Die Menschenfischerin

Auch in diesem Jahr organisiert Schauspielerin und Regisseurin Christiane Filla eine Benefizlesung zum Literatur-Sonderheft von Hinz&Kunzt.

(aus Hinz&Kunzt 225/November 2011)

Lesen mit der besten Freundin macht Spaß: Christiane Filla (rechts) und Kollegin Katja Geist.

In der Welt von Christiane Filla kennt jeder jeden, wenn auch manchmal um ein paar Ecken. So ist es für die Schauspielerin und Regisseurin kein Problem, immer wieder die richtigen Menschen für ihre Projekte zusammenzubringen. „Ich bin gerne Netzwerkerin“, sagt sie lachend. Bereits zum dritten Mal organisiert die 41-Jährige eine Benefizlesung zum Literaturheft von Hinz&Kunzt. Im Polittbüro am Steindamm 45 wird sie mit ihrer Kollegin Katja Geist und dem Schauspieler Gustav Peter Wöhler ausgewählte Texte lesen, unterstützt vom Gitarristen Pat Fritz und begleitet von der Live-Zeichnerin Kati Baumgarten.

„Katja Geist kenne ich
schon von der Schauspielschule. Zuerst konnten wir uns nicht leiden, dann wurden wir beste Freundinnen“, erzählt sie. Und auch die anderen Akteure hatte die Menschenfischerin schon im Netz. Mit Gustav Peter Wöhler hat sie beim Filmfest gelesen; Kati Baumgarten hat bei einer ihrer Theatervorstellungen gezeichnet. Und Pat Fritz? „Den hab ich einfach auf der Straße angesprochen“, sagt sie und grinst zufrieden.
Begonnen haben die Lesungen vor zwei Jahren eher zufällig: „Ich hatte das erste Literaturheft gelesen und dachte: Damit machen wir was!“ Die monatliche Lesung im Bistro Roth, bei der sie regelmäßig dabei ist, bot sich dafür an.  Sie wurde ein Erfolg, und so machten sie im nächsten Jahr weiter.

Damit noch mehr Leute
Platz haben, sind die Macher in diesem Jahr ins Polittbüro umgezogen. Und weil Schauspieler Peter Franke, im Roth immer dabei, diesmal keine Zeit hat, springt Gustav Peter Wöhler ein. „Er engagiert sich ja sehr für soziale, politische und kulturelle Anliegen – das passt.“

Wer nun welchen Text liest,
darüber werden sich die Akteure noch abstimmen. Der Text von Wladimir Kaminer wird wohl dabei sein, Sibylle Bergs, Axel Hackes und der von Martin Suter und von Melina Moser und bestimmt Doris Dörries. „Ich mache die Vorauswahl, lese die Texte laut und stoppe die Zeit, damit wir planen können“, erklärt sie. Zu lang darf ein Stück nicht sein, die Mischung muss passen – und jeder hat natürlich seine Lieblinge. Doch am Ende passt alles. „Ich plane nicht, die Dinge finden sich“, sagt Christiane Filla. Und die Menschen auch.

Text: Misha Leuschen
Foto: Daniel Cramer

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