Denn er sammelt kein Geld…

Hinz&Kunzt-Leserin Britta Wolgast über eine Mittagspause in St. Georg

Juni 2010. Angelika und ich sitzen hier im Gartenhof eines Cafés.

Angelika hat eine Tuna-Salat bestellt und ich ein Croque Monsieur. Wir genießen die Sonne und haben eine gute Mittagspause.

Foto: action press/Kommersant photo agency
Foto: action press/Kommersant photo agency

Bis wir ihn bemerken: Er mag 55 Jahre alt sein, unauffällig gekleidet, mit ein paar Plastiktüten in der Hand. Er kommt an unseren Tisch und bittet um eine Zigarette. Die Zigarette zündet er sofort an und er geht zufrieden ins beobachtende Umfeld.

Als wir unser Essen beendet haben, kommt er wieder an unseren Tisch – mit einer Sammelbüchse, sozusagen der Tupperware der Obdachlosen. Denn er sammelt kein Geld, sondern Essensreste. Reste von Nudeln und Tomatensoße sind noch klar erkennbar. Die Reste von meinem Croque und von Angelikas Salat kommen hinein

Er ist glücklich. Wir sind extrem beschämt.

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