Straßenkinder-Projekt : 6500 Unterschriften fürs „Kids“ überreicht

Kurz bevor der Mietvertrag des Straßenkinderprojekts „Kids“ ausläuft, übergaben 140 Unterstützer am Freitagnachmittag mehr als 6500 Unterschriften an Bürgermeister Olaf Scholz. Denn noch immer hat das „Kids“ keine neue Bleibe gefunden. 

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Langsam wird es eng fürs „Kids“: Zum Monatsende läuft der Mietvertrag im Bieberhaus am Hauptbahnhof aus und noch immer hat das Straßenkinderprojekt keine neuen Räume gefunden. „Wir müssen am 30.9. die Räume räumen“, sagt Thomas Nebel, Geschäftsführer des „Kids“-Trägervereins Basis und Woge im Gespräch mit Hinz&Kunzt. „Die Straßenkinder sind dann mit den Sozialarbeitern auf der Straße.“

Für den Notfall bereitet sich das „Kids“ gerade vor: Beim Bezirk Mitte ist beantragt, Wohncontainer am Hauptbahnhof aufzustellen – provisorisch. „Wir haben jetzt 150 Quadratmeter“, sagt Thomas Nebel. „Die werden wir nicht 1:1 in Container umsetzen können.“ Das Bezirksamt prüft noch, ob die Statik des geplanten Aufstellorts dies erlaubt.

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Dem Straßenkinderprojekt Kids droht das Aus. Zum 1. Oktober wurde dem Trägerverein eine Kündigung ausgesprochen. Jetzt werben die Straßenkinder mit einer Online-Petition für den Erhalt ihres Anlaufpunktes.

Von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) wünscht sich Nebel mehr Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Bleibe: „Die Notwendigkeit einer Jugendhilfe an so zentraler Stelle sieht man zwar. Aber ich glaube, man kann sich noch ein bisschen mehr dafür einsetzen.“ Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, übergaben 140 Mitarbeiter, Klienten und Unterstützer des „Kids“ am Freitag mehr als 6500 Unterschriften an den Bürgermeister, die von Senatssprecher Jörg Schmoll entgegen genommen wurden. Er machte den Demonstranten Hoffnung: „Ich denke, wir finden einen guten Weg am Ende.“

Straßenkinder
6500 Unterschriften fürs „Kids“ überreicht
6500 Unterschriften sollen Olaf Scholz dazu bewegen, dem Straßenkinderprojekt Kids bei der Suche nach einer neuen Bleibe zu helfen.
Über den Autor
Benjamin Laufer
Schreiben, was schief läuft, damit es sich ändert: Benjamin Laufer arbeitet als Journalist in Hamburg hauptsächlich zu Sozial- und Innenpolitik.

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