Präventionsprojekt

Weisser Ring ausgezeichnet

Sie machen sich stark für Kriminalitätsopfer: Die Junge Gruppe des Weissen Rings Hamburg ist dafür jetzt ausgezeichnet worden. Mit dem Projekt „Kriminalprävention aus der Opferperspektive“ wollen sie  für die Lage von Gewaltopfern sensibilisieren.

Der Weisse Ring will mit seinem Projekt für Kriminalitätsopfer sensibilisieren. Foto: Weisser Ring

Sie wollen Gewaltopfern Mut machen. Ihnen zeigen: Ihr müsst euch nicht alles gefallen lassen. Ihr habt Rechte. Dafür engagiert sich die Junge Gruppe des Weissen Rings Hamburg seit zwei Jahren mit ihrem Projekt „Kriminalprävention aus der Opferperspektive“.

Sie halten Vorträge in Schulen und an der Uni. Sie diskutieren über Gewalterfahrungen und machen Rollenspiele. Ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Gewaltopfern teilen die ehrenamtlichen Mitarbeiter auch mit angehenden Lehrern und Polizisten am Institut für Lehrerausbildung und an Polizeischulen.

Jetzt ist die Junge Gruppe für ihr Engagement ausgezeichnet worden: Als „ausgewählter Ort“ im Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ der Bundesregierung, des Bundesverbands der Deutschen Industrie und der Deutschen Bank. Der Wettbewerb würdigt gesellschaftliches Engagement, das als besonders „innovativ und zukunftsweisend“ gilt.

Eine Dotierung gibt es zwar nicht, dafür erhält jeder „ausgewählte Ort“ eine Ehrentafel, die etwa an der Hauswand angebracht werden kann. Diese Tafel macht auf die Auszeichnung aufmerksam und soll andere motivieren, ebenfalls ihre guten Ideen umzusetzen. Das Engagement soll sichtbar gemacht werden.

Es ist ein großer Ansporn für die Ehrenamtlichen, alles Studierende und Berufseinsteiger im Alter von Anfang 20 bis Mitte 30. Vor zwei Jahren startete das Projekt. Die Mitarbeiter des Weissen Rings wissen aus vielen Gesprächen mit Kriminalitätsopfern, was diese besonders belastet. Dieses Wissen wollen sie weitergeben.

Beispiel: die so genannten Loverboys. So werden junge Männer bezeichnet, die intime Beziehungen zu Mädchen aufbauen, von der großen Liebe schwärmen. Später zwingen sie die Mädchen zur Prostitution. Die ersten Fälle wurden in den Niederlanden bekannt, mittlerweile gibt es das Problem auch hierzulande.

Eine Mitarbeiterin des Weissen Rings, die ungenannt bleiben möchte, sagt: „Es kommen Mädchen zu uns, die so etwas erlebt haben. Wir geben ihre Erfahrungen, an die Schüler weiter. Natürlich ohne Namen zu nennen. Das kommt bei den Schülern viel besser an, als wenn man nur theoretisch über das Problem spricht.“

Das Projekt behandelt neben sexualisierter Gewalt auch häusliche Gewalt, Beziehungsgewalt und Jugendgewalt. Die Arbeit gehe jetzt erst richtig los, heißt es beim Weissen Ring. Die Auszeichnung helfe, das Projekt in Hamburg bekannter zu machen. Denn: Zu tun gibt es mehr als genug.

Text: Simone Deckner

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