Sterbebegleitung : Auszeichnung für Wohnungslosenprojekt

Der Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ hat in den vergangenen Jahren ein großes Netzwerk aufgebaut, um die Sterbebegleitung für Wohnungslose zu verbessern. Für sein Engagement wurde er jetzt ausgezeichnet.

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Prof. Winfried Hardinghaus (Bildmitte) zeichnet den Arbeitskreis mit dem Stiftungspreis 2014 aus.

Der Arbeitskreis „Wohnungslosigkeit und Gesundheit“ erhält den 1. Preis der Deutschen Hospiz- und PalliativStiftung. Damit würdigt die Stiftung das Engagement in der Sterbebegleitung von Wohnungslose in Hamburg. Der Arbeitskreis zählt zur Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG). „Das Projekt ‚Sterbende Menschen begleiten. Krankheit, Tod und Trauer in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe‘ hat ein Netzwerk geschaffen, das auch für Menschen in der Wohnungslosigkeit Zugang zu Angeboten rund um Gesundheit, Sterbebegleitung und Trauerkultur schafft“ sagte Prof. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes in seiner Laudation. „Dafür unseren Dank und unsere Anerkennung!“

Die Hospizbewegung begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Und das vorzugsweise zu Hause. Bei Wohnungslosen ist das allerdings nicht möglich. Seit 2004 engagiert sich daher der Arbeitskreis in der Palliativ- und Sterbebegleitung für wohnungslose Menschen in Hamburg. Neben der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung sind die Diakonie, Caritas, Malteser, Landeskoordinierungsstelle Hospiz- und Palliativarbeit, die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie die Aesklepiosklinik St. Georg in den Arbeitskreis involviert und bemüht, die Situation kranker und sterbender Menschen ohne Obdach zu verbessern.

Die Preisverleihung fand in der Wohnunterkunft Hinrichsenstraße des städtischen Unterkunftsbetreibers fördern und wohnen statt. „Oft lassen die Rahmenbedingungen die Fragen nach einem würdigen Sterben kaum zu“, sagte Petra Hofrichter von der HAG und Koordinatorin des Arbeitskreises. In ihrer Dankesrede wies sie zudem darauf hin, dass Obdachlose früher als der Durchschnitt der Bevölkerung sterben. „Bisher arbeiteten Wohnungslosenhilfe und Hospizbewegung eher nebeneinander als miteinander. Wir haben mit unserer Arbeit erreicht, dass die Akteure voneinander wissen und aufeinander zugehen, sich austauschen und kooperieren.“

Text: JOF
Foto: Heike Günther

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