„Meine Tochter war nicht schlecht“

Vor neun Jahren wurde die Hinz&Kunzt-Verkäuferin Annett ermordet. Ihre Mutter spricht in Hinz&Kunzt über den Tod und die Drogensucht ihrer Tochter

(aus Hinz&Kunzt 199/September 2009)

Auf den ersten Blick traut man ihr all das gar nicht zu. Die 67 Jahre alte Ingrid Jöhrendt wirkt fast zerbrechlich, so wie sie unter dem Bild ihrer toten Tochter im Sessel sitzt. Ein bisschen müde, mitgenommen von drei Schlaganfällen. Und dem Schmerz um die ermordete Tochter. Man traut es ihr wirklich nicht zu, und doch hat diese zerbrechliche Frau mit einem Zuhälter um die Tochter verhandelt, nächtelang Drogendealer verfolgt und gegen die Sucht ihres Kindes gekämpft.

Frau Karin, wie geht Kartoffeln kochen?

Die neuen Eltern-Kind-Zentren werden regelrecht überrannt. Der Hilfebedarf in Alltagsfragen ist enorm.

(aus Hinz&Kunzt 179/Januar 2008)

Die Frage wäre wohl jedem peinlich: Wie kocht man eigentlich Kartoffeln? Welche Mutter gibt schon gern zu, dass sie vor der Geburt ihres Kindes allenfalls Miracoli-Spaghetti und Yum-Yum-Tütensuppen „gekocht“ hat? „Hier bei uns ist keine Frage zu peinlich, wenn sie dem Wohl der Familie dient“, sagt Karin Behland vom Eltern-Kind-Zentrum Hohenhorst-Jenfeld.

„Er soll wissen: Ich bin immer für ihn da“

Unser Hexenhäuschen hat zwei Menschen wieder zusammengebracht, die jahrelang keinen Kontakt mehr zueinander hatten: Hinz&Künztler Peter Konken und seine Schwester Katrin Johnsen
(aus Hinz&Kunzt 178/Dezember 2007)

Heute noch kommen Katrin Johnsen die Tränen, wenn sie sich an den Tag erinnert, an dem ihr Bruder Peter spurlos verschwand. „Ich konnte es einfach nicht begreifen“, sagt die 42-Jährige. Fünf Jahre ist das her.

Familien unter Druck

Wie Armut Eltern und Kindern zusetzt – Spurensuche in einer Beratungsstelle und in einer Kita

(aus Hinz&Kunzt 171/Mai 2007)

Kindererziehung ist schon unter normalen Bedingungen schwierig. Aber bei Familien mit zu kleinen Wohnungen, wenig Geld und kaum Perspektiven sind Probleme meist programmiert. Ein Besuch in der Kita Scheplerstraße und in der Erziehungsberatungsstelle Virchowstraße.

Mein Vater ist mein Engel

Mit zwölf konnte Monika nicht verstehen, warum ein geliebter Mensch sterben muss. Sie wurde magersüchtig. Heute hat sie ihren Frieden mit dem Tod gemacht

(aus Hinz&Kunzt 156/Februar 2006)

Als Monika (Name geändert) zehn Jahre alt ist, erkrankt ihr Vater an Krebs. Zwei Jahre später stirbt er. Heute, nach sechs Jahren, blickt sie zurück und spricht über die härtesten Erlebnisse ihres Lebens.

Vater, Mutter, Lynn

Die Hinz&Künztler Karin und Thorsten leben trotz ihrer Drogenabhängigkeit mit ihrer kleinen Tochter zusammen

(aus Hinz&Kunzt 159/Mai 2006)

Lynn sitzt in ihrem knallroten Plastikstühlchen, patscht im Essen herum, bietet Mama Karin oder Papa Thorsten ein paar Bissen an und lacht. „Sie entwickelt sich toll“, sagt die Familienhelferin anerkennend über die Anderthalbjährige. Das ist gar nicht so selbstverständlich. Denn die Hinz&Kunzt-Verkäufer Thorsten (43) und Karin (38) waren abhängig von Heroin und nehmen jetzt die Ersatzdroge Polamidon. Im März 2005 haben wir eine Titelgeschichte über die junge Familie gebracht. Jetzt haben wir die drei wieder besucht.