konferenz für soziale Spaltung und Studienleiter bei der Evangelischen Akademie der Nordkirche.

Über den Autor
Simone Deckner
Simone Deckner ist freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur, Gesellschaft und Soziales. Seit 2011 arbeitet sie bei Hinz&Kunzt: sowohl online als auch fürs Heft.

1 Kommentar zu “Alt, älter, arm?

  1. Es gibt ja diesen Sruch: Alters-Armut, tut selten gut !!“ Wenn man bedenkt das allein in der BRD fast 6 Millionnen Menschen betroffen sind, dann wir ja ein schwindelig. In dieser BRD muß keiner in Armut verbringen, so viel steht ja fest. Aber ach so tolle Politik, stellt sich seit mehr als 25 Jahre quer !! Wenn die wollten, würde keiner in Alters-Armut leben müssen, aber sie leben da nun mal. Werden von dieser kulturrellen Gesellschaft ausgeschlossen, das ist schon schlimm genug. Viele würden gerne dieses tun, ander, etwas anderes tun, aber es mangelt an Geld. Wenn wir bedenken, das die unsere BRD da hingebracht haben, wo sie heute steht, dann Hut ab.
    Aber diese BRD dankt es finanzjell keinen, und das ist nicht nur ein politisches, sondern ein gesellschaftliches Problem. Die einen drücken sich in die Solidargemeinschaftskasse ein zu zahlen, und die anderen haben sie geplündert. Normalerweise müßte Jung und Alt dieser BRD mal zeigen wo der Hammer hängt, macht aber keiner. Das ist unser Problem, weil wir alle meinen, da ändert sich ja doch nichts. Unsere Wirtschaftslobby ist einfach politisch zu stark, seit ihr nicht willig, so bekommt ihr auch keine Unterstützung. Da kann doch einen schlecht werden, da bei haben wir alle bestimmte Firmen groß gemacht, durch unsere Arbeit. Nun speisen sie uns mit weng Geld ab, so etwas geht gar nicht in einer Demokratie. Aber es funktioniert ja, weil alle still halten !!
    Die Mindestrente oder ein Einkommen muß zwischen 875, – und 1000, – Euro liegen, wenn das mal ausreicht, ohne wohnungslos zu werden. Denn viele äaltere Menschen können sich ihren Wohnraum nicht mehr leisten, und leben als Obdachlose lieber auf der Strasse.
    Wenn so unser Leben der Zukunft aus sehen soll, dann guten Nacht Deutschland. Ich werde wohl auch davon betroffen sein, aber ich kämpfe für ein besseres Leben. Mal abwarten, ob wir das bekommen, wir müssen nur die richtige Partei wählen. Aber die sagen uns ja auch nicht, wie man das finanziert. Da wird die Wirtschaft aber sturm laufen, so wie die keine Gelder in die Rentenkassen einzahlen. Von Solidarität haben die doch noch nie etwas gehört. Hier könnte noch vieles geschrieben stehen,

    Da zu dieser Text von mir:
    https://youtu.be/W0kIgPRD7w4

    In diesem solidarischen Sinn,
    Erich Heeder – HINZ&KUNZT VERKÄUFER

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