Straßenmagazin : Die neue Hinz&Kunzt ist da!

Der Platz in öffentlichen Unterkünften wird immer knapper – für Flüchtlinge und Obdachlose! In der Oktoberausgabe haben wir deshalb gleich drei Artikel dazu. Außerdem: Neue Mitte Altona, die Suche nach den Eigentümern von Raubkunst und ein Interview mit Marcus Wiebusch.

Liebe Leserinnen und Leser,

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Sieht zwar aus wie das letzte Abendmahl, ist aber eine bunte Truppe aus der Neuen Mitte Altona. Foto: Heike Günther.

in Altonas Neuer Mitte entsteht ein Stadtteil mit 3600 Wohnungen und viel Mitspracherecht der Anwohner, Interessengruppen und potenziellen neuen Bewohnern. Ein spannender Prozess, den wir dokumentieren wollen. Das Ungewöhnliche: Für das Foto wollte sich kein Politiker oder Behördenvertreter vordrängeln und in die fotogene Mitte rücken, auch keiner der Gruppenvertreter und Anwohner wollte dominieren. Aber alle sollten mit aufs Bild. Fotografisch eine ganz schöne Herausforderung für Heike Günther. Aber ein toller Nachmittag, an dem Kommunikation auf einmal ganz leicht schien und wir alle viel Spaß hatten. Wenn’s doch nur so konstruktiv weitergehen könnte mit der Bürgerbeteiligung!

Ein Platz für Obdachlose und Flüchtlinge. Weniger harmonisch geht es derzeit bei uns zu. In unserem Hof sitzen täglich Hinz&Künztler mit Sack, Pack und Hund. Die sind genervt von uns, weil wir sie so oft ermahnen, wegen der Nachbarn ruhig zu sein – und weil wir ihnen keine Unterkunft anbieten können. Wir sind auch genervt: Weil derzeit niemand eine Unterkunft zu bieten hat, wir auch nicht.

Deshalb finden wir es auch richtig, dass Polizeirecht angewandt wird, damit die Flüchtlinge untergebracht werden können. Allerdings müssten auch Häuser und Flächen für Obdachlose beschlagnahmt werden. Damit endlich alle einen anständigen Platz haben.

Außerdem in dieser Ausgabe


  • Ein Tag unterwegs mit Tierretter Heiko Neuschütz. Foto: Evgeny Makarov.

  • 20 Jahre Fluchtpunkt: Interview mit Flüchtlingsberaterin Anne Harms. Foto: Bertold Fabricius.

  • Bei Poetry-Slammer Nico Semsrott wird auch Tragisches saukomisch. Foto: Dmitrij Leltschuk.

  • Wem gehört’s? Die Suche nach den rechtmäßgen Besitzern von Raubkunst. Foto: Martin Luther/Dirk Fellenberg.

  • Momentaufnahme: Ilona aus Ungarn will in fünf Jahren Wohnung und Arbeit haben. Foto: Mauricio Bustamante.

Schwule Weltmeister: Marcus Wiebusch singt eigentlich bei Kettcar, hat aber jetzt ein Soloalbum aufgenommen. In einem Song darauf („Der Tag wird kommen“) singt er gegen die verbreitete Homophobie im Fußball an, denn einen aktiven, schwulen Profifußballer gibt es in Deutschland immer noch nicht. Dazu hat Wiebusch ein bewegendes Video produziert. Er sagt im Gespräch mit Hinz&Kunzt: „Ich will das Klima verändern, damit überhaupt mal die Möglichkeit zum Outing besteht.“

Von einem „Etappensieg“ spricht die Gewerkschaft Verdi im Fall einer Postbotin, die zehn Jahre lang mit insgesamt 88 aneinandergereihten Zeitverträgen bei der Deutschen Post beschäftigt war. Im April sollte sie plötzlich keinen Folgevertrag mehr bekommen. Nachdem sie vor Gericht gezogen war, hat sie nun einen unbefristeten Vertrag angeboten bekommen. Es wird Zeit, dass den alle Postboten bekommen.

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