Weihnachtscomics

Gott in der Backstube

Gott denkt beim Keksebacken über die Menschwerdung nach, im Elendsviertel gibt es Geschenke, aus Wanderarbeitern werden Weihnachtswichtel: Illustratoren haben für einen Wettbewerb die Weihnachtsgeschichte als Comics neu erzählt. 

1. Preis im Comic-Wettbewerb: „Der Plan“ von Helmut Steinbach (zum Vergrößern anklicken)

Zwischen Eierschalen und Mehlstaub tüftelt Gott seinen tollkühnsten Plan aus. Auf dass die Menschen auf Erden besinnlicher und hoffnungsfroh werden mögen, will er seinen Sohn hinschicken. Wie einer von der Basis soll er in einem Stall erscheinen. Eltern braucht er. Und ein Kurier soll vorab Bescheid geben, dass er kommt. Aber wie genau sieht das Timing aus? Wer stemmt die Öffentlichkeitsarbeit? Die Details plant Gott in rotkarierter Schürze beim vorweihnachtlichen Plätzchenbacken – zumindest wenn es nach Helmut Steinbach geht. Er hat mit seinem Comic „Der Plan“ den ersten Preis des Wettbewerbs „Die Weihnachtsgeschichte als Comic“ gewonnen.

Den Wettbewerb hatte das Internetportal der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Hamburg bundesweit ausgeschrieben. Die Idee: Illustratoren, Grafiker und Designer sollen die Weihnachtsgeschichte ins 21. Jahrhundert übertragen und mit Bildern und Worten neu erzählen.

Unter den 39 Einsendungen von Vollprofis und Nachwuchskünstlern finden sich dafür ganz unterschiedliche Ansätze: mal düster, mal heimelig, mal opulent, mal schlicht. Mal Scherenschnitt, mal feiner Pinselstrich. Die Comics erzählen von einer Weihnacht auf St. Pauli, Wichteln im Saisoneinsatz und einem Weihnachtsritual der Kindheit.

Gewinner Helmut Steinbach: „Wenn auch die Kirche so humorvoll sein kann, dann sagt mir das sehr zu.“

Helmut Steinbachs siebenseitige Geschichte mit dem plätzchenbackenden Gott in der Hauptrolle gefiel der Jury aus Illustratorin Jutta Bauer, Comic-Zeichnerin Isabel  Kreitz, den Theologen Dr. Jörg Herrmann (Evangelischen Akademie der Nordkirche in Hamburg) und Patrick Klein (Pastor an der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi) sowie Projektleiterin Mechthild Klein am besten. Sein Comic habe durch seinen feinsinnigen Humor, die Anspielungen an die biblische Tradition und die zeichnerische Umsetzung des Themas überzeugt.

Der Hamburger Illustrator Steinbach, der schon für Autohersteller und Zeitschriften gezeichnet hat, nahm sich einen Monat Zeit für seinen Beitrag. „Ich habe mich dabei so intensiv wie noch nie mit der Bibel auseinandergesetzt“, sagt er. Mit seiner Geschichte von Gott in der Backstube zeichnete er gleich mehrere Gottesbilder, spielt auf den alttestamentarisch strafenden Gott an und lässt ihn zum liebenden Gott des Neuen Testaments werden.

Der 2. Platz ging an Bernd Oldörp und seinen Comic „Eine Weihnachtsgeschichte!“

Den zweiten Preis vergab die Jury an Bernd Oldörp. Seine Weihnachtsgeschichte, in der verwirrte Touristen aus Angst vor einem vermeintlichen Überfall Wertsachen auf die Straße schmeißen, spielt in Südafrika. Für Oldörp lernte ein Land, „in denen die Gegensätze so groß sind und die Lage so schwierig ist, und genau dort findet man so viel Hoffnung und Herzlichkeit“.

Den Preis für Studierende erhielt Kathrin Klingner (HAW). Ihre Geschichte über Wanderarbeiter und Migranten wirft einen Blick auf die Schattenseiten der Weihnachtsindustrie.

Text: Beatrice Blank

Comics: Helmut Steinbach, Bernd Oldörp

Foto:  Ralf Niemzig/kirche-hamburg.de

 

Die Siegercomics und weitere Empfehlungen der Jury sind unter www.comic-kirche.de zu sehen und noch bis 6. Januar 2013 in einer Ausstellung in der Hauptkirche St. Jacobi, Steinstraße, Montag bis Samstag, 11 bis 17.00 Uhr, Sonntag nach dem Gottesdienst.

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