Wie sich Frauen aus Angstsituationen befreien und vor Gewalt schützen können. Außerdem: Abgeschobene Obdachlose und eine mögliche Entkriminalisierung von Fahren ohne Fahrschein in Hamburg.
Moin!
Zehntausende Menschen kamen am Donnerstagnachmittag auf den Hamburger Rathausmarkt, um ihre Solidarität mit Collien Fernandes auszudrücken. Die Schauspielerin hielt eine bewegende Rede auf der Bühne – und musste dabei eine schusssichere Weste tragen. Die heftigen Anschuldigungen, die sie gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhebt, bringen offenbar einige Männer dazu, Fernandes’ Leben zu bedrohen. Sie hatte Ulmen in einer „Spiegel“-Recherche digitalen Missbrauch vorgeworfen, dessen Anwalt spricht von „unwahren Tatsachen“, geht aber nicht auf Details ein.
Der Fall beschert unserer aktuellen Ausgabe unerwartete Aktualität. Die Frauenrechtlerin und SPD-Politikerin Christa-Randzio-Plath sagt im Interview mit meiner Kollegin: „Gewalt ist immer noch überall präsent. In der Öffentlichkeit und zu Hause. Wir haben beim Avignon-Prozess gesehen, was Frauen heute noch immer angetan wird. Und wir müssen bedenken: Das war eine Frau, die öffentlich aufgetreten ist. Die wenigsten tun das.“

Was die Feministin hier über Gisèle Pélicot sagte, könnte man so auch über Collien Fernandes sagen. Im Schwerpunkt zeigen wir auch, wie Frauen sich aus Angstsituationen befreien und vor Gewalt schützen können. Den Artikel finden Sie hier.
Dann könnten Sie auch unsere Nachrichten der Woche in voller Länge lesen. Etwa darüber, dass sich auch Hamburg bald in die Liste der Metropolen einreihen könnte, in denen für Fahren ohne Fahrschein keine Strafanzeigen mehr gestellt werden. Das wünscht sich jedenfalls die SPD-Basis, jetzt kommt es auf Senat und Bürgerschaft an.
Dort hatten sich SPD und Grüne ein unerfreuliches Ziel in den Koalitionsvertrag geschrieben: Mehr EU-Bürger:innen die Freizügigkeit entziehen. Das betrifft so viele Obdachlose, wie nie zuvor: 31 von ihnen hat Hamburg vergangenes Jahr abgeschoben. Oft sind das Menschen, die mit falschen Versprechungen hierhergelockt, in Hamburg ausgebeutet wurden und dann auf der Straße gelandet sind.
Ein schönes Wochenende wünscht
Benjamin Buchholz
Hinz&Kunzt Randnotizen
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