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Murry Mills, Chicago

Murry Mills lernte das Leben auf der Straße früh kennen, und schon mit 13 Jahren kam er mit Drogen in Berührung. Nach Jahren der Obdachlosigkeit, einer Haftstrafe und dem ewigen Kampf, seine Familie unterstützen zu können, wusste er, dass er sein Leben in den Griff kriegen musste. Vor fast 20 Jahren kam er zur Chicagoer Straßenzeitung „StreetWise“. 

 

Wie sind Sie zu „StreetWise“ gekommen?

streetwise_murry_millsMurry Mills: Ich wurde aus einem einfachen Grund obdachlos: Ich verkaufte Drogen. Ich ging in den Untergrund und hatte keine Bleibe mehr. Dann sah ich eines Tages diese Typen mit den Abzeichen. Und ich dachte mir, hey, warte mal – jeden Tag sehe ich sie lächeln und ihr Geld und ihre Zeitungen zählen. Also habe ich ihnen einfach gesagt: Was immer ihr hier alle macht, ich will mitmachen!

Erzählen Sie uns von Ihren Kindern.

Ich bin Vater von drei Kindern. Mein Sohn Denzel ist jetzt 21 und spielt Football an der Michigan State University. Er studiert dort Ingenieurwesen. Mein Sohn Darias ist 16 und lebt in Tacoma, Washington. Er wohnt bei seiner Großmutter und spielt Football und Basketball. Meine Tochter Fantasia ist zwölf und groß gewachsen wie ich. Sie will einfach nur ein gutes kleines Mädchen sein. Sie hat ihr Leben schon sehr gut im Griff. Ihr Ziel ist ein Beruf mit Tieren, später will sie Tierärztin werden. Ich möchte sie in meiner Nähe haben. Sie wohnt bei mir und ihrer Mutter. Ich bin sehr stolz auf die beiden.

Ich arbeite einfach daran, ein gutes Leben führen zu können und nichts falsch zu machen. 

Welche Jobs haben Sie früher gemacht?

Ich war Maschinist, bis die Firma pleite ging. Ich arbeite jetzt daran, die Eintragungen in meiner Akte löschen zu lassen, damit ich mich weiter nach einem anderen Job umsehen kann. Ich arbeite einfach daran, ein gutes Leben führen zu können und nichts falsch zu machen. Ich versuche, gute Entscheidungen zu treffen und wieder Arbeit zu finden.

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Ich bin ein unkomplizierter Typ, sehr nett und sehr zufrieden. Mein Mantra ist es, positiv zu bleiben und mir selbst, meiner Familie und den Menschen um mich herum mit Respekt zu begegnen.

Interview: Brittany Langmeyer
Foto: StreetWise

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