Recht auf Stadt-Kongress

Wohnungsnot „de luxe“

Seit drei Jahren kämpft das Netzwerk Recht auf Stadt in Hamburg gegen Mietenwahnsinn. Zahlen zeigen: Das ist jetzt dringender denn je. Am Wochenende wird beim Kongress Debatte de luxe“ Klartext geredet. 

Die Initiative„Recht auf Stadt“ lädt zum Kongress über Wohnungsnot und Mietenwahnsinn. Foto: Theo Bruns

Die Hamburger Mieten sind schonmal de luxe: Laut dem jüngsten Immobilienbericht der Bundesregierung sind sie im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gestiegen: um satte 7,5 Prozent. Im Bundesdurchschnitt zogen sie um 3 Prozent an. Der Preis für Neuvermietungen liegt mittlerweile bei  11,10 Euro pro Quadratmeter und damit rund 80 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Besonders Menschen mit geringem Einkommen finden kaum noch Wohnungen, die sie sich leisten können. Zudem fallen allein bis 2013 insgesamt mehr als 13.000 Sozialwohnungen aus der Preisbindung.

Was passieren muss und kann, damit sich alle Hamburger Hamburg leisten können, wird am Wochenende beim Kongress „Debatte de luxe“ zum Thema. In Workshops und Diskussionen wird es etwa darum gehen, wie der Senat mit der Wohnungsnot umgeht. Dazu lädt das Netzwerk Recht auf Stadt zu seinem dritten Geburtstag.

„Wir haben den Eindruck, dass die Arbeit der Initiativen im Netzwerk in den letzten drei Jahren die Debatte in Hamburg um Stadtentwicklung, bezahlbaren Wohnraum und Verdrängung verändert hat“, so ein Sprecher von Recht auf Stadt.  „Wenn Senatorin Jutta Blankau jetzt eine Bundesratsinitiative ankündigt, die Mietwucher-Grenze von 50 Prozent auf 20 Prozent über dem Durchschnittsniveau zu senken, ist dies eine Folge dieser Debatte.“ Gleiches gelte für die Wohnungsbau-Offensive des SPD-Senats. Dennoch sei die Lage heute eher schlechter als noch vor drei Jahren.

Eine neue Entwicklung sei etwa, dass Hartz-IV-Empfänger gegen Geringverdiener gegeneinander ausgespielt werden, wenn es um günstigen Wohnraum geht. Im Workshop „Geringes Einkommen und der Hamburger Wohnungsmarkt“ wird es genau darum gehen (Samstag, 15-17 Uhr). Um  „Scheinbeteiligung“ und echte Formen der Bürgerbeteiligung geht es in einem anderen Workshop am Samstag. Der Sonntag-Nachmittag ist offen für weitere Workshops, deren Inhalt noch spontan festgelegt werden kann. Klar ist hingegen: Die Initiatoren geben sich kämpferisch. „Wir lassen nicht locker, bis das Recht auf Stadt für alle Menschen in Hamburg gilt. Denn hier wie anderswo gilt: Die Stadt gehört allen.“

Der Kongress Debatte de luxe steigt im Centro Sociale vom 19. bis 21. Oktober.

Debatte de luxe, Freitag, 19. bis Sonntag, 21.10., Centro Sociale,
Sternstr. 2. Eintritt frei.
Programm des Kongresses Debatte de luxe 

2 Kommentare zu “Wohnungsnot „de luxe“

  1. Gerade im Winter jetzt ist es doch richtig abartig, dass keine ausreichenden Bleiben für Studies zur Verfügung stehen! Ist ja kein Zustand, sich dauerhaft in Jugendherbergen in Notunterkünften aufzuhalten ( http://www.hamburg-lokal.com/nachrichten/notunterkuenfte-fuer-hamburgs-studenten/178 ). Da können sich wirklich diejenigen glücklich schätzen, deren Eltern in der Nähe wohnen oder die die Mittel für den Kauf einer eigenen Wohnung haben…

  2. Unterstützt doch endlich mal die hiesigen Mietervereine!

    Macht dem Hamburger Senat Feuer unter dem Hintern, damit diese unverantwortlich hohen Mietpreissteigerungen endlich aufhören, schreibt eine Petition an den Bundestag, schliesst euch mit anderen zusammen.

    Wohnen muss bezahlbar sein!

    Bundesweit fehlen viele hunderttausende bezahlbare Mietwohnungen. Vielerorts explodieren die Mietpreise, immer mehr Menschen finden keine bezahlbare Bleibe.

    Bund und Länder unternehmen nichts gegen diesen Missstand.

    Fordern Sie Bauminister Ramsauer und die Ministerpräsident/innen zum Handeln auf!: https://www.campact.de/mieten/appell/teilnehmen/

    Bitte mitmachen! Danke schön!

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