Navigation
Kontakt

St. Pauli

Toter unter der Brücke

15. Januar 2013 | Von | Kategorie: Nachrichten

Ein bislang unbekannter Mann wurde am Dienstag Mittag tot unter einer U-Bahnbrücke auf St. Pauli aufgefunden. Laut Polizei ist der Mann allerdings nicht erfroren. Hinz&Kunzt fordert, neue Notunterkünfte einzurichten und den Obdachlosen zu erlauben, auch tagsüber in den Unterkünften zu bleiben.

Unter dieser U-Bahn-Brücke wurde der Tote gefunden. Bild: Benjamin Laufer.

Dienstag Morgen 11.15 Uhr. Arbeiter, die an der U-Bahnbrücke an der Helgoländer Allee die Bäume beschneiden wollen, finden hinter einem Brückenpfeiler einen toten Mann. In der Hand hält er noch eine Flasche Wodka. Gegen die Kälte ist er nur unzureichend mit einer Jacke geschützt.

Dass der Mann obdachlos war, ist anzunehmen, aber bislang nicht bestätigt. Auch seine Identität ist ungeklärt. Die Polizei geht nach der äußeren Leichenschau davon aus, dass er nicht erfroren, sondern eines natürlichen Todes gestorben ist. Deshalb ist noch unklar, ob er obduziert wird. Dies will die Behörde am Mittwoch entscheiden.

Sozialsenator Detlef Scheele (SPD) wandte sich an die Obdachlosen der Stadt: „Ich appelliere an alle Obdachlosen, die bei diesen Minusgraden noch Platte machen, nachts in unsere Notunterkünfte zu gehen und in der Kälte möglichst keinen Alkohol zu trinken, da das sehr gefährlich werden kann.“ Außerdem bat er alle Hamburger, „die Augen offen zu halten und sofort die Polizei oder Feuerwehr zu rufen, wenn Obdachlose Hilfe brauchen.“

Die Notunterkünfte sind allerdings seit Wochen überfüllt. Viele Obdachlose müssen derzeit in der Spaldingstraße und im Pik As auf Stühlen oder sogar auf dem Fußboden schlafen. „Das schreckt viele ab“, sagt Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer. Er fordert deshalb die Öffnung weiterer Unterkünfte. Außerdem sollen sich die Obdachlosen auch tagsüber im Winternotquartier aufhalten können. Bislang müssen sie morgens die Unterkünfte räumen und dürfen erst abends wiederkommen.

Die Sozialbehörde wird Ende der Woche ein zusätzliches Haus in Jenfeld eröffen: 70 Obdachlose sollen darin ein Bett gegen die Kälte bekommen.

Text: Birgit Müller, Benjamin Laufer
Foto: Benjamin Laufer

3 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Herr Scheele scheint ja unglaublich viel Ahnung von der Wirklichkeit zu haben. Wenn jemand alkoholabhängig ist, kann er nicht einfach aufhören, nur weil es kalt ist und Notunterkünfte gibt es ja bekanntlich reichilch in dieser kalten Stadt. Statt solcher realitätsfremden Appelle sollte der Herr Sozialsentor lieber mal seinen sozialen Kahlschlag beenden und mehr für die Menschen tun, die nicht am Wohlstand dieser Stadt teilhaben.
    Ich finde es geradezu zynisch, wenn der Herr Scheele dazu aufruft, in die Notunterkünfte zu gehen, die es nicht ausreichend gibt. Klingt ein bißchen so nach dem Motto, irgendwie ist der Mann ja selber Schuld. Und die Stadt kommt nur scheibchenweise in den Quark. Aber tote Obdachlose sind eben doch keine gute Publicity.

  2. Hier weiß man gar nicht, was man glauben soll !! Gestern haben sie in den Medien berichtet, das es sich hier um kein Obdachlosen handeln soll, heute schreibt die MOPO von einem Obdachlosen !! Dieses gezerre, um einen toten Menschen, finde ich schon sehr merkwürdich !! Es ist jemand, der erfrohren ist, und dieser war ein Mensch wie all die anderen Menschen auch !! Herrn Scheele kann man hier bestimmt keine Schuld geben, das dieser Mann mit einer Wodkaflasche in der Hand erfrohren ist !! Weiter hin finde ich es gut, wenn Herr Scheele mal die Anlaufstellen für Alkeholkranke Menschen besuchen würde, denn durch seine Kürzungen mußte eine, einen Tag mehr schließen !!!
    Klar ist das Zynisch, wenn einer seine Sparmaßnamen durch zieht, ohne uns an zu hören !! Denn Herr Scheele hat da wohl eine besondere Gabe, sich nicht mit Wähler und Wählerinnen auseinander zu setzen !! Was all die anderen Sozialsenatoren vor ihm gemacht haben, muß er noch lange nicht machen, und so etwas mag ich gar nicht !! Er ist für uns alle zuständig, und da muß man auch mal Zeit für das Volk haben !!

  3. Der Mann ist nicht in die Notunterkunft gegangen weil die alle überbelegt sind und falls er Ausländer ist die Spaldingstr. nach einen Woche Verlassen muß.Auch im Pik As ist kein Platz mehr frei da alles mit den Flüchtlöingen die über Italien aus Afrika gekommen sind belegt ist.

Schreibe einen Kommentar