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Bilanz

1 Jahr Wohnraumschutzgesetz

27. Mai 2014 | Von | Kategorie: Hinz&Kunzt 256/Juni 2014

Zahlen des Monats

(aus Hinz&Kunzt 256/Juni 2014)

2431
Wohnungen

wurden den Bezirken in Hamburg als leer stehend gemeldet.
Seit dem 1. Juni 2013 müssen Eigentümer in Hamburg bei den Ämtern angeben, ­
wenn ihre ­Wohnungen länger als drei Monate nicht bewohnt werden.

Die Mitarbeiter entscheiden dann, ob der Leerstand begründet ist oder nicht.
Als begründeter Leerstand gilt zum Beispiel, wenn ein ganzer ­Häuserblock
wie das Weltquartier in Wilhelmsburg saniert wird und die Mieter ­währenddessen in
Ersatzwohnungen untergebracht werden. Im Weltquartier, in der Wilhelmsburger Straße und in Horn hat das städtische Wohnungsunternehmen Saga GWG
derzeit solche großflächigen Sanierungsgebiete mit insgesamt 990 Wohneinheiten
ausgeschrieben und die Genehmigung für den Leerstand erhalten.

Im Bezirk Mitte gehen fast alle als leer stehend gemeldeten Wohnungen aufs Konto von Saga GWG: Von den 1469 dort gemeldeten Leerständen gehören nur acht
anderen Eigentümern. Doch die gemeldeten Leerstände sind ohnehin nur
die Spitze des Eisbergs, vermuten die Bezirke. „Wir gehen von einer erheblichen ­Dunkelziffer aus“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin vom Bezirk Mitte.

Das erklärt wohl auch den offiziell geringen Leerstand in anderen Bezirken:
In Bergedorf zum Beispiel sind gerade mal 62 leer stehende Wohnungen gemeldet. Ein Jahr nach dem Inkrafttreten des ­Wohnraumschutzgesetzes ist die Bilanz dürftig: Eigentümer kommen ihrer Meldepflicht ­offenbar nicht nach und die Bezirke
können kaum etwas dagegen unternehmen, weil es dafür zu wenig Personal gibt.
„Der bezirkliche Wohnraumschutz war schon durch die bisher vorliegenden ­Aufgaben überlastet“, sagt Sprecherin Sorina Weiland. Während in Berlin für den
Wohnraumschutz 34 Stellen geschaffen werden, stehen in den sieben Hamburger
Bezirken gerade einmal sieben Stellen bereit. Keine Kontrolle, keine Konsequenzen:
Da verwundert es kaum, dass bislang von den gemeldeten Leerständen erst

154
Wohnungen

durch bezirkliches Eingreifen wieder vermietet wurden. Das ist jede 17. Wohnung.

Text: Jonas Füllner/Beatrice Blank

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