Reichlich Armut

Hartz IV in Hamburg – die aktuellen Daten aus den Stadtteilen

(aus Hinz&Kunzt 167/Januar 2007)

Wie lassen sich Armut und Reichtum messen? Die schlechte Nachricht: Das Haushaltsnettoeinkommen nach Stadtteilen ist zuletzt 1996 erfasst worden. Die gute Nachricht: Das Statistikamt Nord hat im Dezember neue Stadtteilprofile veröffentlicht und dabei erstmals die Arbeitsmarktreform Hartz IV berücksichtigt.

Unsere Karte zeigt, wie hoch der Anteil der Leistungsempfänger in jedem Stadtteil ist. Gezählt werden diejenigen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind und Arbeitslosengeld II bekommen, sowie Angehörige, die selbst nicht erwerbsfähig sind und Sozialgeld erhalten. So definiert es das Sozialgesetzbuch II.

Kurios: Die Daten des Statistikamtes sind detaillierter als die der Arbeitsgemeinschaft ARGE. Obwohl sie doch für die Hartz-IV-Arbeitslosen zuständig ist. „Wir haben Daten für unsere 19 Job-Center“, sagt ARGE-Sprecher René Tollkühn. Die Statistiker dagegen arbeiten kleinteiliger und machen Angaben für 98 Stadtteile. Tollkühn: „Diese Daten liegen bei uns nicht vor.“

Mehr als 200.000 Menschen in Hamburg bekamen Mitte 2006 Leistungen nach Hartz IV. Knapp zwölf Prozent der Bevölkerung sind das. Doch der Anteil ist je nach Stadtteil unterschiedlich. Auf der Veddel gibt es gut 30 Prozent Hilfeempfänger, in Nienstedten sind es gerade mal 0,8 Prozent.

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