Dankeschön-Event

Freundeskreis in der Staatsoper

Blick hinter die Kulissen: 400 Mitglieder des Hinz&Kunzt-Freundeskreises erlebten exklusiv in der Hamburgischen Staatsoper eine Bühnenorchesterprobe. Geübt wurde Georg Philip Telemanns Oper um den vertriebenen Langobardenkönig „Flavius Bertaridus“.

Die Bühne ist hell erleuchtet. Statt barocker Kulissenpracht sind da aber nur zwei Palmen und etwas Absperrband. Während der Aufführung werden statt der Bänder Wände gezogen sein, verrät Bettina Bermbach, die Pressesprecherin des Hauses 400 gespannten Hinz&Kunzt-Freundeskreismitgliedern, die von der Staatsoper exklusiv zu einer Bühnenorchesterprobe der Oper „Flavius Bertaridus – König der Langobarden“ eingeladen wurden. Doch heute wird noch geprobt. Deswegen stehen die Akteure auch ganz leger in Jeans und Pullovern gekleidet auf der Bühne, statt mit ausladendenden Kostümen geschmückt zu sein.

„Flavius Bertaridus“ ist eine historische Kriminalgeschichte – und schwere Kost. 1729 wurde die Oper von Georg Philipp Telemann in Hamburg uraufgeführt. Jetzt schaffen die Arien um Macht, Verbrechen, Liebe und Begehren es wieder auf die Bühne der Staatsoper. Mit Leidenschaft übersetzen Ensemble und Orchester singend, schauspielernd und musizierend die Themen ins Heute. Manche Arie, die ein oder andere Partitur werden heute wiederholt, schließlich soll bei der Premiere alles perfekt sein. Da ist besonders Maestro Allessandro De Marchi, der musikalische Leiter, gefordert.

Besonders ausgelassen ist Jürgen Sacher, der im Stück den General Orontes verkörpert. Als eine Bühnentür das dritte Mal klemmt, stürzt er mit dem Kopf voran darauf zu und bringt so das ganze Team zum Lachen. Auch Antonio, der Flavius’ Widersacher Grimoaldus spielt, sorgt für Heiterkeit. Nach seiner „Ermordung“ beschwert er sich lautstark, man möge seine „Leiche“ doch bitte liebevoller über die Bühne ziehen.

Nach drei Stunden gibt es für den König der Langobarden ein Happy End. Doch für die Hinz&Kunzt-Freunde ist die Sondervorstellung noch nicht vorbei: Alessandro de Marchi und Mezzosopranistin Maite Beaumont, die die Hauptrolle des Flavius Bertaridus singt, stehen noch für Fragen zur Verfügung.

Opernstars
Opernstars zum Anfassen: Maite Beaumont und Alessandro De Marchi

„Wie lange brauchen Sie, Frau Beaumont, um sich auf eine Rolle vorzubereiten?“, lautete eine Frage aus dem Publikum. Manche, sagt Maite Beaumont, habe sie im Blut und könne sie aus dem Stehgreif spielen. Die Rolle des Flavius habe sie vier Monate täglich geprobt.
Aber ob es nicht komisch sei, einen Mann zu spielen? Maite Beaumont lächelt charmant: „Ich habe schon als Kind die Hosen angehabt und Jungs gespielt.“ Für ein ausführlicheres Gespräch hat Hinz&Kunzt-Autorin Maren Albertsen die Opernsängerin getroffen (Davon lesen Sie in der kommenden Novemberausgabe von Hinz&Kunzt).
Die Frager erweisen sich als wahre Opernexperten: „Warum wurde genau dieses Stück Telemanns ausgewählt, obwohl es in keinem Opernführer Erwähnung findet?“, wollen Sie wissen. Und wo hat Alessandro De Marchi dies wundervolle Stück ausgegraben?
Der findet, es stelle keine Herausforderung dar, nur Publikumslieblinge zu spielen. Viel zu lange sei der Wahl-Hamburger Telemann in der Hansestadt in Vergessenheit geraten. Genau durch die Inszenierung unbekannterer Werke könne man verloren geglaubte Schätze auf die Bühne zurückbringen.

Einen kostbaren Vormittag haben die 400 Freundeskreis-Mitglieder da erlebt. „Eine wunderbare und einzigartige Matinée“, schwärmt zum Beispiel Inge Fischer, die seit mehr als 10 Jahren Mitglied im Freundeskreis ist. „Wir durften auf der Bühne hinter diese blicken.“

Text und Foto: Eva Schramm

Mehr Informationen und die Termine von „Flavius Bertaridus“ finden Sie unter www.staatsoper-hamburg.de.

Hinz&Kunzt lädt die Mitglieder des Freundeskreis einmal im Jahr zu einer besonderen kulturellen Veranstaltung ein, um „Danke“ für die Unterstützung zu sagen. Wir waren unter anderem schon zu Gast in der Kunsthalle und beim Rezitator Lutz Görner. Wenn Sie mögen, werden Sie gleich online Mitglied im Freundeskreis!

1 Kommentar zu “Freundeskreis in der Staatsoper

  1. Hallo liebes Hinz&Kunzt-Team, liebe Eva Schramm!
    Vielen Dank für den Bericht über den ‚Freundeskreis in die Staatsoper‘ und den Blick hinter die Kulissen…
    Und es macht Lust auf mehr! Viel zu lange ist’s her, seit ich das letzte Mal eine Aufführung in der Staatsoper besucht habe, zu ‚mainstream‘ erschien mir das Programm. Doch als Hamburgerin eine Oper eines (Wahl-) Hamburgers mir anzusehen, die männliche Hauptrolle von einer Sopranistin gespielt und gesungen, das klingt nicht nur interessant, sondern geradezu verlockend.
    Hätte ich diesen Bericht nicht gelesen, das Jahr 2011 wäre ins Land gezogen ohne einen Besuch in der Staatsoper!
    Beste Grüße schickt
    Katharina

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