Benefiz-Konzert

Schubert für die Straße

Vier Streicher und ein ganz besonderer Abend: Am 7. Dezember spielt das Amaryllis Quartett mit Gastmusikern ein Benefizkonzert für Hinz&Kunzt in der St. Georgskirche. Schauspielerin Mechthild Großmann liest dazu Gedichte von Hinz&Künztlerin Steffi Neils.

Gustav Frielinghaus war nie ein Wunderkind. Das von ihm gegründete Streichquartett konfrontiert das Publikum schon mal mit schrägen Klängen.

Er sagt’s am liebsten durch die Blume: Amaryllis. „Allein dieser Klang“, schwärmt Gustav Frielinghaus. „Und dann passt dieser Name auch noch so gut zu uns.“ Schließlich besteht die Amaryllis üblicherweise aus einem kräftigen, langen Stängel sowie vier gleich großen Blüten. „Genau wie bei unserem Streichquartett: eine Einheit, vier gleichberechtigte Individuen.“

Der 33-jährige Gründer des Amaryllis Quartetts macht gerade Station in seiner Heimatstadt Hamburg, bevor die nächsten Konzertreisen anstehen: Bern, Budapest, Teneriffa – Gustav Frielinghaus (1. Violine) und seine Mitspieler Lena Wirth (2. Violine), Lena Eckels (Viola) sowie Yves Sandoz (Violoncello) treten europaweit auf, die meiste Zeit des Jahres leben die jungen Musiker aus dem Koffer. Umso mehr freuen sie sich auf einen ganz besonderen Abend in Hamburg:

Am 7. Dezember veranstalten die Streicher in der St. Georgskirche ein Benefizkonzert zugunsten von Hinz&Kunzt. Mit vier Gastmusikern spielen sie Franz Schuberts Oktett D 803, die Schauspielerin Mechthild Großmann liest dazu Gedichte der Hinz&Künztlerin Steffi Neils. „Normalerweise erreichen wir bei unseren Konzerten eher das bessergestellte Publikum“, sagt Frielinghaus. „Jetzt können wir auch denjenigen helfen, denen es nicht so gut geht.“

Die Komponisten- und Stückauswahl ist dabei kein Zufall: „Schubert wusste, was Armut und Existenzangst bedeuten“, erklärt Frielinghaus. „Erfolgreich wurden seine Werke erst nach seinem Tod.“ Sein Oktett D 803 sei außerdem besonders facettenreich – fast wie eine Symphonie: „Es ist einerseits unterhaltsam und wienerisch leicht, dann wieder wunderbar langsam und tiefgründig. Wie das Leben.“

Text: Maren Albertsen
Foto: Daniel Cramer

Schubert für die Straße: Mittwoch, 7. Dezember, 20 Uhr, St. Georgskirche, Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Es spielen: Das Amaryllis Quartett mit Gustav Frielinghaus (Violine), Lena Wirth (Violine), Lena Eckels (Viola), Yves Sandoz (Violoncello) sowie den Gästen Markus Krusche (Klarinette), Daniel Mohrmann (Fagott), Christoph Eß (Horn) und Alexandra Hengste­beck (Kontrabass).
Die Schauspielerin Mechthild Großmann liest Gedichte von der Hinz&Künztlerin Steffi Neils.

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