Steigende HVV-Preise

Hinz&Kunzt fordert Sozialticket

Bus- und Bahnfahren in Hamburg wird teurer. Hilfeempfänger sind von dem Preisanstieg beim HVV besonders betroffen. Deswegen fordert Hinz&Kunzt die Wiedereinführung des Sozialtickets, das der Senat 2003 abgeschafft hat.

HVV_Sozialticket
Ab dem 1. Januar 2014 steigen erneut die Preise beim HVV. Nur das Kinderticket kostet weiterhin 1,10 Euro.

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) will zum kommenden Jahr die Fahrpreise anheben. „Wenn eine Preisanhebung tatsächlich nötig ist, dann muss sie sozial verträglich gestaltet werden“, sagt Hinz&Kunzt-Sozialarbeiter Stefan Karrenbauer. Doch das wird nicht geschehen: Hilfeempfänger erhalten keine zusätzliche Ermäßigung auf die Monatskarte durch den Senat.

„Es muss eine Ausnahme für Hilfeempfänger geben“, fordert Karrenbauer. „Wir brauchen in Hamburg wieder ein Sozialticket.“ Bis vor zehn Jahren bestand solch eine Regelung. Zwar galt das Sozialticket nur außerhalb der Hauptverkehrszeiten, doch es war bezahlbar: Hilfeempfänger zahlten damals 15,50 Euro für das Ticket. Aber 2003 schaffte es die Regierungskoalition aus CDU, FDP und Schill-Partei ab. Erst 2009 revidierte die CDU ihren Kurs. Seitdem gibt es in Hamburg die Sozialkarte: Diese bietet aber lediglich eine Ermäßigung auf HVV-Monatskarten von derzeit 19 Euro. Hilfeempfänger müssen beim Amt einen Sozialschein beantragen um die Sozialkarte zu erhalten.

Trotz der Ermäßigung durch die Sozialkarte kostet eine CC-Karte für den Großbereich Hilfeempfänger inzwischen 36,40 Euro. Im kommenden Jahr steigt der Preis auf 38,60 Euro. Zu viel für Hilfeempfänger: Gerade einmal 24 Euro sind in dem Regelbedarf für den Bereich Mobilität vorgesehen. Die Bundesregierung will diesen Betrag im kommenden Jahr auf 24,60 Euro anheben. Eine zusätzliche Unterstützung durch die Sozialbehörde wird es aber nicht geben: „Eine Erhöhung des Sozialkartenrabatts, der zur Zeit 19 Euro pro Monat beträgt, ist nicht vorgesehen“, heißt es aus der Sozialbehörde.

Ein weiteres Problem: Hilfeempfänger benötigen eigentlich eine Karte für den Großbereich. Sie wohnen meist nicht so zentral, dass ihnen ein Ticket für zwei oder drei Zonen ausreicht. Und sie müssen Behörden-, Vorstellungs- oder Beratungstermine wahrnehmen. Deswegen benötigen sie ein Ticket ohne zeitliche Beschränkung. Der Preis für eine unbeschränkte Monatskarte für den Großbereich mit Sozialkarte liegt allerdings künftig bei 80,80 Euro. Unbezahlbar für Hilfeempfänger. Ihnen stehen monatlich nur 391 Euro zur Verfügung.

Noch diese Woche wird der HVV seinen Antrag für die geplante Preisanhebung um durchschnittlich 3,2 Prozent dem Senat vorlegen. Verantwortlich für den Preisanstieg seien steigende Diesel-, Strom und Personalkosten. Ab dem 1. Januar gelten dann die neuen Preise: 1,50 Euro statt bisher 1,40 Euro soll die Einzelkarte kosten. Deutlich geringer fällt der Anstieg für die Einzelkarte im Großbereich aus: Von bisher 2,95 Euro steigt der Preis auf 3,00 Euro. „Der Preisanstieg wird aber nicht pauschal auf alle Tickets umgelegt“, sagt Pressesprecher Vohl. Seine gute Nachricht: „Die Preise für die Kindertickets bleiben stabil.“

Text: Jonas Füllner
Foto: Action Press/ U. Widmann

2 Kommentare zu “Hinz&Kunzt fordert Sozialticket

  1. Ich bin SEHR für ein vernünftiges Sozialticket für Hilfeempfänger und Geringverdiener, die nicht mehr als den Hartz IV Satz verdienen!!!! Wenn ich als Helfer bei einer Zeitarbeitsfirma arbeite und nur 900€ netto habe, kann ich auch nicht 100€ nur für eine Fahrkarte ausgeben!!!!

    Andrea Kemper

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