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Sascha: Mit elf das erste Mal obdachlos

Auf dem Titelblatt: Mit elf Jahren landete Hinz&Künztler Sascha das erste Mal auf der Straße. In unserer August-Ausgabe erzählt er, wieso er mit Mitte 30 immernoch obdachlos ist. Außerdem: Was sich in 24 Stunden am Hamburger ZOB abspielt, hat unser Reporter in einer Tag- und Nachtschicht für Sie herausgefunden. Und warum sich Sänger Bosse für Obdachlose engagiert, erzählt er im Hinz&Kunzt-Interview.

Geschichten aus unserem Alltag

Irgendwie sitzt uns allen noch der G20-Gipfel in den Knochen. Die Gewalt, die martialischen Bilder, die Geräusche. Im Vorfeld hatten wir einen offenen Brief an die Senatoren Melanie Leonhard und Andy Grote geschrieben und an Bürgermeister Olaf Scholz (alle SPD). Wir hatten gefordert, dass die Obdachlosen ein Ausweichquartier bekommen. Keine Antwort. Während des G20 waren viele Obdachlose einfach verschwunden. Und die, die blieben, gaben sich betont cool. Obwohl sie zwischen die Fronten von Polizei und Demonstranten gerieten. Was genau passiert ist, lesen Sie in unserer August-Ausgabe.

Von Sylvias Geburtstagskuchen ist so gut wie nichts mehr übrig. Die 58-Jährige ist unsere dienstälteste Hauswirtschafterin. Gerne steht sie auch mit Frank, genannt „Spinne“, hinter dem Kaffeetresen. Aber der Hauptjob von Sylvia, Elena (links) und Carmen ist Putzen. Auf Teilzeit – und fest angestellt.

Da tut etwas Alltag gut. Sylvia, unsere dienst­älteste Hauswirtschafterin, wurde 58 und hat für uns ­Kuchen gebacken. Sie liebt es, unsere Büros mit ­Blumen zu schmücken, Wäsche zu waschen, mit „Spinne“ am Kaffeetresen zu ­stehen oder eben zu backen. Aber ihr Hauptjob ist natürlich Putzen. Bei um die 500 aktiven Hinz&Künztlern nicht gerade einfach. Inzwischen hat sie noch zwei Kolleginnen: Elena und Carmen, beide aus Rumänien, und beide haben zunächst Zeitungen verkauft.

Für Elena ist der Schritt in die Festanstellung ­besonders groß. Sie ging in Rumänien nur kurze Zeit in die Schule. Und war noch nie richtig im Urlaub. Aber im vergangenen Jahr war sie mit uns beim Papst. „Schön!“, sagt sie und legt ihre Hand ans Herz. Die drei kommen indirekt auch in unserem Jahresbericht 2016 vor, den Sie in dieser Ausgabe finden. Sie sind drei von 22 Festangestellten, die früher wohnungslos waren.

Ihre Birgit Müller, Chefredakteurin

(Wir freuen uns über Post von Ihnen. Schreiben Sie uns doch an info@hinzundkunzt.de)

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