Lukas aus Australien : „Ich bin auf jeden Fall mein eigener Chef“

#VendorWeek
Lukas verkauft Straßenzeitungen in Melbourne. Foto: James Braund / The Big Issue Australia / insp.ngo

Antrieb, Unabhängigkeit, und Beharrlichkeit sind nur einige der Eigenschaften, die man braucht, um sein eigenes Geschäft zu führen, sagt der Straßenzeitungsverkäufer Lukas aus Melbourne. 

Anzeige

Wenn Lukas zu spät zur Arbeit kommt, steht kein Chef an der Tür und zeigt auf seine Uhr. Es gibt keinen Stundenzettel oder Lochkarten. Das liegt daran, dass Lukas nicht in einem Büro arbeitet. Er arbeitet in den Straßen von Melbourne. Lukas ist sein eigener Chef. Er ist ein Big Issue Verkäufer.

Die Verkäufer von The Big Issue Australien geben ihr eigenes Geld aus, um Exemplare des Magazins für 3,50 australische Dollar zu kaufen, um diese wiederum für 7 Dollar auf der Straße zu verkaufen. Wie viele Exemplare, wie oft und wie sie diese verkaufen, ist ihnen jedoch selbst überlassen.

Nachdenkliche Gespräche mit Kunden

Lukas ist ein sehr ruhiger Verkäufer – er verkauft nicht lauthals oder scherzt wie manch andere Leute. Er steht auf seinem Platz und lächelt sanft, und wenn ein Kunde vorbeikommt, führt er mit ihnen ein eher nachdenkliches Gespräch mit ihm. Und wenn er gefragt, wie der Verkauf der neuesten Ausgabe läuft, ist er stets positiv.

Straßenzeitungsnetzwerk INSP
#VendorWeek 2018
9000 Menschen in 38 Ländern verkaufen Straßenzeitungen. Das Netzwerk INSP feiert sie auch 2018 mit der #VendorWeek

Aber sein eigener Chef zu sein ist nicht immer einfach. „Du hast niemanden, der dir über deine Schulter schaut. Vielleicht willst du es an einigen Tagen etwas entspannter angehen. Es gibt dann niemanden, der dich unter Druck setzt“, sagt er. „Normalerweise klappt das ganz gut, aber ab und zu gibt es den einen oder anderen Tag, an dem ich nicht aufstehen will. Letzten Endes zwinge ich mich und dann funktioniert es. “

Lukas spricht auch über die Anforderungen daran, sein eigenes Geschäft zu führen, wie zum Beispiel Geld zu sparen oder genügend Lagerbestände für geschäftige Zeiten parat zu haben. „Ich bin definitiv mein eigener Chef“, sagt er. Das habe ich über Weihnachten ziemlich schnell gelernt und musste alles schaffen, obwohl so viel los war. Dafür benötigt man ausreichende Ersparnisse und genügend Vorrat um alle Kunden zu bedienen.“

Mit freundlicher Genehmigung von The Big Issue Australia / INSP.ngo. Übersetzt aus dem Englischen ins Deutsche von Eva Schueckel.

Diskutieren Sie mit uns!

Wenn Sie mit uns diskutieren wollen, besuchen Sie uns auf unserer Facebook-Seite oder schicken Sie uns einen Leserbrief an redaktion@hinzundkunzt.de.