Hamburg und Dar es Salaam

Reich = gesund / arm = krank?

Zwei Metropolen, zwei Welten: Gesundheitssystem und Bevölkerungsstruktur könnten in Dar es Salaam und in Hamburg kaum unterschiedlicher sein. Vor welchen Herausforderungen stehen die Partnerstädte? Das diskutieren Experten am Donnerstag in Hamburg.

 

Mehr als zehn Prozent der Bevölkerung von Dar es Salaam sind mit dem HI-Virus infiziert. In Hamburg leben laut Schätzung des Robert-Koch-Instituts 6400 Männer und Frauen mit HIV oder Aids. Das sind rund 0,37 Prozent der Hansestädter.

Die durchschnittliche Lebenserwartung für einen Hamburger liegt bei 77 Jahren, für Hamburgerinnen sogar bei 82 Jahren. Ein Mann aus Dar es Salaam wird im Durchschnitt nur 52 bis 56 Jahre alt.

Auch im Index des Weltrisikoberichts des Bündnisses „Entwicklung hilft“ liegen die Partnerstädte weit voneinander entfernt: Die Liste stellt dar, wie wahrscheinlich es in den Ländern ist, nach einem Naturereignis wie Dürre oder Erdbeben aufgrund der Infrastruktur zum Katastrophengebiet zu werden. Deutschland belegt Rang 146 – Tansania hingegen Rang 56.

Hamburg in Norddeutschland und die tansanische Megacity Dar es Salaam: Beide Partnerstädte sind Zentren für die Gesundheitsversorgung und stehen doch vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Das hängt nicht nur mit Lage, Klima und Entwicklungsstand, sondern entscheidend auch mit dem Wohlstand beziehungsweise der Armut der Städte zusammen. Denn das Gesundheitswesen ist auch ein Wirtschaftsfaktor, der die Städte vor finanzielle Aufgaben stellt. Wie kann ein gelungenes Gesundheitsmanagemant in Zeiten knapper Kassen hier wie dort funktionieren? Wie wird sichergestellt, dass es ausreichend gut ausgebildetes Personal und Fachkräfte gibt? Inwiefern wirkt sich der demografische Wandel aus?

Wichtig ist den Experten, auch das herauszustellen, was beide Städte verbindet. Peter Maduki ist im Auftrag der Kirchen in Tansania mit seiner Organisation Christian Social Services Comission medizinisch tätig und berichtet von seiner Arbeit. Die Hamburgische Bürgerschaftsabgeordnete Katharina Fegebank erzählt von ihrer Tansania-Reise und was sie davon für ihre politische Arbeit in Hamburg mitgenommen hat. Und Ulrich Scheibelk von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf weiß: Auch in Hamburg ist längst nicht alles gut. Hier wie dort gibt es ein Mehrklassensystem im Gesundheitsbereich, in dem viel Solidarität für benachteiligte Gruppen nötig ist. Was kann dafür die Hansestadt von Dar es Salaam lernen?

Experten aus Hamburg und Dar es Salaam erörtern diese und weitere Fragen bei einer öffentlichen Podiumsdiskussion, zu der Brot für die Welt und das Diakonische Werk Hamburg einladen: „Reich = Gesund / Arm = Krank?“, Do, 19. 9., 18.30 Uhr, Basler Hof Säle, Esplanade 15. Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten: n.meyer@diakonie-hamburg.de oder Telefon 040/30 620 225. 
BEB

Es diskutieren:
Peter Maduki, Vorstand eines ökumenischen Wohlfahrtsverbandes in Tansania (CSSC)
Stefan Herms, Leiter des Staatsamtes für die Freie und Hansestadt Hamburg
Katharina Fegebank, Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft (GRÜNE), sozial- und europapolitische Sprecherin der
Bürgerschaftsfraktion.
Dr. Jochen Bitzer, Arzt und Gesundheitsexperte bei Brot für die Welt
Ulrich Scheibel, Vorstand Medizinische Bereiche Evangelische Stiftung Alsterdorf
Moderation:
Gabi Brasch, Vorstand Diakonisches Werk Hamburg

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