Ein Jahr nach der IBA : 4000 neue Wohnungen für Wilhelmsburg

In Wilhelmsburg soll die IBA Hamburg GmbH in den kommenden Jahren die Vermarktung großer Flächen für den Wohnungsbau vorantreiben. Der Senat erhofft sich dadurch den Bau von 4000 Wohnungen.

IBA
Das IBA-Projektgebiet zwischen Dratelnstraße und der Nord-Süd Achse in Wilhelmsburg.

Die IBA Hamburg GmbH setzt auch nach dem Ende der Internationalen Bauausstellung ihre Arbeit fort. Wie der Senat jetzt bekannt gab, soll das städtische Unternehmen in Zukunft als Projektentwickler in fünf Gebieten im Stadtteil Wilhelmsburg tätig werden. Zu den anfallenden Aufgaben zählt die Erschließung der Flächen und Planung für die Bebauung sowie die Vermarktung. Nach Angaben der Stadtentwicklungsbehörde könnten private Investoren bis zu 4000 Wohnungen auf den Flächen bauen. Ein Drittel der neu zu schaffenden Wohnungen sollen dabei Sozialwohnungen werden.

„Wilhelmsburg und die Elbinseln haben in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung erfahren, die lange Zeit undenkbar erschien“, lobt Dirk Kienscherf, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der SPD, die Arbeit der Projektentwickler. Deutlich kritischer beurteilt hingegen die Opposition die Entwicklung südlich der Elbe. „Die heute angekündigten Wohnungsneubauten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei der Weiterentwicklung des Stadtteils die Hafenentwicklung immer noch mehr Gewicht als die Stadtplanung hat“, sagt Heike Sudmann von den Linken. Olaf Duge von den Grünen ergänzt: „Der Senat hält seine Versprechen nicht ein, und für die Wilhelmsburger bleiben nur Lärm, Gestank und Verkehrsprobleme.“

Tatsächlich sind die zwei Monate vor der Wahl präsentierten Pläne nicht grundsätzlich neu. Schon im März übernahm die IBA Hamburg GmbH in Neugraben-Fischbek die Entwicklung und Vermarktung zweier Quartiere mit etwa 2300 Wohnungen. 800 dieser Wohneinheiten sollen auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger Kaserne entstehen. Unter anderem sind hier auch Baugemeinschaften vorgesehen. Kaufinteressierte können sich über die aktuellen Planungen und die Vermarktung bei Architekturbörsen informieren.

Ebenfalls nicht neu ist das Rahmenkonzept „Hamburgs Sprung über die Elbe – Zukunftsbild 2013+“. Es wurde bereits im September verabschiedet. Neu ist lediglich, dass die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt die Finanzierung der Vermarktung der Flächen durch die IBA Hamburg GmbH absichert.

Nach Ansicht der Grünen reichen die vorgestellten Pläne aber nicht aus, damit der sogenannte Sprung über die Elbe dauerhaft gelingt. Neben zahlreichen Wohnungsneubauten fordern sie ein verbessertes Kulturangebot durch den Ausbau des Kultur-Kanals und die Erhaltung der Soul-Kitchen-Halle. In den jetzt vorgestellten Plänen findet dieser Aspekt wenig Berücksichtigung. Und attraktive Flächen wie die sogenannten Spreeterrassen werden wohl gar nicht erst von der IBA entwickelt. Duge kritisiert: „Erst die Mittel für den sozialen Ausgleich zusammenstreichen und dann auch noch sämtliche Belastungen belassen, so kann eine nachhaltige Entwicklung von Wilhelmsburg nicht gelingen.“ Kienscherf hingegen gibt sich optimistisch: „In den nächsten Jahren wird es nun darauf ankommen, unter Federführung des Bezirks Mitte sowie gemeinsam mit der IBA und den Gremien vor Ort die positive Entwicklung weiter voranzutreiben.“

Text: Jonas Füllner
Foto: IBA Hamburg GmbH/ Falcon Crest Air

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