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Nach Jobcenter-Mord

Hamburg setzt längst auf Sicherheit

5. April 2013 | Von | Kategorie: Nachrichten

In Neuss (NRW) hatte 2012 ein Hilfeempfänger eine junge Sachbearbeiterin seines Jobcenters erstochen. Am Freitag wurde er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Tat hat auch Konsequenzen für die Sicherheit in Hamburger Jobcentern. 

hh-jc-sicherheitEs war Mord. Der Hilfeempfänger, der im September 2012 eine 32-jährige Mitarbeiterin des Jobcenters Neuss (Nordrhein-Westfalen) erstochen hat, ist am Freitag schuldig gesprochen worden. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Das Motiv der grausamen Tat bleibt unklar. Der 52-jährige Verurteilte hatte die Tat gestanden. Der Mann entschuldigte sich bei den Angehörigen des Opfers und sagte, alles sei „durch Zufall passiert“.

Nach dem Mord wurde in Deutschland über die Sicherheit in Jobcentern diskutiert. Zuständig dafür sind jeweils die regionalen Jobcenter oder Arbeitsagenturen, bundesweit einheitliche Vorschriften gibt es nicht.

In Hamburg haben die Jobcenter laut dem Träger Team Arbeit Hamburg schnell Konsequenzen gezogen und im Oktober 2012 ihr Sicherheitskonzept überprüft. Nach den Sonderbegehungen habe man unter anderem die Dienstzeiten von ohnehin schon vorhandenem Sicherheitspersonal ausgeweitet, Fluchtwege verbessert und zum Beispiel zusätzliche Verbindungstüren eingebaut und neue Schließsysteme eingebaut, so Heike Böttger, Sprecherin von Team Arbeit Hamburg. Böttger betont: „Team Arbeit Hamburg hat bereits in der Vergangenheit den Sicherheitsaspekt sehr ernst genommen und es wird auch weiterhin regelmäßig an der Optimierung der Sicherheitsmaßnahmen gearbeitet.“

Die Zahl der Übergriffe gegen Jobcenter-Mitarbeit ist gesunken

Womöglich haben sich die Maßnahmen
schon positiv ausgewirkt – zumindest was die Zahl der Übergriffe auf Mitarbeiter in Hamburger Jobcentern insgesamt angeht. 648 Übergriffe wurden laut Böttger 2012 gezählt. Im Jahr zuvor waren es 751. Die meisten Vorfälle waren jeweils Beschimpfungen beziehungsweise Beleidigungen (2011:479; 2012:437) oder Bedrohungen (2011: 233; 2012: 178).

Dabei ging auch die Zahl der Körperverletzungen zurück: 2011 waren 19 Mal Jobcenter-Mitarbeiter Opfer körperlicher Gewalt, 2012 wurden acht Fälle verzeichnet. Ein so dramatischen Vorfall wie in Neuss war glücklicherweise nicht darunter.

Text: Beatrice Blank

Ein Kommentar
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  1. Jedes Opfer in einem Jobcenter, ist ein Opfer zu viel, so viel da zu !!
    Ich sehe da noch andere Probleme, wie so mancher Bezieher-In ausflippt !!
    Aber das soll nicht heißen, das ich jegliche Gewalt billige, nein ich mag sie gar nicht !!

    LINK: http://www.youtube.com/watch?v=Yo3sF22ceGA

    Es ist ein großes Problem, sich ausgeliefert zu fühlen, wenn man zu einem Sachbearbeiter geht !! Irgend wie fühlt sich jeder dort untergeben, aber nicht als Mensch !! Alle glauben, alle wollen nur schlimmes von einem !! Das Problem ist ja, das man nur ein Fall ist, des wegen heißen sie ja auch Fallmanager !! Aber es wird ja nicht gemanagt, es wird drang-saliert !! So schlimm wie das ist, es heißt noch lange nicht, das man dann gewalttätig werden muß !! Weiter hin fragt sich doch keiner, wie sollen die denn mit diesen Menschen um gehen ?? Es heißt doch, diese Mitarbeiter-Innen sollen für diese Menschen arbeiten, aber es muß heißen, sie müssen mit ihnen arbeiten !! Da dies so nicht passiert, kommt es zu Eskalationen !! Die nicht sein müssen, aber sie passiere, und das ist ein Problem für alle !! Weiter hin brauchen die nicht noch mehr Sicherheitspersonal, sie sollten sich mal mit uns zusammen setzen, um mal einen anderen Weg ein zu schlagen !!
    Gewalt muß nicht sein, denn das ist der falsche Weg,
    denn die Menschen, die da hin müssen, sind dann die
    potenzjellen zukünftigen Täter !!

    In diesem Sinn, E. Heeder – HINZ&KUNZT-Verkäufer

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