Hamburg ist Müllhauptstadt

Zahlen des Monats

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Kilogramm Restmüll pro Einwohner erzeugte Hamburg im vergangenen Jahr. Kein anderer Stadtstaat und auch kein anderes Bundesland produziert im Verhältnis zur Bevölkerungszahl so viel nicht verwertbaren Müll. In Berlin waren es 198,9 Kilogramm pro Kopf, in Bremen 173 Kilogramm. In der von ihrer Struktur her mit Hamburg vergleichbaren Stadt Freiburg fielen 2011 pro Einwohner lediglich

118

Kilogramm Restmüll pro Kopf an.

Die Umweltbehörde erklärte dazu, Hamburg habe Ende der 1990er-Jahre langlaufende Verträge mit Müllverbrennungsanlagen abgeschlossen. „Aus diesem Grund wurde die Mülltrennung in Hamburg jahrelang nicht mit voller Konsequenz betrieben, da ein weiterer Rückgang der Restmüllmengen zu finanziellen Belastungen für die Gebührenzahler hätte führen können.“ Mit dem Auslaufen einzelner Verträge ab 2014 „entsteht jetzt auch wirtschaftlich ein größerer Anreiz zum Ausbau der – ökologisch ohnehin sinnvollen – Getrenntsammlung von Wertstoffen“.

Die Behörde verweist zudem auf ihre „Recycling-Offensive“. Sie belohnt Bürger, die Wertstoffe sammeln, mit geringeren Gebühren. In Hamburg gibt es rund 893.000 Wohnungen, von denen 420.000 noch keine Biotonne und 315.000 noch keine Papiertonne haben.

Kritiker, wie der Leiter des Hamburger Umweltinstituts Michael Braungart, fordern von der Stadt ein Umdenken. So müssten Ausschreibungen von Bauprojekten generell unter der Regie der Umweltbehörde erfolgen, nicht unter der der Finanzbehörde. Ziel müsse sein, die Restmüllmenge bis 2030 auf

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zu senken. Bis zum Jahr 2020, so Braungart, müsse die Restmüllmenge pro Kopf auf unter 100 Kilo- gramm gedrückt werden. Die erklärte Absicht des Senats – 200 Kilogramm Restmüll pro Einwohner in 2020 – sei eine „Bankrotterklärung“.

Wie eine Welt ohne Müll aussehen könnte, zeigt der Film „Cradle to Cradle“ zu deutsch ”Nie mehr Müll – Leben ohne Abfall“:

Nie mehr Müll – Leben ohne Abfall. Screenshot: YouTube.

Text: Ulrich Jonas

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