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Kersten-Miles-Brücke

„Ganz ehrlich: Es reicht!“

21. September 2011 | Von | Kategorie: Nachrichten, Pressemitteilungen

Der Bezirk Mitte setzt seine Vertreibungspolitik gegen Obdachlose fort: Erst wurden für 100.000 Euro Steine einbetoniert, damit unter der Kersten-Miles-Brücke kein Platz zum Hinlegen bleibt. Jetzt folgt ein Zaun, so dass der Zugang ganz versperrt ist.

Fast drei Meter hoch und kein Durchkommen: der neue Zaun an der Kersten-Miles-Brücke

Fast drei Meter hoch und kein Durchkommen: der neue Zaun an der Kersten-Miles-Brücke

Mit Entsetzen hat das Team von Hinz&Kunzt zur Kenntnis genommen, dass der Bezirk Mitte am Dienstag einen massiven Stahlzaun unter der Kersten-Miles-Brücke installiert hat, um Obdachlose zu vertreiben. Anfang des Jahres hatte der Bezirk auf der Fläche unter der Brücke bereits für 100.000 Euro große Steine aufgestellt, damit dort niemand mehr übernachten kann. Da die Vertreibungs-Maßnahme nicht erfolgreich war, wurde die Brücke jetzt mit dem drei Meter hohen, 18.000 Euro teuren Zaun versehen.

Dazu sagte Stephan Karrenbauer, Sozialarbeiter von Hinz&Kunzt: „Dieser Zaun setzt der Vertreibungspolitik von Bezirksamtsleiter Markus Schreiber eine stählerne Krone auf. Ganz ehrlich: Es reicht!“ Es sei zynisch, so Karrenbauer, wenn kurz vor dem Winter eine viel genutzte Platte abgesperrt würde, obwohl es zu wenige Unterkünfte in Hamburg gebe und noch nicht absehbar sei, ob im Winter für alle obdachlosen Menschen eine menschenwürdige Unterkunft zur Verfügung stehen werde. Gerade osteuropäische Obdachlose seien auf den Schutz unter Brücken angewiesen, weil sie seit Mitte Juli nicht mal mehr im „Pik As“ aufgenommen werden.

Außerdem sei es unerträglich, so Karrenbauer, dass Menschen in Not mit einem Zaun vertrieben würden, nur damit die Umgebung der Landungsbrücken für Touristen gut aussehe. „Die 118.000 Euro Steuergeld wären wesentlich besser investiert, wenn man sie für den Bau von neuen, gut ausgestatteten Unterkünften ausgegeben hätte“, sagte er. „Es wird dringend Zeit, dass Bürgermeister Olaf Scholz ein Machtwort spricht, um die rigide und kurzsichtige Politik von Herrn Schreiber zu beenden.“

Fotos: SOL

82 Kommentare
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  1. Kann man denn nichts machen ????
    Es muss doch leere Plätze geben, in denen im Winter Unterschlupf gewährt wird!
    So eine große (und soziale Stadt) wie Hamburg !!!
    Leere Keller, Tiefgaragen, etc.
    Mir taten alle im Winter so leid !!!!
    Ich hoffe, dass eine gute Lösung gefunden wird & mein tiefes Mitgefühl Allen

  2. Nehmt es selber in die Hand, solidarisiert euch und reißt den Zaun und die Steine wieder weg, erobert euch euren öffentlichen Raum zurück, wartet nicht auf Politiker oder Beamte holt euch euere Freiheit und Selbstverwaltung zurück, keiner wirklich keiner braucht diesen LügenLobbyistenVolksZertreter Abschaum!!!

  3. Mindestens zwei Aktionen werden am Wochenende auf St. Pauli gestartet: http://www.hinzundkunzt.de/das-thema/empoerung-schreiber/

    Sehen wir uns da?

  4. Es geht doch nicht darum, Menschen unter Brücken zu belassen, bzw. das als normal hinzunehmen, das Menschen auf der Straße leben. Eine Stadt wie Hamburg sollte es jedoch aushalten können, wenn Menschen mitten unter uns und vor unseren Augen auf der Straße leben und sich dort ihren Platz suchen. Und das ist nun mal auch dieser hier. Wer sich daran stört, sollte sich mal die Frage stellen, warum er das tut. Wir wollen das Elend nicht sehen, kaufen vielleicht noch jeden Monat pflichtschuldig die Hinz und Kunzt ohne sie jedoch zu lesen (was ich nur jedem empfehlen kann, denn das ist eine wirklich gute Zeitung).
    Es kann einfach nicht sein, das wir Menschen vertreiben, nur weil sie anders sind, weil sie unser Empfinden stören, warum auch immer. Auch diese Menschen haben eine Würde, was Herr Schreiber wohl offensichtlich irgendwie vergessen hat.
    Das es zu wenig Plätze gibt, das das Winternotprogramm mal wieder eher dürftig ausfällt, das Menschen in dieser Stadt erfrieren könnten, das ist die viel wichtigere Baustelle, für die man das viele Steuergeld besser hätte verwenden können.
    Allerdings sollte man sich auch davor hüten, jeden zwangsrückführen zu wollen. Es gehört auch zum Respekt, zu akzeptieren, das jemand in die sog. bürgerliche Welt vielleicht gar nicht zurück will.
    Ich fürchte ja fast, das als nächstes die Kennedy-Brücke dran ist, die auch in den Bezirk des Herrn Schreibers fällt und wo ja so viele Touristen in den Alsterschiffen an den Obdachlosen vorbeischippern.
    Aber auch das ist Hamburg. Hamburg ist nicht nur Hafencity und Elbphilharmonie. Gott sei Dank!

  5. Lasst uns den Zaun abreissen, das hat doch in Deutschland Tradition.
    Auf mündige Bürger, zu einem Flashmob!

  6. Der Zaun muss sofort von den verantwortlichen MACHERN abgerissen werden.

  7. @Blitzner

    Na die haben ihn ja erst aufgestellt, die werden ihn wohl kaum wieder abreißen… Ich hoffe wirklich, dass das Andere übernehmen. Das ist echt das Allerletzte, „sozialdemokratische“ Politik repräsentiert die SPD schon lange nicht mehr.

  8. hätte man das geld den obdachlosen gegeben, bräuchten sie die brücke, und er feine herr den zaun nicht.

  9. Als 1978 in Hamburg von Seiten der einschlägig bekannten Besitzständlern gefordert wurde, dass das Kreischen und Geschrei von kleinen Kindern unterbunden werden müsse, wurde mein Leserbrief im Hamburger Abendblatt abgedruckt, in dem ich vorschlug, mittels eines mit 18m hohen Natodraht bewährten Zaunes die Insel Scharhörn zu umzäunen, um dort die Schreihälse und „kreischenden Schrei- und Kackmaschinen“ zu entsorgen und unsere Schönen, unsere Edlen und unsere Neuen Herrschaften vom Stamme der Scheuerls & Co. vor dieser unzumutbaren Unbill zu bewahren, erntete ich keine Freunde, sondern fast schon handgreifliche Hasstiraden aus den Elbufer- und Walddörferregionen.

    Heute möchte ich empfehlen, dass der Hamburger Senat endlich einmal durchgreift und die Endlösung der Obdachlosenfrage in Angriff nimmt und dafür sorgt, dass die Angehörigen des Abyss in Hamburg endlich aus der Stadt hinaus gebracht und irgendwo in den relativ menschenleeren Regionen der Priegnitz verwahrt zu werden. Es gibt dort noch so viele Leerstände alter russicher Kasernen u.a. Behausungen, die mittels Besiedelung mit diesen humanoiden Störfaktoren aus der Freien und Hansestadt der Protz-, Pomp- und Gloriaeliten endlich wieder einem wohl vermittels überhöhter Mietzahlungen an die einschlägigen Investoren sinnvollen Verwendungszweck zugeführt werden können.

    Diese Nachricht ist mit einer absichtlichen Bösartigkeit und Menschenfeindlichkeit formuliert, um der geistig-moralischen Verfassung der Hamburger Eliten und deren bürokratischeN HANDLANGERN und PRÄTORIANERN in unzweideutiger Weise den Spiegel vor ihre Visagen zu halten, wie das einst ein gewisser Till Eulenspiegel tat.

    Dieses Hamburg im Jahre 2011 scheint sich wieder zu dem Hamburg zu verwandeln, in dem der Henker von Barmbek im Auftrag und im Namen einer gleich gearteten Bestitzstandelite schon einmal sein Werk vollbracht hat, dass der gleichen Ordnungs- und Rechtsvorstellung entsprach, die einen Herr Markus Schreiber und seine Bürokraten heute schon wieder auszeichnet.

    Die Neuen Nazis treiben schon wieder ihr Unwesen mitten unter uns. Wir sind gewarnt und wir sollten jetzt in den Widerstand gehen, um diesen Umtrieben die Spitze zu brechen. Im Schlangenei Hamburg wird schon wieder eine höchst gefährliche und bedrohlich Viper heran gezogen. Zerbrechen wir also dieses Ei bevor die neue Naziviper schlüpft. (Quelle des Gedankens: Das Schlangenei, Ingmar Bergman)

  10. Wie wär s mit Paar kurzen Protestbriefchen an die Pressestelle?

  11. Ich finde solche Maßnahmen inakzeptabel und ich hoffe doch sehr auf eine klare und deutliche Reaktion von Herrn Scholz!

    Zu jeder Großstadt gehören Obdachlose und jeder Cent wäre es wert, deren Lage zu verbessern.

    Hamburg ist offensichtlich nicht selbstbewußt genug, sich seinen Touristen als die Stadt zu präsentieren, die es ist!
    Und derzeit ist es eine Stadt mit nicht nur einer verkorksten Wohnungspolitik, die gerade das Problem der Obdachlosigkeit noch prekärer werden läßt.., Hamburg ist auch eine Stadt, die den eigenen Bockmist wohlfein unter’n Teppich kehren möchte!
    Ich finde es blamabel für diese Stadt, die doch als wohlhabend gilt, derart unsozial zu agieren.
    Obdachlose sollen versteckt werden; man soll nicht sehen, daß es sie gibt.
    Dann, liebe Stadtväter, schafft endlich Voraussetzungen, daß niemand mehr auf der Straße leben MUSS!!
    Investiert wieder mehr in sozialen Wohnungsbau… – denn in einer Elbphilharmonie kann keiner wohnen!!

    Es ist an der Zeit, daß wieder SOZIAL-Politik betrieben wird. Herr Scholz, bitte setzen Sie ein Zeichen!
    Geben Sie mehr Geld aus für die MENSCHEN Hamburgs anstatt für Prestigeobjekte und Unnützdinge wie diesen Zaun, der schon einen makabren Charakter hat!
    Seien Sie ein SOZIAL-Demokrat!

    Vielen Dank.

  12. Zitat:
    „Und es wäre schön wenn wir das ohne Stimmungsmache, auch parteipolitische Stimmungsmache tun könnten.“

    Achtung. Klaus Lübke ist ein SPD-Mann. Er schreibt hier, weil hier was gegen einen anderen SPDler geschrieben wurde. Er hat nur Parteipolitik im Sinn.

  13. kann man den Zaun nicht Ciurcus Krone schenken als ein Gastgeschenk ? Lg von der Elbinsel hier wird grad auch soviel Geld verbrannt ( IBA IGS ) werner wer sonst

  14. SPD Hamburg-Mitte. Einfach unheimlich.

  15. diese machenschaften kommen doch bekannt vor…kaiserreich,drittes reich.wer nicht in´s bild passte,wurde ..gecanzelt.war..nicht´s.
    wie war das?raum..in der kleisten hütte..stadt?

  16. Sehr geehrter Herr Schreiber,
    mir der verschwendung von
    118.000,00 € Steuergeld für den Bau eines Zaunes, der Obdachlose vertreiben soll haben sie Mir keinen gefallen getan.

    ICh zahle als Selbstständiger Monatlich hohe Steuerbeträge, die meine Mitarbeiter und ich hart erarbeiten.
    Z.B in etwa 120.000,00€ Mwst.

    Wenn ich mir vorstelle, das die dafür verwendet wurden schäme ich mich arbeiten zu gehen.

    Ausserdem frage ich mich wie das Vergabeverfahren für diese Bauleistung
    gelaufen ist.

    Ich hätte Ihnen den Zaun für weiniger als die Hälfte bauen können. Hätte die Anfrage allerdings aus moralischen Gründen abgelehnt.

    Mit freundlichen Grüßen

  17. Das Geld was für den Zaun ausgegeben worden ist,hätte Herr Schreiber Hinz und Kunzt spenden sollen, es ist eine frechheit wie mit unseren Steuerngelder rumgeaast wird.
    Was wird noch alles passieren?
    armes Deutschland schande!

  18. Ich bin auch selbstständig in der Baubranche und kann meinem Vorsprecher nur von vorne bis hinten Recht geben !!!!!

    Mir langt es schon lange das hier die von uns erarbeiteten Steuergelder mit beiden Händen für Unsinn oder in diesem Fall noch schlimmer um die Ärmsten unter uns zu Schädigen ! UNFASSBAR !

  19. Dieser Zaun ist eine unglaubliche Sauerei und passt nicht in unser Hamburg! Wo sollen die Leute denn hin? Das Geld hätte man für Unterkünfte ausgeben sollen oder es den Leuten direkt in die Hand drücken. Meine Solidarität gilt den Obdachlosen und das werde ich auch zeigen. Pfui Teufel Herr Schreiber! Die große, schöne Wohnung die sie haben. die haben sie nicht verdient!

    Thomas Schütt (Journalist)

  20. Moin, moin an die Gemeinde und an den Hamburger Senat !
    Herr Scholz, jetzt können Sie punkten. Stellen Sie kurzfristig – noch für den bevorstehenden Winter – Unterkünfte für die Obdachlosen zur Verfügung. Unabhängig von der Haushaltspolitik von Politikern, die mit Geld nicht umgehen können, ist die Stadt Hamburg aufgrund ihrer Steuereinnahmen eine „reiche“ Stadt. Schaffen es Sozialdemokraten immer noch nicht, soziale Politik für die Menschen zu gestalten, die unsere Hilfe benötigen?
    Nicht unsere Gesellschaft oder der Staat für sich gesehen, aber unsere Politiker schaffen es immer wieder, für Pleiten, Pech und Pannen zu sorgen. Das sie es nicht besser können, möchte ich ihnen gar nicht unterstellen; vielmehr muss der Betrachter den Eindruck gewinnen, wir werden (politisch) bewußt in eine Ecke gedrängt!? Wo das enden kann, hat sich leider in der Weimarer Zeit gezeigt. Unsere Politker scheinen in der Schule nicht aufgepaßt zu haben. Ludwig Erhard – der Vater der Sozialen Marktwirtschaft – wäre entsetzt und erstaunt zugleich, was unsere Politik aus seinem für die Gesellschaft u. a. entwickelten Sozialstaatprinzip vera(u)nstaltet hat.
    M f G

  21. Den Meinungen der meisten hier kann ich mich nur anschließen, dass diese Aktion unter der Brücke an der Helgoländer Allee von Herrn Markus Schreiber & Co. an unmenschlichem und asozialem Verhalten nur so strotzt.

    Auch, dass dieser Mensch lieber abdanken soll als weitere unmenschliche Ideen zu realisieren, wäre zumindest existenziell für die Ärmsten der Armen sicher besser.

    Doch ich frage mich, wie es soweit kommen konnte. War das eine Nacht- und Nebelaktion?
    Zuerst wird doch eine Idee, ein Plan, eine Vorlage im City-Ausschuss der Bezirksversammlung beraten und anschließend abgestimmt, oder?
    Herr Schreiber hat wohl scheinbar die Verantwortung das Beschlossene in die Tat umsetzen zu lassen, doch er ist doch nur ein Teil des Auschusses. Alle, die mit „Ja“ gestimmt haben, sollten dafür verantwortlich gemacht werden.

    Nun ist jedoch das Kind bereits in den Brunnen gefallen, die Frage ist doch jetzt, wie man helfen kann ohne weitere Steuergelder zu verprassen. Keinem Obdachlosen ist geholfen, wenn wir jetzt Demos veranstalten, wo z.B. gesonderte Polizeieinsätze nötig sind, weil das Ganze evtl. zu eskalieren droht. Es ist eine Schweinerei, keine Frage, doch nicht wirklich eine Lösung, oder?

    Den Vorschlag, dass Markus Schreiber & Co. selbst den Zaun wieder abbauen und auch die Entfernung der Felsbrocken aus eigener Tasche finanziert, finde ich gut, denn nur zurücktreten, wenn man etwas verbockt hat, wäre doch zu einfach.

    Auch der Vorschlag, dass man mit 118.000 € viel Wohnraum hätte schaffen können wurde scheinbar im Ausschuss gar nicht erst in Erwägung gezogen.

    Der Mensch sollte die Chance haben aus seinen Fehlern zu lernen und nicht weiter mit seinem Programm „Vertreibung der Obdachlosen“ durchkommen.

    Nachahmungswert finde ich es , was einige hier mit Ihren solidarischen Aktionen bereits in Gang gebracht haben, doch bitte bleibt friedlich und verursacht keine weiteren Kosten!

    Dem Herrn Schreiber und allen anderen verantwortlichen Volksvertretern, die nie erfahren oder vergessen haben, wie es ist arm und mittellos zu sein und diskriminiert zu werden, empfehle ich eine Zeit lang so zu leben um in Zukunft bisherige Entscheidungen nicht mehr zu fällen und sich an ihrem Arbeitsprogramm und Leitfaden zu halten, worin u.a. steht, dass sie „… unsere Stadt wieder stark und solidarisch machen und dabei mit allen Kräften in der Stadt zusammenarbeiten wollen, die Wohlstand und Lebensqualität und die Chance für jede und jeden bietet, das Leben selbst in die Hand zu nehmen,. … “ siehe http://www.hamburg.de/contentblob/2867926/data/download-arbeitsprogramm-10-mai-2011.pdf — das wird doch wirklich nicht so zu verstehen sein, dass sie mit solchen Aktionen wirklich unser Solidaritäsempfinden fördern, weiterhin Gelder für unsoziale Projekte verschwenden und unser Mensch sein uns selbst überlassen wollen.

    Stefanie 43

  22. der zaun … leider ein wieder sehr anfassbares praxisbeispiel aus der reihe „kapitalismus als störung von hirn, herz und seele“.

    nebenbei bemerkt: auch die Bahn AG schaft bänke weg und sitz-schalen an, damit menschen im bahnhof nicht schlafen können….

  23. …bin heute daran vorbei gefahren und konnte diese unmenschlichkeit einfach nicht fassen….

  24. Die Aufwendungen für Polizeieinsätze bei Demonstrationen sind ja wohl Teil des Schadens, den Hr. Schreiber angerichtet hat!
    Wer wissen will, wie es Obdachlosen in Deutschland geht, warum sie auf der Strasse oft besser aufgehoben sind als in Alibi-Unterkünften, dem empfehle ich Günter Wallraffs Recherchefilm http://www.youtube.com/watch?v=kLVScvzSu3U

  25. @Stefanie: Ich stimme absolut zu – nur in einem Punkt muss ich massiv widersprechen:

    „Keinem Obdachlosen ist geholfen, wenn wir jetzt Demos veranstalten, wo z. B. gesonderte Polizeieinsätze nötig sind, weil das Ganze evtl. zu eskalieren droht. Es ist eine Schweinerei, keine Frage, doch nicht wirklich eine Lösung, oder?“

    Da „Herr“ Schreiber nach eigenen Aussagen schon im Vorfeld damit gerechnet hat, auf Widerstand zu treffen (Mopo), wird er nicht nur die bereits entstandenen Kosten zu verantworten haben, sondern auch alle Folgekosten. Immerhin rechnet er ja so gern (wenn auch offensichtlich nicht richtig).

    Jede Demo, Kundgebung etc. wird von Polizeieinsätzen begleitet. Ich war von Freitag bis Sonntag jeden Tag/Abend mit einigen Leuten dort, und selbst auf der Minikundgebung am Sonntag waren „Ordnungshüter“ zugegen. Und da es unser verbrieftes Recht ist, demonstrieren zu dürfen, sollte man dieses Recht auch in voller Breite ausschöpfen – natürlich friedlich, aber eben auch laut und massiv. Obdachlose haben nun einmal keine Lobby, und wenn ich mich in den Wald stelle und leise vor mich hinmurmel, wird sich der „Volksvertreter“ Schreiber allerhöchstens ins Fäustchen lachen. Wenn jeden Tag oder jedes Wochenende gewaltige Demos stattfänden, muss er früher oder später einen Rückzieher machen – weil eben gerade die dadurch verursachten Mehrkosten irgendwann direkt auf ihn zurückfallen werden. Die Mehrkosten hat allerdings, wie auch bereits von „reflexxxer“ erwähnt, ausschließlich „Herr“ Schreiber zu verantworten und auch zu tragen (vielleicht noch die Genossen/Genossinnen, die ihm zugestimmt haben). Der von ihm so gern hervorgeholte „kleine Mann“ (oder eben auch die „kleine Frau“, die er meist übersieht …) hat schließlich auch für verursachte Schäden oder dergleichen zu haften. Und in diesem Fall handelt es sich ja noch dazu und grundsätzlich schon einmal um diverse Verstöße gegen die elementaren Menschrechte und das Grundgesetz. „Herr“ Schreiber wird den Gesetzen und verabschiedeten Erklärungen meines Wissens auch unterliegen (auch wenn er es offensichtlich anders sieht) …

    Da ich nur einen kurzen Fußmarsch entfernt direkt auf St. Pauli lebe und arbeite (unmittelbare „Anwohner“ gibt es an der Brücke bekanntlich nicht, obwohl „Herr“ Schreiber in seinem Wahn dort ja welche auszumachen versucht und sich einige ewig Gestrige als Anwohner auszugeben versuchen …) werde ich es jedenfalls nicht hinnehmen, dass unsere Stadt zu einem Horrorszenario in Sachen Ausgrenzung, Verdrängung, Rassismus und braunem Gedankengut gemacht wird.

    Was ich allerdings befürchte: Aus Mangel an Lobby wird der Widerstand gegen den Zaun bald abebben. Einmal abgesehen von der gewaltigen Demo am Freitag (Kompliment an die Organisatoren, den Veranstalter höchstselbst und die Fangruppen des FC St. Pauli – bitte unbedingt mehr davon!) waren die Aktionen am Samstag und Sonntag quantitativ (keinesfalls qualitativ!) doch eher „mager“, was den Zuspruch angeht. Zwar waren auch dort weit mehr Leute zugegen, als in der hiesigen Presse dargestellt, aber ob das reicht?

    Eine interessante Randerscheinung, die ich Samstag und Sonntag beobachten durfte: Viele Touristen, die ja durch den Zaun „geschützt“ werden sollten, werden Hamburg nach eigenen Aussagen fortan den Rücken kehren und hier keinen Urlaub mehr machen. Insbesondere ausländische Besucher waren schockiert, welche Verhältnisse inzwischen wieder in Deutschland herrschen. Und ganz nebenbei sehe ich darin das Hauptproblem: Es kann doch nicht wahr sein, dass ausgerechnet die SPD (nicht nur durch diese Zaunaktion) nationalsozialistisches Gedankengut und ebensolche Aktivitäten ausgerechnet in Hamburg etablieren will. Schließlich wurden auch damals Minderheiten, und eben auch Obdachlose, ausgegrenzt und später gar „vernichtet“. Die „Verschwendung von Steuergeldern“ ist für mich daher nur eine Nebenerscheinung, denn die werden ohnehin permanent verschwendet.

    Solche Zäune haben jedenfalls einen wahrlich bitteren Beigeschmack – garniert mit einer widerlich braunen Einfärbung (ideologisch betrachtet) …

  26. Ich habe eine Gute Nachricht! Habe diesen Link an Extra 3 Geschickt, die haben jetzt geantwortet, dass sie darüber in Ihrer nächsten Sendung berichten werden. Also, Mittwoch, 22:50 Extra3 gucken!

  27. Ergänzung:

    Tja, die Stadt hat alles entfernt – die Blumen, die Kränze, die Kerzen, die Plakate und Zettel – alles, nur den Zaun nicht. Vorhin waren Räumkolonnen der Stadtreinigung vor Ort (natürlich wieder unter Polizeischutz …) und haben den Protest mal eben unter den „Teppich“ gekehrt.

    Zitat Springerpresse (Hamburger Abendblatt): „Wir haben mit Protest gerechnet“, sagte ein Sprecher des Bezirksamts Mitte am Vormittag vor Ort. „Nicht gerechnet haben wir mit der Unsachlichkeit der Reaktion!“
    Mal wieder nur ein „Sprecher“ …

    So, so. Die Reaktion war also „unsachlich“. Sachlicher war es ganz sicher, einen Zaun zu errichten, um Obdachlose zu vertreiben …

  28. Man sollte einen Zaun vor Herr Schreibers Tür bauen!

  29. http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extradrei753.html

  30. Jetzt schlafen da obdachlose aus Osteuropa. Super Sache.

  31. das die obdachlosen von der kersten miles brücke vertrieben werden sollen..war seit dem frühjahr 2011 bekannt.das kam im radio.darauf hin hab´ich alles gefilmt.mit den obdachlosen…den deckeln der bunker.den stein flächen und dem zaun.
    gut:der zaun ist weg.und nun?jemand sollte dort regelmäßig aufklaren..dann gibt es sicher keinen streit mehr.
    suche bei yt:kersten miles brücke…
    und einvorschlag zur güte..:markus schreiber nach harburg oder bergedorf versetzen…zum nachdenken.und sein windiger sprecher-den sollte er mitnehmen!

  32. Der Zaun ist doch kein Problem.

    Er ist sogar nuetzlich:
    Die Menschen werden sich eine Saege beschaffen, und den Zaun an einer Stelle oeffnen. Den Rest mit alter Folie verhaengt, und dann kann man gemuetlich hinter dem Zaun schlafen, und es zieht dann auch nicht mehr so, dem Zaun und der alten Folie sei Dank.
    Wenn genug Menschen ein gemeinsames Ziel haben, lassen sie sich nicht durch Zaeune stoppen.
    Es haette auch keine Wiedervereinigung gegeben, wenn die Menschen sich durch die Angst vor der Stasi haben stoppen lassen.
    Was hat ein Berber zu verlieren, der im Winter einen Zaun zersaegt? Sahbeschaedigung Straftat.
    Na und wird er sich sagen, wenn ich erwischt werde erwartet mich eine Warme Zelle und Vollpension bis zum Sommer. Wenn nicht, dann schlafe ich eben hier.

    Jannis Joplin sang mal „Freedom is just a another word for nothing left to loose“.

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