Neue Studien zum Arbeitsmarkt

„Arbeit soll sich wieder lohnen“, poltern Politiker.

Im Februar hatte das Karl-Bräuer-Institut – das Forschungsinstitut des Bundes der Steuerzahler – eine für die Frankfurter Allgemeine Zeitung durchgeführte Studie veröffentlicht. Laut dieser lohnt sich für viele Beschöftigte in Deutschland die Arbeit nicht, weil sie sogar weniger verdienen als die Grundsicherung durch den Staat betrüge.

Jetzt bieten gleich vier neue Studien Hintergrund für die Debatte über Arbeitsmarktpolitik.

REUTERS/Arnd Wiegmann
REUTERS/Arnd Wiegmann

Der Paritätische Wohlfahrtsverband legte Berechnungen vor, nach denen Niedriglöhner in jedem Fall mehr verdienen als Hartz-IV-Empfänger. Je nach Haushaltstyp liege der Lohnabstand zwischen 280 und 900 Euro im Monat. Allerdings ging der Verband von einem Mindeststundenlohn von 5,90 Euro aus, was nicht immer der Wirklichkeit entspricht.

Laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben es Arbeitslose in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten relativ schwer, durch Erwerbsarbeit über die Armutsgrenze zu gelangen und so unabhängig von Hartz IV zu werden. Das liege an der überdurchschnittlich hohen Abgabenlast für Geringverdiener.

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft fand Hinweise darauf, dass Niedriglohnbeschäftigung ein „gutes Sprungbrett“ sein kann, um sich „aus der Einkommensarmut zu befreien“.

Intensivgespräche des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung haben ergeben, dass sich Arbeitslose – entgegen der Vorstellung von Westerwelle und Co. – intensiv und vielfältig um einen Job bemühen – allerdings oft vergeblich.

UJO/BEB

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