Expedition durchs Leben

Mit acht Jahren beschloss Andreas Sanders, auf Expedition zu gehen. Als Erwachsener wurde sein Traum Realität. In einer Eishöhle in der Antarktis hatte er ein Erlebnis, das sein Leben veränderte.

(aus Hinz&Kunzt 227/Januar 2012)

Einsamer Marsch durch die endlose Eislandschaft.

Warmes Brot, unser morgendlicher Luxus inmitten eisiger Weite. Wir haben ein paar Schrauben paarweise in das Schutzgitter eines Gasofens gedreht, alte Brotscheiben daraufgestellt und angelehnt, um sie zu toasten. Seit Tagen sitze ich zusammen mit fünf Expeditionskollegen in einer Neun-Quadratmeter-Holzhütte fest. Die Hütte ist auf einen tonnenschweren Schlitten montiert. Sturmböen zerren und rütteln an unserem einzigen Schutz am Rand des antarktischen Eispanzers. Ein paar Meilen vor der Küste liegt der Eisbrecher, der uns eigentlich abholen sollte, im Meereis fest. Die täglichen kurzen Funkkontakte morgens, mittags und abends sind sachlich und sehr kurz. Unsere Akkus sind schwach, die Verbindung schlecht: „Uns geht es gut! Wie wird das Wetter?“ Vom Schiff die kurze Antwort: „Keine Änderung in Sicht. Kommt ihr noch klar?“ „Ja, ja, bis morgen. Ende“, antworten wir.

Und wir verschweigen, dass wir eine andere alte Hütte im Eis freigegraben haben, sie beim Aufheizen mit einem Dieselofen in Brand geraten ist und wir sie nur löschen konnten, weil wir über Nacht ein paar Eimer Eis geschmolzen und den Trinkwasservorrat aufgefüllt hatten. Der Feuerlöscher aus unserer Schlittenhütte hätte alleine nicht gereicht.

Der Funkkontakt hat es auf den Punkt gebracht. Nicht wir bestimmen das Geschehen, die natürlichen Gegebenheiten herrschen über uns Lesen Sie weiter in der Hinz&Kunzt-Januarausgabe!

Text und Foto: Andreas Sanders

1 Kommentar zu “Expedition durchs Leben

  1. Super, hat mir sehr gut gefallen.

    Speziell der Absatz mit seiner Antwort „Kuchen und Trinken ist klasse“ kann ich recht gut nachvollziehen.
    Den Absatz zum Staat, … den wir bilden, als solche Einheit zu sehen oder wie eine Familie zu verstehen. kann ich zwar ebenfalls nachvollziehen; aber vielleicht ist die Organisationseinheit „Staat“ für diesen Anspruch zu groß?
    Vielleicht wäre schon etwas gewonnen, wenn wir in den Org.einheiten, in dehen wir uns bewegen, diese Atmosphäre/Glauben aufbauen könnten?

    In diesem Sinne weiterhin viel Spaß, wie auch Erfolg, diese Gedankenrichtung zu verbreiten, um sie – wenn möglch – mal zum „Mainstream“ werden zu lassen. Dieses wäre dann eine (langfristige) gesellschaftliche Inovation.

    Schöne Grüße

    Klaus Willke

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