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Kreativ und treffend

Proteste gegen Schreibers Zaun

26. September 2011 | Von | Kategorie: Nachrichten

An der Kersten-Miles-Brücke wurden die Spuren der Proteste am Wochenende längst beseitigt. Doch Hamburger bringen neue Blumen und Aushänge. Blogger berichten ständig über  Schreibers Zaun, und bei Youtube gibt es die ersten Anti-Zaun-Videos.

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„Klar dass solche Leute Markus Angst machen“, rappt Holger Burner. Und weiter: „Der Zaun muss weg. Und Schreiber auch.“ Mit den ersten Protestsongs gegen den Zaun an der Kersten-Miles-Brücke setzt sich der kreative Widerstand gegen die Umbaumaßnahmen an der beliebten Platte an der Helgoländer Allee fort. „Ihr bekämpft nicht Armut, ihr bekämpft nur die Armen“, findet Rapper Captain Gips.

Viele hundert Hamburger haben bereits am vergangenen Wochenende ihre Empörung zum Ausdruck gebracht: Rund 1250 Personen zogen nach dem Heimspiel des FC St. Pauli vom Heiliggeistfeld zur Kersten-Miles-Brücke. Aufgerufen zur Demonstration hatten Fans des Fußballvereins unter dem Motto „Markus Schreiber abschreiben“. Die Hamburger Polizei begleitete die Demonstration mit 960 Polizisten.

Mit Blumen und Kränzen brachten am Samstag mehrere hundert Hamburger ihre Empörung über den Umbau und die Vertreibungspolitik Schreibers zum Ausdruck. Sie machten die Kersten-Miles-Brücke zu einem Ort der Trauer um Nächstenliebe, Toleranz und Offenheit für Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Veranstalter Frank B. wertet die mehrstündige Mahnwache als Erfolg: „Wir haben genau das erreicht, was wir wollten: Wir haben Aufmerksamkeit erregt und sind friedlich geblieben.“ Er hofft, dass das nur der Anfang für eine öffentliche Diskussion über Ausgrenzung ist. „Das soll keine einmalige Solidaritätsaktion gewesen sein, sondern der Beginn für einen Diskurs.“

Zu einer „Kunstaktion gegen Ausgrenzung“ hatten Mitglieder der Partei Die Linken am Sonntag aufgerufen. In großen roten Lettern wurde das Wort „Ausgrenzung“ angebracht.

Bisher ist unsicher, ob im Winter ausreichend Unterkünfte für Obdachlose zur Verfügung stehen werden. Auch dafür, wünscht sich Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stephan Karrenbauer, müssen die Hamburger jetzt einstehen. Über das Engagement gegen die Vertreibungspolitik des Bezirks Mitte sagte er: „Wir freuen uns sehr über den Einsatz vieler Hamburger. Der Zaun muss weg!“ Wichtig sei aber, den Protest nicht darauf zu beschränken.

Der Zaun sei ein Symptom für die mangelhafte Wohnungs- und Wohnungslosenpolitik in der Stadt. „Wir brauchen dringend mehr und menschenwürdige Unterkünfte für die, die in Hamburg kein Dach über dem Kopf haben.“

Fotos: BEB/SOL/momos-gartenlaube.de

28 Kommentare
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  1. In Hamburg bekommt der Ausdruck Fremdschämen ein neues Gewicht!

    Die menschenverachtende Politik die Schreiber seit vielen Monaten in Hamburg ungestraft durch seine Parteifreunde“ betreiben darf hat hier ihren Gipfel gefunden! Wenn das Wort „Sozialdemokratisch“ auch nur noch einen Hund hinter dem Ofen vorlocken soll gibt es nur eine Konsequnez Herr Bürgermeister: Schreiber muss auf den „Müllhaufen“ der politischen Geschichte Hamburgs!

  2. Über diese menschenverachtende Vorgehensweise bin ich besonders erschüttert, da es nicht genug Übernachtungsplätze gibt, und hoffe dass die hamburger Obdachlosen auch überregionale Unterstützung finden, durch Beschwerden an Markus Schreiber oder weitere Publikationen.
    Alles Gute für euch in HH und viele Grüße

  3. Ich war eben gerade noch mal da. Da schrubbte ein fleißiger Mensch gerade im Auftrag der Stadt den Bürgersteig und alles, was am Zaun hing, am und hinter´m Zaun lag war abgeräumt.
    Der Zaun wird immer teurer…..

  4. Der Zaun war lange überfällig. Wo bleibt dr Protest bei wirklichen Problemen? Unfassbar, was hier passiert. Keine Stadt muss es erduldigen, dass ungepflegte Menschen im Stadtbereich „leben“.

  5. Dieser Zaun ist eine Frechheit! Leider gibt es in jeder Stadt solche Zäune und wenn es keine realen sind, dann Schranken im Kopf derjenigen, die welche aufstellen könnten…

  6. @Fincut, genau für diese deine Sichtweise steht doch die Ausgrenzungspolitik Schreibers. Wollen wir eine Stadt haben, in der Menschen aus dem „Stadtbereich“ komplett rausfliegen sollen, weil sie nach herrschenden Maßstäben „ungepflegt“ sind? Es geht doch auch noch um etwas ganz anderes: Die Sozialdemokratie Hamburgs macht Politik der Menschenorganisierung. Wenn doch angeblich ausreichend Obdachlosenunterkünfte bereitstehen, warum braucht man dann einen Zaun? Können Zäune denn Morde verhindern?Sich zu überlgen, wie man den ökonomisch am stärksten Ausgegrenztesten trotzdem legitime soziale Teilhabeansprüche erfüllen kann, darin versagt die Partei gründlich.

  7. @Fincut, doch eine Stadt muß das „erdulden“ . Wir leben hier nicht auf der Insel der Glückseeligen und wir können und dürfen die Not nicht dahin verbannen, wo sie keiner sieht.
    Und mal ganz ehrlich, wie kann man Menschen darauf reduzieren, das sie nicht täglich duschen können und nicht im neuesten Designerfummel rumlaufen.
    Vielleicht solltest Du Dir mal die Mühe machen, diese Menschen kennenzulernen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Ich kann Dir versichern, das tut nicht weh und erweitert den Horizont ungemein.
    Denn auch das muß eine Stadt erdulden, Menschen, die engstirnig sind und die Schranken im Kopf haben, wie Piri oben schon geschrieben hat. Und das finde ich schwerer zu ertragen als ein paar Menschen, die unter einer Brücke schlafen, wovon ich in der Regel ja kaum was mitbekomme. Mich stört es aber auch nicht, wenn diese Menschen in der Mönckebergstraße oder sonstwo „leben“.
    Es wäre angebrachter, echte Hilfe zu leisten und weder jeden unbedingt und auch gegen seinen Willen von der Straße holen zu wollen und in ein bürgerliches Korsett zu pressen, das ihm nicht passt, noch diese Menschen noch mehr auszugrenzen und geradezu zu ächten.
    Ich habe mich selten in meinem Leben so geschämt, Hamburgerin zu sein.

  8. hab heute zusammen mit captain gips das passende protest-video gemacht
    http://youtu.be/QSKy8KmItR8

  9. Ich möchte nicht mit Obdachlosen „ins Gespräch kommen“. Ich möchte ohne Geruchsbelästigung durch Kot und Urin durch meine Stadt radeln können. Und deshalb musste dieser Schandfleck endlich – nach zig Jahren – beseitigt werden. Der Zaun kommt quasi 10 Jahre zu spät.

  10. @ fincut, mal abgesehen davon, das Deine Respektlosigkeit diesen Menschen gegenüber zum Himmel stinkt, kann man Dir ja nur wünschen, das Du nie in Not gerätst und auf Hilfe angewiesen bist. Mögen Dir also Schicksalsschläge wie Krankheit, Arbeitslosigkeit und persönliche Krisen erspart bleiben. Das geht manchmal schneller als man denkt. Nach Kot und Urin riecht es da immer nur dann, wenn Horden von Schlagermovebesuchern in die Pampa pinkeln. Alles brave gepflegte Bürger, die meinen, dann die Sau raus lassen zu müssen.

  11. Schade, Fincut, dass Du hier anonym postest.
    Das hat für mich so ein wenig die Anmutung, dass Du nur provozieren willst, aber nicht wirklich zu Deiner Meinung stehen würdest, wenn Du direkt darauf angesprochen wirst.
    Ich für meinen Teil schäme mich als Hamburger für diesen Zaun, der mittlerweile schon für eine überregionale negative Bekanntheit unserer Stadt sorgt. Deshalb wünsche ich mir sehr, dass dieses Schandmal schnellstmöglich verschwindet – und seine Erbauer gleich mit.
    Noch mehr aber schäme ich mich, mit Mitbürgern wie Dir in einer Stadt zu leben….

  12. Unglaublich wie Schreiber es hervorhebt, dass Bezirk Mitte ja so viel für Obdachlose macht/ Unterkünfte etc.
    Vielleicht sollte Schreiber selbst mal eine Nacht versuchen in einem Wohnheim zu schlafen. Die Umstände in den Obdachlosenwohnheimen sind menschenunwürdig und da ist es völlig verständlich, dass man gemeinsam mit Menschen, denen man vertraut, unter einer Brücke schläft.
    Und mit Straftaten sowie Ängsten von AnwohnerInnen zu argumentieren, ist auch sehr schwach, dann sollte man vielleicht einfach jede Straftat an jeder Brücke/Straßenecke markieren. Was bildet sich Schreiber ein, so schwach zu argumentieren, wahrscheinlich wird die Schlichtung jetzt ergeben, dass der Zaun wieder abgebaut wird. Hoffentlich. Und dann? Werden sich die Lebensbedingungen in den Heimen ändern?
    Warum leben Menschen lieber auf der Straße, als in den Heimen? Damit sollte man sich auf jeden Fall auch nach der Schlichtung intensiv beschäftigen.

  13. Ich bin respektlos, weil mich Uringestank stört? Weil ich Kot nicht auf der Wiese ok finde? Weil mich Unrat stört? Weil mich Orte überdurchschnittlicher Kriminalität abstoßen? Deshalb bin ich respektlos?! Du hast keinen Schimmer, was RESPEKT bedeutet. Zum Beispiel seine Mitmenschen zu achten und nicht unter Brücken zu urinieren.

  14. Hiermit spreche ich mich gegen den unsäglichen Zaun an der Helgoländer Allee im Bezirk Hamburg-Mitte aus.
    Das Zusammensein zwischen Menschen hat auf der Grundlage von intelligentem Handeln und menschenachtender Postulate zu geschehen.
    Allein das ist sozial und demokratisch.

  15. @ Fincut: Es ist respektlos Menschen derart zu redzuzieren . Außerdem weiß Du doch gar nicht, wo die urinieren. Wer sagt Dir denn, das das nicht ein braver Anzug im Bürger war.
    Und die überdurchschnittliche Kriminalität findest Du wohl eher etwas weiter oben an der Reeperbahn. Mir ist völlig neu, das von Obdachlosen eine überhöhte Kriminalität ausgeht. Aber ich bin vielleicht nicht so schlau wie Du, habe ich doch schon mehrfach mit Obdachlosen zu tun gehabt. Heute hab ich sogar einen in den Arm genommen und ich hab weder Läuse noch die Krätze noch rieche ich nun. Aber es geht doch nichts über gut gepflegte Vorurteile.

  16. Natürlich weiß ich, wo die Obdachlosen ihre Notdurft verrichten. Man kann es ja leider weder übersehen, noch „überriechen“. Ich fahre dort täglich mit dem Rad vorbei …. Und ein Mord, eine Vergewaltigung und unzählige Gewaltdelikte und Ruhestörungen auf wenigen Quadratmetern sind extrem.

    Niemand hat das Recht, städtisches Eigentum zu bewohnen. Hier wurde es Jahrzehnte geduldet. Ermahnungen wurden ignoriert, Hilfsangebote ausgeschlagen und gleichzeitig andere Menschen belästigt.

    Ihr Gutmenschen solltet die Obdachlosen einfach mit nach Hause nehmen oder in Eurem Garten leben lassen.

  17. Menschen wie Schreiber beweisen erneut, waqs es bedeutet, in dieser Stadt der Pfeffersäcke Sozialdemokrat zu sein – überhaupt nichts nämlich. Wieder einmal ist es der SPD gelungen, die absolute Mehrheit in dieser Stadt zu erringen und wieder einmal benimmt sie sich wie die Axt im Walde, anstatt die in sie gesetzten Erwartungen zu erfüllen. Schreiber sollte gefälligst Energie, Phantasie und Geld in dieser reichtsten Stadt Deutschland aufwenden, um das Elend auf Hamburgs Straßen wirksam zu bekämpfen, anstatt unser Geld dafür auszugeben auf den Schwächsten herumzutreten.

    Im Übrigen sind mir alle Hamburger Obdachlosen nicht widerlich – im Gegensatz zu Gestalten wie „Fincut“.

  18. Die Stadt nimmt seit Jahren viel Geld in die Hand, nur damit kann man nichts bewirken, wenn jemand auf der Straße leben WILL. Das kann man so lange hinnehmen, bis sich andere Menschen gestört fühlen. Und an diesem Punkt muss man erwarten, dass das Leben der Obdachlosen nicht mehr akzeptiert wird. Nichts anderes ist hier geschehen. Und wenn Du alle Obdachlosen so lieb hast, dann beherberge sie doch bei Dir. Oder wenigstens einen oder zwei von denen. Wenn sie es denn wollen….

    Ihr macht auf mich den Eindruck wie 13 Jährige Schüler an einer Waldorfschule, die in jedem Auto etwas Böses sehen und am liebsten jeden Frosch dieser Welt über die Straße tragen würden. Wacht auf, Kinder.

  19. Also ich habe bis 2001 etwa 10 Jahre in Hamburg gelebt, war zeitweise auch obdachlos und habe unter dieser Brücke geschlafen. Nie ist dort etwas passiert, nie wurden dort Passanten bedroht. Es ist eine Peinlichkeit für die Hamburger Politik diesen Schlafplatz jetzt abzuriegeln! Gute Nacht Hamburg, wenn das deine Politiker sind!

  20. @Fincut

    Wenn Du mal einen Blick auf die Abstimmungseite des Abendblattes wirfst, kannst Du sehen, dass die überwiegende Mehrheit der Hamburger gegen diesen Zaun und gegen die Ausgrenzungspolitik des Herrn Schreibers ist.

    http://www.abendblatt.de/hamburg/article2038897/Der-Zaun-unter-einer-Bruecke-in-St-Pauli-den-der-Bezirk-Mitte-ziehen-liess-damit-dort-keine-Obdachlosen-schlafen-ist-hochumstritten-Sollte-er-stehen-bleiben.html

    Natürlich gibt es auch Stimmen wie Deine, die für dies unsägliche Bauwerk plädieren, ohne allerdinge erkennbar produktive Vorschläge zur Lösung des Problems zu machen – genausowenig wie Du bisher in irgendeiner Weise wirklich konstruktives von Dir gegeben hast.

    Dass Du jetzt die hier Diskutierenden als Kinder bezeichnest, setzt meiner Auffassung nach Deinen Nicht-Argumenten noch die Krone auf, und zeigt, welch Geistes Kind Du bist .
    Von Respekt anderen Menschen gegenüber fehlt da jede Spur, auch wenn du oben Anderes behauptet hast. Wie sonst wäre es auch zu erklären, dass Du Deine Parolen feige aus der Anonymität heraus hier verbreitest, ja mehr oder weniger hier hin rotzt, aber nicht in der Lage bist, mit Gesicht und Namen dazu zu stehen?

    Also, her mit stichhaltign Argumenten, produktiven Vorschlägen und runter mit der Maske, dann können wir gerne weiter reden….

  21. Ich hab nie eine Walddorfschule besucht, sondern ein hoch angesehenes Gymnasium in Hamburg. Und ich trage lieber einen Frosch über die Straße als mich mit soviel unsubstantiiertem Müll auseinanderzusetzen. Dafür ist mir meine Zeit dann doch zu schade. Komisch, ich bin jeden Tag an der Helgoländer Allee und rieche ausser Schiffsdiesel so rein gar nichts. Aber vielleicht ist das ja schon die Wirkung des Zauns.

  22. Warum soll ich eine Lösung vorschlagen, wenn es doch kein Problem gibt? Niemand wird gezwungen obdachlos zu sein. Und hey – Ich bin nicht anonym. Ich bin Fincut. Und ich respektiere jeden, der an einem guten Miteinander arbeitet. Obdachlose gehören nicht dazu, denn sie stören die Gesellschaft. Ganz bewusst und ohne Zwang. Sie haben daher jedes Mitgefühl verwirkt.

  23. “ Denn sie stören die Gesellschaft“
    Wer bestimmt denn das? Du?

    Was ich sehe, und höre wenn der Zaun zur Sprache kommt, ist tiefe Betroffenheit und sehr viel Ärger über Politiker und blasierte Menschen wie Dich, F, die meinen, aus einer Position der Minderheit heraus darüber entscheiden zu dürfen, was der Gesellschaft oder der Stadt gut tut.
    Demokratie funktioniert aber nicht so, sondern sie orientiert sich am Willen der Mehrheit – die in diesem Fall eben nicht das will, was Du, oder aber auch Herr Schneider möchten.
    Bleibt eigentlich nur eine Konsequenz: die einsame Insel, auf der jeder von euch für sich entscheiden kann, was er für gut und richtig empfindet.
    Da kann dann auch jeder von euch Zäune bauen, um die böse Welt draussen zu halten.

    Nicht zuletzt möchte ich auch noch einmal daran erinnern, dass Demokratie auch andeer Meinungen zulässt, als die eigene – und idealerweise aus der Pluraität der Meinungen einen Konsenz zu bilden in der Lage ist, Kompromissbereittschaft bei allen Beteiligten vorausgesetzt.
    Die lässt Du, mein lieber F. leider völlig vermissen, genau wie den Respekt vor anderen Meinungen als Deiner.
    Schade eigentlich…

  24. @Fincut:
    Weißt du überhaupt, was du hier für einen Mist erzählst? Von wegen: „Niemand wird gezwungen, obdachlos zu sein.“ Und warum stören Obdachlose die Gesellschaft? Meinst du vielleicht, diese Leute, welche sehr wohl Mitglied unserer Gesellschaft sind, ziehen es vor auf der Straße zu leben? Meinst du, diese Leute sind freiwillig obdachlos geworden?

    Also, wenn ich deine Kommentare hier lese, da muss ich mich an den Kopf fassen und ich frage mich, in welcher Gesellschaft du groß geworden bist?

    In ganz Deutschland gibt es etwa 860.000 Obdachlose. Diese Zahl ist jedoch in keiner Statistik erfasst, sie beruht lediglich auf Schätzungen von Wohlfahrtsverbänden. Etwa eine weitere Millionen Menschen in Deutschland sind akut von Obdachlosigkeit bedroht. Diese Menschen stören die Gesellschaft? Diese Menschen leben alle freiwillig auf der Straße?

    Hast du dir schon mal überlegt, welche Gründe zur Obdachlosigkeit führen können? Bei 37,5 Prozent der Obdachlosen liegt der Wohnungsverlust in der Trennung oder Scheidung vom Partner begründet. 21,5 Prozent leben aufgrund des Auszuges aus der elterlichen Wohnung auf der Straße. Etwa 10 Prozent fliehen vor (meist sexueller) Gewalt. Weitere Faktoren, wie zum Beispiel Mietschulden, sind ein häufiger Grund vor allem für Männer, in die Obdachlosigkeit zu fallen.

    So, und wenn du jetzt noch denkst, dass jeder an seiner Obdachlosigkeit selbst schuld ist, dann verstehst du warscheinlich unsere Gesellschaft nicht.

  25. Obdachlose stören die Gesellschaft, weil sie überwiegend ungepflegt sind und schlecht riechen (als Schüler an einer Tankstelle gearbeitet, wenn ein Obdachloser kam konnte man idR nicht mehr atmen), sie belegen öffentlichen Raum, der dafür nicht gedacht ist (Bänke in der City , auf denen Passanten kurzweilig ausruhen können sollten), sie urinieren „wild“, was zu Verschmutzungen führt (wie man selbst feststellen kann, wenn man will – ein später Bummel über die Mö kann da hilfreich sein), sie belasten die Stadt finanziell, sie belasten Hilfseinrichtungen finanziell und das ohne Not. Obdachlosigkeit ist „hausgemacht“, niemand trägt dafür die Verantwortung – außer der Obdachlose selbst.

    Obdachlose schaden der Gemeinschaft. Und deshalb ist es gut und richtig, dass man es nicht duldet, wenn diese Menschen fremdes EIgentum in Beschlag nehmen, verschnutzen, stören und auf Ermahnungen nichts geben.

    Schreiber ist ein absoluter Menschenfreund, mit mir als Innensenator hättet Ihr noch viel weniger Freude. Also genießt es, dass es nur ein Zaun geworden ist.

  26. So viel gequirlter Mist ist schwerer zu ertragen als ein paar Obdachlose unter einer Brücke. Obdachlosigkeit ist also hausgemacht. Ich will gar nicht wissen, wie Du zu dieser Erkenntnis kommst. Aus Unkenntnis der Wirklichkeiten in unserer Gesellschaft vermutlich.
    Und jemanden wie Dich würden wir schlicht nicht zum Innensenator wählen, so einfach ist das. Im übrigen ist Herr Schreiber nicht Innensenator sondern Bezirks“bürgermeister“.

  27. Ich frage mich wirklich und ehrlich wie Herr Schreiber abends in seinem sicherlich recht bequemen Bett in den Schlaf findet. Autogenestraining, erfolgreicher Abschluss eines Verdrängungsseminars, ne‘ Schlaftablette oder Tasse heiße Milch? „Gutes Gewissen – sanftes Kissen“, kann’s eigentlich nicht sein.

  28. ENDLICH!
    Dieser herabwürdigende Zaun kommt wieder weg! Wie die „Hamburger Morgenpost“ heute in ihrer Online-Ausgabe berichtet wird der herabwürdigende Zaun noch am heutigen Freitag abgebaut! Hier eine Kopie des MoPo-Artikels:

    Anti-Odachlosen-Zaun wird abgebaut

    Das war’s! Der umstrittene Zaun gegen Obdachlose unter der Kersten-Miles-Brücke an der Helgoländer Allee in St. Pauli wird noch am Freitag abgebaut. Das gab Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) bekannt.

    Der Aufbau des 18.000 Euro teuren Zauns hatte zu massiven Protesten geführt – jetzt kommt er weg. Hans-Peter Strenge (Präsident der Synode der Nordelbischen Kirche), der die Moderation im Streit um den Zaun übernommen hat, hatte Schreiber am Freitag dazu aufgefordert, den Zaun wieder zu entfernen und unverzüglich den Abbau veranlassen.

    „Damit werden von Seiten des Bezirks die bestmöglichen Startbedingungen für den in der nächsten Woche beginnenden Runden Tisch geschaffen und wir können gemeinsam die besseren Alternativen entwickeln. Wir als Bezirk sind für alles offen, einzige Bedingung: Es darf kein Zurück zu den Zuständen geben, wie sie im letzten Jahr dort zu finden waren. Im Übrigen kann es nicht Ziel sein, zu fordern, dass Menschen unter Brücken schlafen dürfen sondern vielmehr muss darauf hingewirkt werden, bestehende Hilfsangebote auch anzunehmen“, so Schreiber am Freitag.

    Das Bezirksamt hatte den Zaun nach Beschwerden von Anwohnern errichtet, damit Obdachlose nicht mehr unter der Brücke in der Nähe des Hafens übernachten.

    Quelle: http://www.mopo.de/politik—wirtschaft/das-war-s–anti-odachlosen-zaun-wird-abgebaut,5067150,10935982.html

    Es ist nur schade, dass in Hamburg schon wieder einmal 18.000 Euro Steuergelder verschwendet wurden.

    Hauptsache ist: Der Zaun ist weg! Ich bin der Meinung, dieser Zaun hat nicht nur die Obdachlosen ausgegrenzt sondern auch das gesamte Bild der Helgoländer Allee verschandelt. Ich als „Ossi“ sage da nur: Eingezäunt waren wir früher!

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