Neue Stellen

Schlecker: Jobbörse soll helfen

Neue Jobperspektiven für ehemalige Schlecker-Beschäftigte: Die Arbeitsagentur lädt gekündigte Mitarbeiter der Drogeriekette zur einer Jobbörse am Donnerstag ein. Ziel ist es, die Beschäftigten in sozialversichungspflichtige Jobs zu vermitteln.

Neue Jobperspektiven für ehemalige Schlecker-Mtarbeiter bietet eine Jobbörse der Hamburger Arbeitsagentur. Foto: action press.

Rund 150 Mitarbeiter sind in Hamburg von der Pleite der Drogeriekette Schlecker betroffen. Für sie veranstaltet der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur und des Jobcenters Hamburg am Donnerstag, 12. Juli, eine Jobbörse. Insgesamt werden rund 400 qualifizierte Stellen angeboten. Das Gros sind Stellen als Verkäuferin. Zudem finden sich auch andere Angebote aus dem Einzelhandelsbereich: von der Sekretärin bis zur Altenpflegerin.

„Unser Ziel ist es, die Betroffenen in sozialpflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu bringen“, sagt Arbeitsagentursprecherin Marina Marquardt. Daher werden vor allem Vollzeit- und Teilzeitstellen vermittelt. „Bei Minijobs sind wir verhaltener“, so Marquardt. Es gehe darum, den ehemaligen Schlecker-Mitarbeitern einen adäquaten Ersatz für ihre weggefallenen Jobs zu vermitteln.

Nach Informationen der Arbeitsagentur haben bereits 34 Frauen, die früher bei Schlecker gearbeitet haben, einen neuen Job gefunden. 31 absolvieren derzeit ein Bewerbungstraining, Betriebspraktikum oder eine Fortbildung. Marquardt: „Wir empfehlen zur Jobbörse eine Bewerbung mitzubringen. Dann können unsere Mitarbeiter direkt und unkomplizierte Hilfestellung geben.“ Das gilt nicht nur für die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten, denn die Jobbörse ist nicht allein ihnen vorbehalten. Es können auch andere, interessierte Arbeitssuchende kommen, die einen neuen Job suchen.

Am 27. Juni 2012 war der letzte Verkaufstag in den bundesweit 2800 Schlecker-Filialen. Rund 14.000 Mitarbeiter sind bundesweit von der Insolvenz des 1975 von Anton Schlecker gegründeten Unternehmens betroffen. Gewerkschaften kritisieren die Arbeitsbedingungen seit Jahren: So seien Filialen oft unterbesetzt gewesen, Tarifverträge ausgehebelt und Überstunden nicht bezahlt worden. Schlecker habe zudem die Rettung durch Missmanagement verhindert. Während die Mitarbeiter vor dem Nichts stehen, wird das Privatvermögen der Familie Schlecker auch nach der Insolvenz auf 35 bis 40 Millionen Euro geschätzt. Dennoch verweigert die Familie finanzielle Hilfen.

Text: SIM
Foto: action press 

Donnerstag, 12. Juli, Jobbörse
Arbeitsagentur Hamburg, Kurt-Schumacher-Allee 16, Sitzungssaal, 9 bis 13 Uhr, keine Anmeldung erforderlich


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