Pressemitteilung

177 Hotels im Fairness-Check: Die Löhne der Hamburger Zimmermädchen

„Wie stellen Sie sicher, dass die Reinigungskräfte, die in Ihrem Haus arbeiten, korrekt bezahlt werden?“ Zum vierten Mal seit 2007 hat Hinz&Kunzt in den vergangenen Monaten Hamburgs Hotels befragt. Der Hintergrund: Viele Hotelbetreiber beauftragen Fremdfirmen mit der Reinigung ihrer Zimmer – und fühlen sich für die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen der Zimmermädchen nicht mehr verantwortlich.

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Hinz&Kunzt in eigener Sache

Seit ein paar Tagen wird in Hamburg ein zweites Straßenmagazin „Straße Journal Deutschland“ verkauft. „Eigentlich hatten die Verantwortlichen versprochen, dass sie die Verkaufsplätze der Hinz&Künztler respektieren“, sagt Hinz&Kunzt-Chefredakteurin Birgit Müller. Aber schon in den ersten Verkaufstagen kam es zu Schwierigkeiten zwischen den Verkäufern. „Es darf auf keinen Fall dazu kommen, dass die Hinz&Künztler verdrängt werden oder dass das Projekt Schaden nimmt“, so Müller. „Wir sind deshalb mit den Verantwortlichen und mit den Behörden im Gespräch, um die Situation zu klären.“

Anfragen an Birgit Müller, 040/32 10 83 14

Unterkunftssystem vor dem Kollaps

Hinz&Kunzt präsentiert erste Multimedia-Reportage

Am Samstag eröffnet die Stadt das bislang größte Winternotprogramm. Diese Hilfe ist notwendig, weil das reguläre Unterkunftssystem verstopft ist: 4856 der 12.809 Bewohner haben eigentlich Anrecht auf eine eigene Wohnung und könnten die städtischen Einrichtungen verlassen. Doch nicht nur private Wohnungsunternehmen, sondern auch die städtische Saga/GWG bieten viel zu wenige günstige Wohnungen an. „Wohnungslose bleiben ein bisschen auf der Strecke“, räumt Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) im Videointerview ein.

Das Unterkunftssystem steht vor dem Kollaps. Das hat das Straßenmagazin Hinz&Kunzt in einer aufwändigen Multimedia-Reportage herausgearbeitet. Ab sofort können Sie die Reportage „Meine Platte, mein Zelt, mein Container“ abrufen unter:

www.hinzundkunzt.de/platte-zelt-container

In den öffentlichen Unterkünften herrscht Stau. 4856 der 12.809 Unterkunftsbewohner haben Anrecht auf eine eigene Wohnung und könnten die städtischen Einrichtungen eigentlich verlassen. Schon bevor die Flüchtlingszahlen anstiegen, waren die Einrichtungen überfüllt. Jetzt errichtet die Stadt zahlreiche Notunterkünfte. Aber: „Alles, was wir zurzeit an Unterbringungskapazitäten schaffen, schaffen wir, um Flüchtlingen Obdach zu geben“, sagt Detlef Scheele im Video-Interview.

Das ist nicht nur notwendig, sondern auch richtig. Aber mit gleichem Elan muss auch Obdachlosen geholfen werden. „Obdachlose und Flüchtlinge haben die gleichen Rechte. Sie müssen gleichermaßen untergebracht werden“, sagt der Leiter des Fachbereichs Armut und Migration, Dirk Hauer. Denn das System der öffentlichen Unterbringung funktioniert nicht mehr. „Einem Obdachlosen einen Unterkunftsplatz, geschweige denn eine Wohnung zu vermitteln, ist wie ein Sechser im Lotto“, sagt Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer.

Insbesondere private Wohnungsunternehmen nehmen immer weniger Wohnungslose und Flüchtlinge aus den Unterkünften auf. 2007 hatten sie noch 946 Unterkunftsbewohnern eine Wohnung vermittelt. 2013 waren es nur noch 536. Auch die Saga/GWG könnte mehr leisten: Nicht einmal jede zehnte neu vermietete Wohnung geht an Wohnungslose, zeigt die Reportage.

Wege aus der Krise. Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) sagt im Hinz&Kunzt-Videointerview, die Stadt habe derzeit keine weiteren Möglichkeiten, das Problem zu lösen. Experten kommen in der Multimedia-Reportage zu anderen Einschätzungen. „Es geht darum, dass die Türen am Wohnungsmarkt geöffnet werden“, sagt Dirk Hauer von der Diakonie. Die Saga/GWG sollte jede zweite Neuvermietung für Wohnungslose und Menschen mit Dringlichkeitsschein reservieren. Stadtsoziologe Andrej Holm schlägt vor, dass die Stadt Fördergelder nur noch für den kommunalen Wohnungsbau ausgeben soll: „Wer eine soziale Wohnungsversorgung will, muss sie jenseits des Marktes organisieren.“

Außerdem in der Multimedia-Reportage: Karten zu Hamburgs Unterkunftssystem und bekannten Leerständen, sowie zahlreiche Video-Interviews und anschauliche Infografiken.

Bei Rückfragen zum Projekt und den Inhalten der Reportage wenden Sie sich an die Redakteure Benjamin Laufer und Jonas Füllner unter 040/32108311.

 

 

Pressemitteilung

Ende des Winternotprogramms für Obdachlose // Öffentliche Unterbringung kollabiert

Hamburg, 3.4.2014 Bankrotterklärung für die Unterbringung von Obdachlosen: Die öffentlichen Unterkünfte sind so überlastet, dass Obdachlose nur noch dann ein Bett bekommen, wenn es sich um besondere Härtefälle handelt. Das räumt sogar Rembert Vaerst, Geschäftsführer des zuständigen Trägers fördern und wohnen, im Gespräch mit Hinz&Kunzt ein. „Es ist so, dass wir von den Fachstellen Wohnungslose nicht in dem Umfang in öffentliche Unterbringung übernehmen können, wie wir es gerne tun würden.“ Vorrang hätten deshalb „Personen, die schon lange Wartezeiten hinter sich haben, insbesondere Familien“ und „Personen, die aus gesundheitlichen oder ähnlichen Gründen einen besonderen Bedarf haben“.

Dazu sagt Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer: „Das entspricht im Prinzip einer Härtefallregelung. Das ist ein Skandal. Denn wer keinen Platz in einer öffentlichen Unterkunft findet, dem bleiben nur die ebenfalls völlig überfüllten Notunterkünfte.“

Das Gespräch mit fördern-und-wohnen-Chef Vaerst führte Hinz&Kunzt bereits vor Ende des Winternotprogramms. Die Situation hat sich jetzt noch verschärft: Seit dem 1. April sitzen rund 700 Obdachlose buchstäblich wieder auf der Straße. Darunter sind auch viele Menschen mit einem sogenannten Rechtsanspruch auf Unterbringung, denen die Stadt aber keine Unterkunft anbieten kann. Und selbst sogenannte Härtefälle mit Rechtsanspruch mussten wieder raus auf die Straße.

Hinz&Kunzt traf unter anderem einen 64-jährigen Mann aus Eritrea. Mehr als 20 Jahre hat er in Hamburg als Erzieher gearbeitet. Nach seiner Krebsdiagnose wurde er alkoholkrank, verlor Job, Wohnung und soziale Kontakte.
Ausweglos scheint auch die Lage eines 78-jährigen Türken. Er hat 49 Jahre in Hamburg gelebt und gearbeitet, unter anderem in einem Haus der Jugend. Als Rentner verlor er seine Wohnung. Die Stadt hatte für ihn gestern wie für alle Obdachlosen nur ein Angebot: das überfüllte Notasyl Pik As.

„Wir finden es sehr gut, dass die Stadt Flüchtlinge unterbringen muss und nicht auf die Straße schicken darf“, sagt Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. „Denselben Umgang wünschen wir uns für Obdachlose, die eine Unterkunft wollen.“ Damit das klappt, müssten die Saga GWG und die Genossenschaften verpflichtet werden, jährlich mindestens 1000 Wohnungen zusätzlich für Wohnungslose zur Verfügung zu stellen. „Nur so werden wieder Plätze für Obdachlose in Unterkünften frei.“

„Glückssache Unterkunft“ – Hintergrundbericht aus der Hinz&Kunzt-Aprilausgabe und Rembert Vaerst im Videointerview: www.hinzundkunzt.de/glueckssache-unterkunft/

„Ende des Winternotprogramms – Rund 700 Menschen wieder obdachlos“ – Über Menschen, die jetzt wieder auf der Straße schlafen. www.hinzundkunzt.de/ende-wnp-2014

*** Pressemitteilung *** Charitone – 27.000 Euro als Geburtstagsgeschenk für Hinz&Kunzt

Hamburg, 27.09.2013 Die Hamburger Musikszene hat Hinz&Kunzt, dem Hamburger Straßenmagazin, mit dem Konzert CHARITONE am 15.09.2013 im Stadtpark ein großartiges Geschenk gemacht. Mit einer Spende von 27.000 Euro hat das Konzert nicht nur musikalisch für einen Höhepunkt in 20 Jahren Hinz&Kunzt gesorgt. „Eine Spende dieser Größenordnung hat es nur ganz selten in den vergangenen Jahren gegeben“, so Geschäftsführer Dr. Jens Ade. „Da Hinz&Kunzt keinerlei öffentliche Gelder erhält, freuen wir uns über den finanziellen Grundstock für unser 21. Geschäftsjahr“.

Die NDR Bigband unter der Leitung von Wolf Kerschek hatte gemeinsam mit den Künstlern Roger Cicero, Bernd Begemann, Boy, Cäthe, Johannes Oerding, Niels Frevert, Pohlmann, Stefan Gwildis und Regy Clasen zu einem einmaligen musikalischen Zusammentreffen geladen. Nicht nur die Künstler haben auf ihre Gage verzichtet. Auch Nanna Rohlffs von der agentur maganda und Stefan Gerdes von der NDR-Jazzredaktion waren seit über einem Jahr mit der Organisation des Projekts beschäftigt.

Veranstalter Karsten Jahnke hat sich überaus großzügig gezeigt und konnte alle beteiligten Dienstleister davon überzeugen, für die gute Sache auf ihre Bezahlung zu verzichten. Mit dabei waren:

COBRA sound light (Ton/Licht)
Karsten Jahnke (Werbungskosten)
Karsten Jahnke (Bühne)
Bezirksamt Nord (Miete)
Digga Events (Ordnungsdienst)
G.A.R.D (Sanitätsdienst)
Hermann Steffen (Elektriker)
HWC (Reinigung)
Käptn’s Dinner (Catering)
Klavier Knauer (Piano)
m&p productions (Stagehands)
U-Need (Ordnungsdienst)
Werbung:
Cartel X Promotion, Kultur-Medien Hamburg

Mehr Infos bei Hinz&Kunzt, Gabriele Koch, Telefon 040/32 10 84 00, gabriele.koch@hinzundkunzt.de

www.hinzundkunzt.de/charitone