In 40 Seiten um die Welt

[ju:ni:k] ist da! In dem neuen Jugendmagazin berichten junge Reporter über internationale Hilfsprojekte. Jeder Käufer ist auch Spender

(aus Hinz&Kunzt 156/Februar 2006)

Mal ehrlich – wer kann heute noch von sich behaupten, er wäre über alles, was in der Welt so vor sich geht, bestens im Bilde? Ich denke mal, die Zahl nimmt in allen Altersgruppen ab. Dennoch sind es oft Kinder und Jugendliche, denen ein allgemeines Desinteresse vorgeworfen wird. Ein Vorurteil – das sage ich nicht nur, weil ich selbst jugendlich bin, sondern auch, weil ich jemanden getroffen habe, der alles andere als desinteressiert ist.

Philip Artus ist 18 Jahre alt, besucht die 13. Klasse der Ida-Ehre-Gesamtschule und ist im Landesvorstand der Hamburger Schülerkammer. Als ob das nicht schon genug Engagement wäre, ist er auch noch Redakteur des am 16. Januar 2006 erstmals erschienenen Magazins [ju:ni:k].

Die [ju:ni:k] – das ist Lautschrift für „unique“, übersetzt „einzigartig“ – richtet sich mit ihren Inhalten an 14- bis 19-Jährige und soll auf Entwicklungsländer und deren Probleme aufmerksam machen. Deswegen werden in dem Magazin immer auch Hilfsprojekte vorgestellt. Diese Projekte machen den Kern und den tieferen Sinn von [ju:ni:k] aus. Denn nach der Lektüre haben die Leser die Möglichkeit, im Internet darüber abzustimmen, welchem Hilfsprojekt die Hälfte des Erlöses aus dem Verkauf der Zeitschriften zukommt. Dennoch gehen die anderen Projekte, die sich vielleicht fotografisch nicht so gut präsentieren ließen, nicht leer aus. „Ein Grundbetrag wird an jede Hilfsorganisation gespendet. Das war ein wichtiges Anliegen unter uns Schülervertretern“, sagt Philip.

Jugendliche sind also bei der [ju:ni:k] diejenigen, die Entscheidungen treffen. Doch wer ist der Kopf hinter dem Ganzen? Die Idee hatte Stephan Reimers, der Vorsitzende der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe – und übrigens auch Hinz&Kunzt-Gründer. Im Januar 2005 knüpfte er erstmals Kontakte zu Landesschülervertretern und stieß mit seiner Idee auf reges Interesse. Schnell war der „Verein für entwicklungspolitische Bildung“ gegründet, dem überwiegend Jugendliche angehören. Über ihn werden Sponsoren für die [ju:ni:k] gesucht und auch gefunden, zum Beispiel die Max-Schmeling-Stiftung. Außerdem unterstützen Prominente wie Bildungsministerin Annette Schavan und der ehemalige „Zeit“-Herausgeber Theo Sommer das Magazin.

Verwirklicht wird [ju:ni:k] von Jugendlichen. Sie schreiben über Themen, die ihnen selbst wichtig sind. Unterstützt werden sie dabei von professionellen Journalisten und Fotografen. Philip beispielsweise hat für die aktuelle Ausgabe ein Interview mit dem Fußballprofi Benjamin Adrion vom FC St. Pauli geführt, der sich für das Projekt „Viva con agua de Sankt Pauli“ stark macht. 120 Kindergärten in Havanna (Kuba) wollen die St. Paulianer mit Trinkwasserspendern ausstatten. Weitere Artikel berichten von einem sudanesischen Chill-out, einem traditionellen Tanz in Sri Lanka, einer Schulpartnerschaft mit Ruanda, und Tagesthemen-Moderatorin Anne Will war auch zu einem Interview bereit.

Die erste Ausgabe von [ju:ni:k] hat eine Auflage von 220.000 Exemplaren. Je fünf Hefte werden an jede Schule in Deutschland geschickt. Neben Informationen bietet das Heft auch die Möglichkeit, sich zu engagieren: Jeder, der sich auf der Homepage anmeldet, kann [ju:ni:k] an der Schule, im Sportverein oder in der Disko verkaufen. Besonders engagierte Verkäufer können ein Treffen mit der Bundeskanzlerin gewinnen oder das Entwicklungsministerium kennenlernen.

Noch ein Tipp für alle, die wissen wollen, wie es mit [ju:ni:k] weitergeht: Auf der Homepage kann man die Zeitschrift abonnieren.

Autor: Katharina Gipp

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